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Erstmalig Klimahülle für Kita in Deutschland

Knappe Vorentscheidung in Blankenfelde Erstmalig Klimahülle für Kita in Deutschland

Das gab es in Deutschland noch nie: Die Kita Tabaluga in Blankenfelde könnte bald von einer Klimahülle umgeben sein. Wissenschaftler wollen das Gebäude energieautark machen und vor Fluglärm schützen. Nicht alle Menschen in Blankenfelde-Mahlow sind von der Idee begeistert.

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Dirk Peissl (l.) erklärte den Gemeindevertretern und Bürgern die Klimahülle.

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde. In kleinen Schritten will man sich in Blankenfelde-Mahlow dem Großprojekt Klimahülle nähern. Auf der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag gab es eine erste Vorentscheidung. Diese fiel mit 16 Ja-Stimmen bei 12 Ablehnungen ziemlich knapp aus. Zur nächsten Sitzung soll die Verwaltung eine Beschlussvorlage erarbeiten, mit der sich die Gemeinde grundsätzlich zur Klimahülle für den Blankenfelder Kindergarten „Tabaluga“ bekennt und das Projekt weiter finanziell mit zehn Prozent der Kosten unterstützen möchte.

Im kommenden Jahr müsste die Gemeinde etwa 60 000 Euro dazugeben. Als Gegenleistung erarbeiten die Wissenschaftler der TU Berlin eine Entwurfsplanung und eine Kostenberechnung. Mit der Klimahülle für eine Kita wäre Blankenfelde-Mahlow ein Pionier. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), die das Projekt unterstützt, wolle dies auch weiterhin tun, sagte TU-Professor Mike Schlaich. Die Stiftung wolle drei- bis viermal so viel Geld in die Hand nehmen wie bisher, weil sie von der Idee so begeistert sei. Mit der Konstruktion aus Stahl und Glas schaffe man zum einen ein fast energieautarkes Gebäude, das zudem gegen den Lärm der Flugzeuge geschützt ist. „Die Kinder spielen nicht unter einer Käseglocke“, sagte der Wissenschaftler. Mit ihren beweglichen Elementen und Sonnensegeln lassen sich Licht- und Lufteintritt regulieren und schaffen ein gutes Raumklima.

Dirk Peissl, der wissenschaftliche Mitarbeiter, schwärmte von den Möglichkeiten des Dachgartens an Stelle des heutigen Kita-Daches. Den Kindern steht mehr Platz zum Spielen zur Verfügung. „Städtebaulich ist die leichte und transparente Konstruktion ein großer Gewinn“, sagte Peissl. Weil die Hülle in der Fabrik vormontiert ist, sei auch die Bauzeit relativ kurz.

Nicht alle Gemeindevertreter waren von der Klimahülle angetan. Matthias Stefke, der Vorsitzende der BVBB-WG-Fraktion hält das vier Millionen Euro teure Vorhaben angesichts der sich eintrübenden Haushaltssituation für unvereinbar. „Der Bürgermeister sollte ein solches Projekt bei der Landesregierung als Kompensation für den Flughafen rausholen“, forderte Stefke. Patrick Moskal (CDU) nannte die Klimahülle zwar „eine schöne Idee, die unseren Kindern mehr Lebensqualität bietet, finanziell aber nicht zu stemmen ist.“

Unterstützung kam von SPD, Grünen und Linken. Dietlind Biesterfeld (SPD) bat die Verwaltung zu prüfen, ob die Gemeinde zusätzliches Fördergeld für die Klimahülle bekommen kann. Gerhard Kalinka (Grüne) sieht darin die Chance, „mit einem kleinen Einsatz eine einmalige Sache zu schaffen.“ Stefanie Nimz (Linke) sagte, ihre Fraktion stehe klar hinter dem Projekt. Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos) stellte klar, dass die Gemeindevertretung bis 2018 entscheiden kann, ob sie das Projekt tatsächlich umsetzen will. Er zeigte sich zuversichtlich , dass man „für ein so einmaliges Projekt Fördermittel bekommt“.

Von Christian Zielke

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