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Teltow-Fläming Esel und Wanderer gehen ab Freitag auf Tour
Lokales Teltow-Fläming Esel und Wanderer gehen ab Freitag auf Tour
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12:15 28.07.2016
Anika und Benjamin Lust beim Befüllen der Getreidesäckchen mit dem Spendenweizen aus der Werbiger Agrar-GmbH. Die eigene Vorjahresernte der Familie hätte längst nicht gereicht. Quelle: Uwe Klemens
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Lichterfelde

Zu einer außergewöhnlichen Benefiz-Aktion startet eine kleine Gruppe aus Lichterfelde bei Jüterbog am Freitagmorgen. 60 Kilometer wollen Andreas Lust und sein zwölfjähriger Sohn BenjaWemin an diesem Wochenende zu Fuß absolvieren. Ziel ihrer Wanderung ist Rangsdorf, woher Vater Lust ursprünglich stammt. Sie sind nicht allein, sondern nehmen drei Lastesel mit sowie und deren Besitzer und Eselführer Jan Prowazni aus Neuendorf (Potsdam-Mittelmark).

Die Reise, die in drei Tagesetappen durch 17 Orte führt, dient nicht dem eigenen Vergnügen am Wandern, sondern dient einem guten Zweck. „Wir wollen unterwegs den Menschen, denen wir begegnen, von unseren Bemühungen um den Erhalt unsere Kirche berichten und dafür um Spenden bitten“, sagt Lust, der Vizechef des Lichterfelder Kirchenfördervereins ist.

Weizen und Kerzen gegen Spenden

„Wir bitten zwar um Hilfe, aber wir kommen nicht mit leeren Händen, sondern bringen den Menschen Licht und die Früchte des Feldes“, kündigt Lust an und freut sich dabei über das gelungene, symbolische Spiel mit dem Namen seines Wahlheimatortes. „In jeder Kirche wollen wir eine Kerze aufstellen und hoffen, dass die Menschen gegen eine Spende etwas von dem Weizen, den ich selbst im vergangenen Jahr in Lichterfelde gesät und geerntet habe, und von unseren Kerzen nehmen“, sagt der Wandersmann.

Jeremy darf zwar nicht mit auf Tour, half aber beim Zuschnüren. Quelle: Uwe Klemens

Symbolisch verkaufen wollen Andreas Lust und seine Begleiter auf ihrer Pilgerwanderung auch die neuen Biberschwanz-Ziegel für das Kirchendach. „Für zwei Euro setzen wir auf die Rückseite der Ziegel den Namen und den Wohnort des Spenders. Wenn dann in 70, 80 Jahren unsere Nachfahren das nächste Mal das Dach anfassen müssen, kann jeder nachlesen, wer uns damals geholfen hat.“

Bereits viele Hilfsangebote

Schon vor dem Start kann die Pilgerreise einen Erfolg vorweisen. Nach der ersten Veröffentlichung der Idee in der MAZ boten unzählige Lichterfelder und Menschen aus Nachbardörfern ihre Hilfe bei den Vorbereitungen an.

So sind aus den ursprünglich 250 angedachten Getreidesäckchen, die Andreas Lust zusammen mit seiner Frau Anika allein nähen wollten, mehr als 400 geworden, da auch andere Frauen aus Lichterfelde und umliegenden Orten fleißig ihre Nähmaschinen summen ließen. „Viele kamen vorbei und haben uns Baumwoll- oder Leinenstoff gebracht“, berichtet sich Lust, der über die Welle der Hilfsbereitschaft ebenso erfreut wie überrascht ist. „Außerdem hat ein Bekannter für die Kerzen schmucke Holzständer gebaut , die ein richtiger Hingucker sind“.

Waschküche wurde zur Kornkammer

Zum Befüllen der Kornsäckchen trafen sich einige Lichterfelder erneut. Die Waschküche von Familie Lust wurde zur Kornkammer umfunktioniert. Ähnlich wie beim traditionellen Federnreißen wurde dabei viel geschwatzt und gelacht. Auch Benjamin und sein jüngere Bruder Jeremy gehörten zusammen mit ihrer Mutter zu den fleißigen Helfern. Da die eigene Vorjahresernte zum Befüllen so vieler Säckchen nicht reichte, hat die Werbiger Agrar-GmbH noch einen 60-Kilo-Sack Weizen drauf gepackt.

Mehr als 400 jeweils 150 Gramm schwere Säckchen gehen mit. Quelle: Uwe Klemens

Am Freitag um 8 Uhr startet die Pilgertour mit einer kleinen Andacht in der eigenen Kirche. Spätestens um 9 Uhr machen sich die Wanderer auf die erste Etappe, die gegen 18 Uhr in Ließen enden soll.

Begleiter sind willkommen

„Ganz genau kann man das jedoch nicht sagen“, weiß Andreas Lust, der sich in den zurückliegenden Monaten viel Wissen über seine tierischen Begleiter angeeignet hat und weiß, dass eine Esel nicht unbedingt immer den gleichen Ehrgeiz hat, wie sein Führer. „Trotzdem hoffen wir, dass zur Verabschiedung und zum Sprechen des Reisesegens viele Leute kommen. Wer möchte, kann uns auch gerne ein Stück begleiten.“

Drei Etappen an drei Tagen

Der erste Abschnitt der Pilgerreise beginnt am Freitag um 8 Uhr mit einer kleinen Andacht in Lichterfelde und führt die Pilgergruppe über Sernow, Riesdorf, Schlenzer, Wahlsdorf und Petkus nach Ließen.

Am Tag danach schlängelt sich die Wanderroute über Ließen, Stülpe, Schönefeld, Kummersdorf, Sperenberg und Rehagen bis Mellensee.

Die dritte und letzte Etappe führt am Sonntag über Zossen, Dabendorf und Groß Machnow bis zum Zielpunkt an der Rangsdorfer Kirche.

Wo genau die Wanderer jeweils übernachten werden, steht noch nicht fest. „Notfalls in der Hängematte unterm Sternenhimmel“, sagt Andreas Lust. „Wir haben jedenfalls alles dabei, was wir dafür brauchen.“

Wer der Pilgerer begleiten möchte, kann die ganze Tour oder auch kleinere Teilstrecken mitwandern.

Von jeder Station gibt es Livefotos im extra hierfür eingerichteten Webblog unter www.Lichterfelde-Dorfkirche.de zu sehen. Auch der Zeitplan, wann die Gruppe in etwa wo sein wird, kann dort eingesehen werden und wird ständig aktualisiert.

Wer wissen will, wann genau sich die kleine Karawane gerade wo befindet, kann die Tour live im extra eingerichteten Internet-Blog unter www.Lichterfelde-Dorfkirche.de verfolgen. Eine Liveschaltung zum Dorffest ist ebenfalls vorgesehen.

Von Uwe Klemens

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