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Es kommen 400 Flüchtlinge mehr

Asylpolitik Es kommen 400 Flüchtlinge mehr

Zu Jahresbeginn hieß es noch, der Landkreis Dahme-Spreewald müsse 540 Flüchtlinge unterbringen. Schon das hatte der Sozialdezernent des Landkreises, Carsten Saß (CDU) stets als Herausforderung bezeichnet. Jetzt ist die Herausforderung noch größer – denn das Land die Zahl noch einmal deutlich nach oben korrigiert.

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Muss die Unterbringung managen: Carsten Saß.

Quelle: Foto: Fischer

Königs Wusterhausen. Seit Monaten hat der Landkreis Dahme-Spreewald seine liebe Not mit der Unterbringung immer neuer Flüchtlinge, jetzt verschärft sich das Problem noch einmal drastisch. Das Bundesamt für Migration hat die Prognosen der Asylbewerberzahlen wieder deutlich nach oben korrigiert. Der Landkreis muss danach in diesem Jahr nicht 570 Asylbewerber aufnehmen, wie noch zu Jahresbeginn vorausgesagt, sondern mindestens 964.

Für die Verantwortlichen ist das ein Schock. „Die Lage ist nicht einfach. Wenn man mich fragt, ob wir genügend Ideen für die Unterbringung von so vielen Menschen haben, muss ich derzeit sagen: nein“, sagt der zuständige Sozialdezernent des Kreises, Carsten Saß (CDU). Landrat Stephan Loge (SPD) spricht von einer „ganz, ganz intensiven Herausforderung“ – zumal beide davon ausgehen, dass das nicht die letzte Korrektur in diesem Jahr war. Zwar hatte man sich im Landkreis intern schon von vornherein auf die Aufnahme von 700 Flüchtlingen eingestellt und darüber hinaus nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten gesucht, um Ausweichquartiere für die Bewohner des dringend sanierungsbedürftigen Heims in Waßmannsdorf zu haben. Aber schon damit war die Verwaltung an ihre Grenzen gestoßen. Ende April etwa waren sämlichte Unterbringungskapazitäten belegt. „Wir können derzeit nur ganz engagiert die Optionen abarbeiten, die bekannt sind, und parallel mit noch höherem Druck nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten suchen“, sagt Saß.

Aktuell werden aus dem Erstaufnahmelager in Eisenhüttenstadt pro Woche rund 20 Asylbewerber auf den Landkreis zugeteilt. In Massow, wo erst in der vergangenen Woche ein neues Heim in Betrieb genommen wurde, sind inzwischen 32 Menschen untergebracht, es sollen insgesamt 150 werden. Im Juli soll Zützen betriebsbereit sein, wo ein Privateigentümer 26 Wohnungen für rund 100 Asylbewerber bereitstellt. Und im August sollen auch die Verhandlungen um das ehemalige Sportzentrum in Uckley abgeschlossen sein, wo dann noch einmal 85 Asylbewerber untergebracht werden können. Aber das wird längst nicht reichen.

Der Landrat sagt deshalb schon, dass gemeinsam mit den Kommunen vor allem Obdachlosigkeit vermieden werden müsse. Carsten Saß macht deutlich, dass sich der Landkreis keine Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten mehr leisten kann. Jede Kommune müsse sich auf die Aufnahme von Flüchtlingen einstellen. „Die Frage ist nicht mehr, ob eine Gemeinde Flüchtlinge aufnehmen muss, die Frage ist nur noch, wann.“ Bürgermeister und Amtsdirektoren seien gut beraten, schon jetzt die Bevölkerung darauf vorzubereiten, so Saß.

Wegen des großen Verwaltungsaufwandes, der mit dem Zustrom und der Suche nach Unterkünften einher geht, muss auch die Kreisverwaltung aufgestockt werden. In diesem Jahr wurden schon etwa sieben Stellen in den zuständigen Ämtern neu geschaffen. „Ich werde aber den Kreistag bitten müssen, weitere Stellen zu genehmigen“, so Stephan Loge.

Von Oliver Fischer

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