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Erste mobile Optikerin in Teltow-Fläming

Geschäftsleben Erste mobile Optikerin in Teltow-Fläming

Brillenservice am Wohnzimmertisch: Janka Pirscher aus Groß Schulzendorf versorgt Kunden mit Sehhilfen als erste Optikerin in Teltow-Fläming mobil. Ihr Geschäft hat sie in einem Transporter eingerichtet.

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Janka Pirscher an ihrem fahrbaren Optiker-Geschäft.

Quelle: Jutta Abromeit

Groß Schulzendorf. Der tägliche Arbeitsweg zwischen Berlin-Lichtenberg und Groß Schulzendorf ist zu weit und es bleibt zu wenig Zeit für die Kinder  – das sind die Hauptgründe für Jana Pirschers Selbstständigkeit. „Und es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt die Groß Schulzendorferin. Die 41-Jährige ist diplomierte Augenoptikerin, wie die Ausbildung zu DDR-Zeiten hieß, und Optometristin.

Mit der Liebe meint sie ihr Fahrzeug, mit dem sie zu Kunden unterwegs ist. Das war über ein Optiker-Portal angeboten worden. „Ich habe die Anzeige gelesen und bin sofort nach Bayern gefahren, wo eine junge Frau dieses ganz praktisch ausgestattete Auto umständehalber verkaufte“, erzählt die zweifache Mutter.

Liebe auf den ersten Blick an einem Freitag, dem 13.

Das Fahrzeug sah sie am Freitag, dem 13. November. Sie schaute es sich genau an, „und dann war das Geld fast nur noch zweitrangig“, sagt sie. Die Finanzierung sei in der Familie geklärt worden. Inzwischen hat Jana Pirscher alle Behörden-Formalitäten erledigt, seit April ist sie mit ihrem Traumauto unterwegs. Und das in ihrem Traumjob, wie sie strahlend erklärt. „Traumjob sagt sich so schnell, aber bei mir war es wirklich so“, sagt Jana Pirscher. „Alle im Abi-Jahrgang wussten, was sie werden wollen, nur ich noch nicht, auch meiner Mutter konnte ich nicht antworten. Aber einen Tag später habe ich ihr gesagt: ,Ich werde Optikerin’“, erzählt sie. Sie habe es geträumt und gefühlt, das würde ihre Berufung. „Und bis heute ist das so geblieben.“

Jana Pirscher nennt ihre Ein-Frau-Firma „Augenblicklich unterwegs“, der Schriftzug ist ihre Handschrift, geschrieben mit einem Füller, an dem persönliche Erinnerungen hängen. „Ich bin ein optischer Typ“, sagt sie. Pirscher will den Kunden das bieten, was sie selbst erwartet: fachlich fundierte Beratung, ohne jemandem etwas aufzuschwatzen. „Eine Brille muss zu einem passen. Deshalb interessiert mich, in welchen Umständen jemand lebt“, sagt sie und erklärt: Bei einem Heizungsmonteur zum Beispiel funktioniert eine Gleitsichtbrille nicht, weil der viel über Kopf arbeitet. Bei einem bettlägerigen Menschen, der seinen Kopf gar nicht mehr heben kann, funktioniert vielleicht eine Brille, die das Bild um 90 Grad umlenkt.

Eine Brille soll den persönlichen Typ unterstreichen

„Außerdem muss eine Brille nicht nur passen und funktional stimmen. Sie sollte auch den Typ unterstreichen. Und sie darf schön aussehen“, fügt die Groß Schulzendorferin hinzu. Wichtig ist Janka Pirscher aber noch eine andere Erklärung: „Noch nie habe ich jemandem eine Brille wegen des Geldes verkauft. Ich möchte einfach, dass sich Leute, zu denen ich fahre, gut beraten fühlen.“

Den Start in die Eigenständigkeit begann die junge Frau in Alten- und Pflegeheimen. Traurig war sie über die Antwort in einem Heim für Demenzkranke, wo man ihr sagte, die Bewohner bräuchten keine neuen Brillen mehr. „Dabei nehmen Demenzkranke 90 Prozent ihrer Informationen übers Auge auf – sie lesen Zeitungen und Bücher, sehen fern oder schauen anderen zu“, sagt Jana Pirscher.

Info:
www.augenblicklich.net

Von Jutta Abromeit

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