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Erster Selbstverteidigungskurs für Frauen

Neuer Kurs in Großbeeren Erster Selbstverteidigungskurs für Frauen

Spätestens seit den Silvester-Übergriffen auf Frauen ist der Andrang auf Selbstverteidigungskurse groß. Die Kampfsport-Expertinnen Jana Negendank und Maria Spielmann vom Ju-Jutsu Verein Budokan in Großbeeren zeigen, wie sich Frauen aus unangenehmen Situationen befreien können.

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Klein, aber oho: Mit geübtem Griff ringt die nur 1,62 Meter große Jana Negendank Trainingspartner Ingo Weber zu Boden.

Quelle: Josefine Sack

Großbeeren. Ob in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Disco oder auf der Straße – Gewalt gegen Frauen ist vielfältig. Doch spätestens seit den Silvester-Übergriffen in Köln und Hamburg ist die Verunsicherung größer geworden, vor allem bei jungen Frauen. Wie sich Frauen schon mit einfachen Tricks schützen können, zeigen Maria Spielmann und Jana Negendank ab dem 17. Juni beim ersten Frauen-Selbstverteidigungskurs in Großbeeren.

Das rät die Polizei

Bei Verfolgung: Straße in 90-Grad-Winkel kreuzen, Ausschau halten nach beleuchteten Hauseingängen, zielstrebig auf ein Gebäude zugehen und läuten.

Nur dort hin gehen, wo Menschen sind.

Sprechen Sie andere Frauen an, setzen Sie den Weg gemeinsam fort.

Im Ernstfall laut „Feuer“ rufen. Dadurch fühlen sich andere bedroht und holen eher Hilfe. Diese Reaktion überrascht auch den Angreifer.

Die beiden Frauen trainieren seit vielen Jahren Ju-Jutsu, eine moderne Kampfkunst. Übersetzt heißt Ju-Jutsu „sanfte Kunst“ – der Sport basiert hauptsächlich auf Selbstverteidigungstechniken. Anders als beim Judo, wo die Kämpfer vorwiegend auf der Matte ringen, oder beim Karate, wo eher aus dem Stand geschlagen und getreten wird, verbindet Ju-Jutsu beides: Ziel der Sportart ist es, durch Nachgeben oder Ausweichen mit der Kraft des Angreifers zu siegen. Dabei ist jede Verteidigungstechnik gegen mehrere Angriffsarten anwendbar. Durch beständiges Üben werden die Bewegungsabläufe automatisiert.

In fünf Trainingseinheiten zum Erfolg

„Nirgendwo sonst gibt es eine solche Vielfalt von Techniken und Bewegungsmustern“, sagt Jana Negendank. Die 45-Jährige trainiert seit 2009 beim Ju-Jutsu Verein Budokan in Großbeeren. Vor Kurzem hat sie ihre Kursleiterin-Lizenz erworben und darf nun Frauen in Selbstverteidigung ausbilden. In fünf Trainingseinheiten wollen Negendank und Spielmann den Frauen kleine Tipps und Kniffe zeigen, die dabei helfen sollen, das eigene Selbstvertrauen zu stärken und sich in unangenehmen Situationen künftig besser zu behaupten. Dabei gehe es nicht darum, zur „Wonderwoman“ zu werden. Sich erfolgreich gegen mehrere Angreifer zu wehren, funktioniert sowieso nur in Actionfilmen, heißt es auf dem Kursflyer. Für den Einstieg werden sich die Trainerinnen auf ausgesuchte, effektive und leicht erlernbare Techniken beschränken. „Zu Beginn des Kurses wird es um die Prävention gehen, also darum, wie man Gefahrensituationen erkennt“, sagt Jana Negendank. Auch über Pfefferspray und Co., Tipps der Polizei und die rechtliche Seite der Notwehr werden die Kursleiterinnen informieren. „Und wir arbeiten auch mit der Stimme“, ergänzt Negendank. Was das heißt? „Wir üben schreien“, so die Ju-Jutsuka. Sich laut bemerkbar zu machen, ist eine wirkungsvolle Methode, um Angreifer zu vertreiben. „Doch oft ist die Hemmschwelle zu groß“, sagt die Trainerin, „im Kurs probieren wir es gemeinsam aus“. Um schlagkräftig zu werden, üben die Frauen auch mit Luftballons. Beim Training bleiben die Damen unter sich.

Info: Start am 17. Juni. Mitmachen können Mädchen und Frauen ab 14 Jahren, trainiert wird freitags von 17 bis 19 Uhr in der Otfried-Preußler-Schule, Teltower Straße 1 in Großbeeren, Teilnahmegebühr 45 Euro (5 Einheiten).

Anmeldung: schriftlich per E-Mail an frauen@budokan-grossbeeren.de

Von Josefine Sack

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