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Exemplarisch für Deutschland

Jüterboger Chronist stellt Buch vor Exemplarisch für Deutschland

Der Jüterboger Ortschronist Henrik Schulze hat sein neues Buch vorgelegt. Darin arbeitet er die Geschichte der Garnison Jüterbog von 1918 bis 1934 auf. Sie sei exemplarisch für die Situation in Deutschland damals, sagt er.

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Der Jüterboger Ortschronist Henrik Schulze in seinem Archiv im Online-Antiquariat „Jueterbook“.

Quelle: Kunze

Jüterbog. Das ehrgeizige Ziel, das sich Jüterbogs ehrenamtlicher Ortschronist Henrik Schulze und sein Verleger Erwin Meißler gesteckt hatten, ist erreicht. Rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest ist das militärhistorische Sachbuch „Jammerbock II“ erschienen und auf dem Markt.

„Jammerbock II“ beleuchtet die Epoche der Reichswehr in den Jahren von 1919 bis 1934, von der Gründung in den Wirren der Novemberrevolution bis zum Übergang in die Deutsche Wehrmacht. „Die Garnison Jüterbog kann aufgrund ihrer Bedeutung, ihrer Größe und Vielfalt als exemplarisch für ganz Deutschland, für die deutsche Militärgeschichte überhaupt gelten.“ Zu dieser Kernaussage kommt Schulze nach intensiven Recherchen, mit denen er vor 25 Jahren begann. Er studierte dabei Unterlagen im Bundesmilitär-Archiv Freiburg und im Bundesarchiv Koblenz. Eine wahre Fundgrube über die regionale Geschichte war für ihn das gut aufgestellte Stadtarchiv Jüterbog. „Da habe ich meistens zwei, drei Nachmittage in der Woche zugebracht und vor allem in alten Zeitungen geblättert“, erzählt Schulze. Das war für ihn äußerst interessant, vor allem, wenn er zwischen den Zeilen las und auch Annoncen unter die Lupe nahm. Denn längst nicht alles stand in den Blättern.

Viele Zeitzeugen hat er noch rechtzeitig besucht und befragt, sehr viele sind mittlerweile verstorben. Leute kramten in ihren privaten Fotoarchiven, zum Vorschein kamen äußerst interessante Dokumente. Nur deshalb konnte „Jammerbock II“ so reich bebildert werden. Denn das einbändige Gesamtwerk „Jammerbock“, erschienen im Jahr 2000, ist unbebildert. Die neuen Bände von „Jammerbock“ sind textlich nur abschnittsweise identisch mit diesem Buch. Schulze hatte nun die Gelegenheit, noch umfangreicher zu recherchieren.

Signierstunde am Donnerstag

Die ersten Exemplare von „Jammerbock II“ wurde am Mittwoch vom „Projekt und Verlag Dr. Erwin Meißler“ aus Berlin druckfrisch nach Jüterbog geliefert. Autor Henrik Schulze wird am Donnerstag zwischen 16 und 18 Uhr die ersten Kaufexemplare im „Bücherkontor“ in der Zinnaer Straße in Jüterbog signieren.

Am Sonnabend präsentiert es der Autor ab 17 Uhr im Fink-Saal vom Kulturquartier Mönchenkloster und zeigt dazu Dias.

Das Buch kostet 22,50 Euro. Ab nächster Woche ist es in einschlägigen Buchhandlungen sowie im Online-Antiquariat „Jüterbook“ von Henrik Schulze erhältlich. Die ISBN lautet 978-3-932566-75-2.

Weitere Informationen:
www.jueterbook.de

Dabei kam er auch zu der Schlussfolgerung, dass das, was nach dem Abzug der Sowjetarmee als Konversion bezeichnet wurde, nichts neues war. „Es war nach 1918 bereits die dritte Konversion“, sagt Schulze. Die erste Konversion habe es bereits nach Ende des Ersten Weltkrieges gegeben, als die Siegermächte dem unterlegenen Deutschland die militärischen Rahmenbedingungen vorgaben. Auch in Jüterbog und Umgebung standen in großem Umfang Immobilien leer. Sie wurden zu Unterkünften für vertriebene Deutschstämmige, vor allem aus dem Elsass und aus Lohringen. In diese Zeit fallen unter anderem auch die Auflösungen des Luftschiffhafens Niedergörsdorf und des Pionierübungsplatzes Markendorf sowie die massenhafte Vernichtung von Munition. Dabei kam es zu schweren Unfällen mit Toten und Schwerstverletzten.

In Jüterbog wurden unter dem Deckmantel sogenannter paramilitärischer Lager der Reserve-Bahnschutz sowie SA- und SS-Einheiten ausgebildet. Ebenso im Referendarlager „Hanns Kerll“, benannt nach dem damaligen preußischen Justizminister, alle künftigen Juristen des Dritten Reiches.

„Ich habe mittlerweile so viel interessantes und auch brisantes Material gesichtet, dass die geplante Trilogie „Jammerbock“ auf vier Bände erweitert werden muss“, sagte Schulze. Band drei mit der Zeit von 1935 ist bereits in Arbeit. Band vier schließlich befasst sich mit der Militärgeschichte von 1945 bis 2014.

Von H.-Dieter Kunze

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