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Evolution 7 ist Streetdance-Weltmeister

Jüterbog Evolution 7 ist Streetdance-Weltmeister

Vor sechs Jahren gründete sich die Hip-Hop-Tanzgruppe Evolution 7, deren Mitglieder aus Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark kommen. Im Mai qualifizierten sie sich mit dem 2. Platz bei der EM für die Weltmeisterschaft der United Dance Organisation (UDO) in Glasgow. Bei dem Abenteuer lief trotz Titelgewinn nicht alles nach Plan.

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Evolution 7 überzeugt nicht nur mit ihrer Tanzshow, sondern reißt das Publikum auch mit Mimik und lauten Schreien auf der Bühne mit.

Quelle: Privat

Jüterbog. Unerwartet kam der Sieg für die Tänzer aus dem Fläming. Bei ihrer ersten WM-Teilnahme auf Anhieb Weltmeister zu werden, das hätten sie sich nicht erträumt. „Überhaupt auf der großen Bühne tanzen zu dürfen, ist ein riesiges Privileg für uns“, sagt Tilo Mierisch. Der Tanzlehrer ist mit 34 Jahren das älteste Mitglied bei Evolution 7. Das jüngste Mädchen in der Truppe ist gerade einmal 15 Jahre alt. Gemeinsam haben sich die 13 Tänzer, die in Luckenwalde trainieren, einen großen Traum erfüllt.

„Die Weltmeisterschaft in Glasgow war ein Erlebnis, von dem wir noch unser ganzes Leben lang erzählen werden“, berichtet Mierisch. Einige aus dem Team saßen auf dem Weg nach Schottland zum ersten Mal in einem Flieger. Genug Aufregung gab es aber auch nach der Landung. Denn Mierisch hatte vor lauter Aufregung beim Frühstück am ersten Morgen die Zeitumstellung vergessen. Glück für die Gruppe: Der Chef war fälschlicherweise schon eine Stunde voraus. „Besser als andersherum“, sagt er und kann inzwischen über die Anekdote lachen.

Liedtext sorgte für Probleme

In den Hallen der Glasgower Messe warteten aber noch andere Probleme auf das Team. Dass der Auftritt in der Vorrunde am Freitag nach eigenem Empfinden nicht der stärkste war, sollte jedoch nicht zum Hindernis werden. Denn vor Bekanntgabe der Ergebnisse wurden Mierisch und einige andere Gruppenleiter zur Jury gerufen. Das Problem: Die Musik während der Shows der heranzitierten Teams hatte Ausdrücke enthalten. „Das ist nicht verboten“, erläutert der Tanzlehrer, „aber manche Jurymitglieder hören es nicht gern.“ Evolution 7 drohte die Disqualifikation. Während die anderen Tänzer sich aufregten oder versuchten, mit der Jury zu diskutieren, war Tilo Mierisch bereits auf der Suche nach einer Lösung. Ohne Laptop und Schnittprogramm konnte aber auch er nicht viel tun. Die Jury bot schließlich an, die eigene Musik von einem unabhängigen DJ überarbeiten zu lassen. „Er hat das für uns sehr elegant gelöst und die Wörter zwar verzerrt, aber den Rhythmus nicht verändert“, berichtet Tilo Mierisch.

Die Weltmeister vor dem Wettkampfort in Glasgow

Die Weltmeister vor dem Wettkampfort in Glasgow.

Quelle: Privat

Nach dem vereitelten Desaster in der Vorrunde ging es für Evolution 7 sogar direkt ins Finale. „Die vier Besten der Vorrunde mussten nicht mehr in der Zwischenrunde am Sonnabend antreten“, berichtet der 34-Jährige über den ersten unerwarteten Erfolg der Gruppe.

Entspannter Tag vor dem Finale

Der wettkampffreie Sonnabend wurde zum Üben genutzt. Mit den Aufnahmen für ein eigenes Video blieben die 13 Tänzer im Training. „Nach der Reise und dem Krimi vom Freitag waren wir aber alle froh, einen entspannteren Tag zu haben“, sagt Tilo Mierisch, den am Abend trotzdem wieder die Unruhe packte. Schon in den Tagen vor der Reise nach Schottland hatten einige Mitglieder von Evolution 7 mit schlaflosen Nächten zu kämpfen. Vor dem großen Finale erwischte es dann auch Tilo Mierisch selbst. „Erst beim Frühstück mit den Anderen konnte ich mich wieder einigermaßen beruhigen“, gibt er zu.

An das Finale am Sonntag ging die Tanzgruppe dann wie an jeden anderen Wettkampf heran. Man schminkte sich im Hotel, um dem Trubel in der Halle aus dem Weg zu gehen. Ein festgelegter Zeitplan sorgte für pünktliches Erscheinen, damit auch die Mitstreiter auf der Bühne beobachtet werden konnten.

Titel war die große Überraschung

Mental gefasst und dennoch mit einem großen Schub Adrenalin eroberte Evolution 7 dann am Sonntagnachmittag die Glasgower Messehalle. „Der Auftritt war so gut wie perfekt. Das kriegt man nur bei einem von zehn oder 20 Wettbewerben hin“, berichtet Mierisch stolz. Das eigene gute Gefühl nach dem Auftritt bestätigte nicht nur die Konkurrenz anerkennend. Auch die Jury ehrte das Können der Deutschen schließlich mit dem Weltmeistertitel. „Ich konnte es nicht glauben, bis sie unseren Namen aufgerufen haben und wir auf die Bühne gerannt sind“, erinnert sich der 34-Jährige knapp eine Woche später. „Erst jetzt kommt es so richtig bei uns an.“ Bevor es nun für Evolution 7 in die 14-tägige Sommerpause geht, wollen die Tänzer heute noch mit Freunden und Familie den Sieg feiern. „Den Moment möchten wir gemeinsam genießen solange die Eindrücke noch frisch sind“, sagt der Weltmeister Mierisch.

Von Victoria Barnack

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