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Exkursion zur Wiesenweihe

Bochow Exkursion zur Wiesenweihe

Unter Leitung von Nabu-Artenschutzreferent Helmut Brücher aus Rohrbeck ging es am Sonnabend auf eine Exkursion zur Wiesenweihe, einer selten gewordenen Greifvogelart, die in Feldern brütet. Ziel der Wanderung war, Jungtiere zu finden und zu beringen. Zwei Nachwuchsvögel wurden in entdeckt.

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Die Naturschützer beringen und verzeichnen den Nachwuchs der Wiesenweihe unter Beobachtung durch Wanderer.

Quelle: Helmut Brücher

Bochow. Die Population der geschützten Wiesenweihe im Fläming hat Zuwachs bekommen. Naturschützer konnten am Wochenende zwei Junge im Rahmen einer öffentlichen Vogelwanderung entdecken und beringen. Das ist die Bilanz, die Artenschutzreferent Helmut Brücher vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und seine ebenfalls ehrenamtlich tätige Mitstreiterin Carola Meysel vorstellen können. Sie leiteten die Wanderung, bei der viel Wissenswertes über diese selten gewordene Greifvogelart zu erfahren war.

Schwalbenalarm über Bochow

Treffpunkt war an der Bochower Kirche, über verschiedene Zwischenstopps ging es in Richtung Gelege, das Helmut Brücher zuvor sondiert hatte. Schon über dem Ort gab es das erste Naturschauspiel zu erleben. „Schwalbenalarm über Bochow“, sagte Brücher und zeigte gen Himmel. Ein Baumfalke, ebenfalls ein Raubvogel und sehr selten, war auf Jagd und hatte vermutlich eine Schwalbe im Sturzflug erbeutet. Der Rest des Schwarmes stob auseinander. Turmfalken, wie ihr Name schon sagt, nisten auf hohen Gebäuden. Auch auf dem Kirchturm von Bochow wird ein Paar vermutet.

Der erste Stopp war nahe am Sportplatz von Bochow. Helmut Brücher zeigte auf eine daneben liegende große Wiese. „Hier befand sich ebenfalls ein Gelege von einem Wiesenweihen-Pärchen. Das allerdings flüchtete und legte sich ein Ersatzgelege in einem Getreidefeld an. Der Grund: Die Agrargesellschaft hatte ganz in der Nähe eine Beregnungsanlage aufgebaut. Dazu gehört auch ein Betonfundament, aber vom Baulärm fühlten sich die Raubvögel verunsichert. „Das hatte niemand vorher geahnt und ist auch kein Vorwurf gegen die Landwirte. Denn mit ihnen haben wir Naturschützer in der Regel eine verständnisvolle und konstruktive Zusammenarbeit“, berichtete Helmut Brücher aus seiner Erfahrung im Ehrenamt.

Nistplatz im Getreidefeld

Schließlich war nach weiteren Zwischenstopps und erläuternden Schilderungen der Nistplatz der Wiesenweihen in einem Getreidefeld erreicht. Der Nabu-Mitarbeiter begab sich allerdings allein dorthin. Zwei Jungvögel saßen im Nest. Durch vorherige mehrfache Erkundungen stand fest, dass fünf Eier abgelegt und bebrütet wurden. Ein Ei blieb unbefruchtet, vier Küken schlüpften, aber nur zwei überlebten. Es sind ein männliches und ein weibliches Tier. Nach dem Überstreifen der Ringe über die Läufe wurden sie ins Nest zurückgesetzt.

Die beiden Elterntiere kreisten unmittelbar in der Luft darüber und beäugten das Geschehen argwöhnisch. Ein Erlebnis war es für die Naturfreunde auch, dabei eine Beuteübergabe in der Luft zu beobachten. Für die Nahrung, meistens Mäuse, sorgt während der Brutzeit und danach das männliche Tier. Im Flug übergibt es die Beute der Partnerin. Die bringt es zum Nest oder verschlingt es selbst.

Mit dieser Beringung hat Helmut Brücher etwa die Hälfte der Jungvögel aus diesem Brutjahr beringt. Insgesamt sind ihm 16 Brutstätten der Wiesenweihe in seinem Wirkungskreis bekannt.

Von H.-Dieter Kunze

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