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Teltow-Fläming Eva Mattes unterstützt Modellstadt-Projekt
Lokales Teltow-Fläming Eva Mattes unterstützt Modellstadt-Projekt
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12:50 17.10.2018
Eva Mattes –hier als „Tatort“-Kommissarin Klara Blum mit Partner Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) – unterstützt das Projekt für eine Öko-Stadt in Wünsdorf. Quelle: dpa
Berlin/Wünsdorf

Wünsdorf ist der ideale Standort für die weltweit erste internationale Campus-Öko-Stadt. Daran halten die Mitglieder des Vereins ICEC Wünsdorf trotz vieler offener Fragen fest. Montag gab es dazu ein Podiumsgespräch in der Berliner Galerie „Lawrence“. Prominente Gesprächspartnerin war die Schauspielerin Eva Mattes.

Schauspielerin Eva Mattes selbst in Friedensbewegung aktiv

Als Kommissarin Klara Blum brillierte sie bis November 2016 im Bodensee-„Tatort“. „Lange bevor ich diese Kommissarin spielen durfte, habe ich mich in der Friedensbewegung engagiert und große Konzerte mit organisiert“, erzählte Mattes. „Künstler für den Frieden“ hieß die 1981 von ihr in Westdeutschland mitbegründete Initiative. Beispielsweise traten mehr als 200 Künstler – darunter Harry Belafonte, Joseph Beuys, Udo Lindenberg, Miriam Makeba, Konstantin Wecker – am 11. September 1982 vor 200.000 Zuschauern im Bochumer Ruhr-Stadion auf.

„Projekt hat mich nachhaltig begeistert“

Die Themen Krieg und Frieden, Verlust und Heimat spiegeln sich seit dieser Zeit in Mattes’ Programmen, Denken und Handeln wider. „Deshalb hat mich dieses Projekt von einer Friedensstadt in Wünsdorf nachhaltig begeistert. Hier bekommen Menschen das Knowhow, um ihre zerstörten Städte wieder aufzubauen oder das Land fruchtbar zu machen“, so die in Berlin und Münchehofe (Dahme-Spreewald) lebende Schauspielerin, „ich wünsche mir, dass es vorwärts geht“.

Podiumsdiskussion in Berlin: Filmemacherin Elfi Mikesch, Ekhart Hahn, Eva Mattes, Moderator Frank Alva Buecheler, Unternehmer Andreas Krüger (v l.). Quelle: ICEC Wünsdorf,

Projekt-Initiator Professor Ekhart Hahn ist der deutsche Pionier des ökologischen Stadtumbaus. Krisen lösen helfen, wo einst Kriege vorbereitet, ausgetragen und gesteuert wurden – so lautet seine Botschaft. Der fortschreitende Klimawandel lasse Lebensräume verschwinden. Kriege um Ressourcen wie Wasser, Nahrungsmittel, Rohstoffe seien die Folge und immer mehr Menschen deswegen auf der Flucht. Deshalb will ICEC in Wünsdorf ein Kompetenzzentrum schaffen, wo vermittelt wird, wie man einerseits weltweit Probleme in Krisengebieten lösen kann. „Andererseits soll hier eine ökologische Modellregion Berlin-Brandenburg entstehen“, so Hahn. Schließlich habe dieser Sommer gezeigt: „Der Klimawandel ist auch bei uns angekommen.“

Idee: Modell-Öko-Stadt für 10.000 Einwohner

Wünsdorf sei ideal, schrittweise eine modellhafte Öko-Stadt für 10.000 Menschen zu werden, so Hahn. Das Projekt hat vier Bausteine: 1. Internationale Campusstadt, 2. Europäische Akademie für Flüchtlinge mit Integration und Friedensarbeit, 3. Gartenstadt, 4. kulturelle Mitte. In der Campusstadt sollen je 5000 junge Menschen aus Krisengebieten, Deutschland und anderen Ländern der Europäischen Union gemeinsam ausgebildet werden, arbeiten und wohnen. „Unter den Azubis werden viele Flüchtlinge sein, die nach der Lehre in ihre Heimatländer zurückgehen und Aufbauarbeit leisten.“

Erstaufnahme für Flüchtlinge kann Lehrlingswohnheim sein

Hahn zufolge könnte die mit bis zu 1200 Plätzen ausgestattete landeseigene Erstaufnahmeeinrichtung zum Lehrlingswohnheim werden. Als Lehrwerkstatt kämen die ehemaligen, 120 mal 120 Meter großen Panzerhallen infrage. Die Akademie bilde das Bindeglied zu Menschen in Krisengebieten, Forschern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsbossen.

Mitte Juni stellte Hahn seine Visionen von einer internationalen Campus-Öko-Stadt in Wünsdorf vor. Rund 50 Bürger tauschten damals ihre Gedanken aus. „Das war ein sehr konstruktiver Dialog“, so Hahn. Dank einer großzügigen Spende eröffne man am 1. November ein dauerhaft besetztes Projektbüro.

Ziel: 20 bis 30 Millionen Euro über Investoren einwerben

Um die benötigten, rund 85 Hektar großen Flächen zu erwerben, würden 20 bis 30 Millionen Euro benötigt, so Hahn. Für Januar sei eine Investorenkonferenz geplant. „Wir hoffen, im zweiten Quartal 2019 in direkte Kaufverhandlungen für die ersten Flächen treten zu können.“

Flächeneigentümer ist die Entwicklungsgesellschaft Waldstadt Wünsdorf/Zehrensdorf (EWZ). Sowohl EWZ-Geschäftsführerin Birgit Flügge als auch die Zossener Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) erteilen dem ICEC-Projekt, wie berichtet, eine klare Absage. Schreiber zufolge sei die Hälfte der beanspruchten Flächen schon verkauft oder für ernsthafte Interessenten reserviert.

Kontakt: Tel. 0 30/78 89 80 15; www.icec-wuensdorf.org, info@icec-wuensdorf.org

Von Frank Pechhold

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