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Es gibt weniger Rinder in der Region

Dahmeland-Fläming Es gibt weniger Rinder in der Region

In den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming ist die Zahl der gehaltenen Rinder im vergangenen Jahr zurückgegangen. Bauernverbände sehen den Grund für den Rinder-Rückgang vor allem in der unsicheren wirtschaftlichen Situation, in der die Landwirte zurzeit Fleisch und Milch produzieren müssen.

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Milchkühe stehen bei der Agrargenossenschaft Welsickendorf im Landkreis Teltow-Fläming im Stall. Der neue Stall mit Melkbetrieb wurde im Jahr 2013 eröffnet.

Quelle: Alexander Engels

Dahmeland-Fläming. Die Zahl der in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming gehaltenen Rindern ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Das geht aus Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg hervor. Aktuell werden in Dahme-Spreewald 38 771 Tiere gehalten, 979 weniger als im Jahr zuvor – da waren es noch 39 750. In Teltow-Fläming gibt es zurzeit 32 408 Rinder, im Jahr 2016 waren es 32 756 – ein Minus von 348 Tieren.

Unsichere Situation

Beim Bauernverband Südbrandenburg in Luckau, zu dessen Verbandsgebiet unter anderem der Landkreis Dahme-Spreewald und Teile des Landkreises Teltow-Fläming gehören, sieht man den Grund für den Rinder-Rückgang vor allem in der unsicheren Situation, in der die Landwirte zurzeit Fleisch und Milch produzieren müssen. Vor allem die Milchbauern stehen unter Druck. Um am Weltmarkt wettbewerbsfähig zu sein, schaffte die EU-Kommission 2015 die Milchquote ab, die 30 Jahre lang den Angebotsmarkt regulierte. Agrarökonomen hielten das für längst überfällig. Kleinbäuerliche Erzeuger aber kämpfen seither ums Überleben. Der Milchmarkt ist gesättigt, der Milchpreis niedrig und die Kosten für Strom, Futter, Maschinen und Arbeitskräfte steigen. Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion geht hervor, dass zwischen Mai 2015 und November 2016 deutschlandweit rund 5600 Milchbauern aufgaben. „Viele Landwirte wurden an den Rand des Ruins getrieben“, sagt Thomas Goebel, Vorsitzender des Bauernverbandes Südbrandenburg. Viele Ställe seien leer geräumt. Und die, die weitermachen, wüssten nicht, wohin die Reise gehen wird. „Keiner fühlt sich im sicheren Fahrwasser“, sagt Goebel. Nur für kurze Zeit konnten die Milchbauern aufatmen. Das zeigen auch die Zahlen der Statistik. Im vergangenen Jahr wurden etwa 10 490 Milchkühe in den Ställen in Dahme-Spreewald gezählt – 106 mehr als ein Jahr zuvor. Da waren es 10 384. Doch es deutet sich erneut ein Fallen des Milchpreises an. „Der Auftrieb ist vorüber“, sagt Thomas Goebel.

Überangebot an Milch

Das kann der Kreisbauernchef von Teltow-Fläming, Helmut Dornbusch, bestätigen. Viele Milchbauern in seinem Verbandsgebiet befürchten erneut ein Überangebot an Milch, das den Milchpreis wieder sinken lassen würde. Momentan liegt der zwischen 35 bis 38 Cent pro Liter. Die Aussicht auf einen sinkenden Milchpreis treibt viele Landwirte von der Milchvieh-Haltung weg. Gegenwärtig stehen im Kreis Teltow-Fläming 11 546 Milchkühe in den Ställen und damit 146 weniger als im Jahr 2016.

Während einige Landwirte ausschließlich auf Zuchtvieh, Milchvieh, Masttiere oder Mutterkühe setzen, koppeln andere Milcherzeugung und Fleischproduktion. Da sehe die wirtschaftliche Situation auch schon etwas positiver aus, so die beiden Verbandschefs. Die laufenden Kosten seien dann auch nicht so hoch, so Thomas Goebel. So seien in den vergangenen Jahren trotz der Milchpreiskrise in der Region neue Ställe gebaut worden wie beispielsweise im Trebbiner Ortsteil Klein Schulzendorf, in Dahme und in Welsickendorf.

Deutschlandweit stehen knapp 4,2 Millionen Milchkühe in den Ställen. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist Deutschland der größte Milcherzeuger der EU und nach Frankreich zweitgrößte Erzeuger von Rind- und Kalbfleisch.

Von Thomas Seifert

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