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Exponate ziehen um

Rangsdorfer Bücker- und Eissegelmuseum werden eingemottet Exponate ziehen um

Nach 15 Jahren muss Rangsdorf künftig ohne Museum auskommen. Am Dienstag wurden die Exponate des Bücker- und des Eissegelmuseums in Umzugs-Lkw verladen. Ob und wann die Ausstellungen wieder zu sehen sind, ist derzeit noch völlig unklar. Dafür werden in den ehemaligen Räumen schon ab er kommenden Woche die Bauarbeiter anrücken.

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Knut Hentzschel und Michael Lenort verstauen die Bücker-Ausstellung in Kisten.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Seit Dienstag sind das Bücker- und das Eissegelmuseum in Rangsdorf Geschichte. Am frühen Morgen begannen die Mitarbeiter des Umzugsunternehmens, die Exponate einzuladen. Wochenlang haben die Mitglieder des Bücker-Vereins und zahlreiche Helfer die rund 600 Exponate der Bücker-Ausstellung erfasst, verpackt und zum Abtransport bereitgestellt. „Es ist schon traurig“, sagt Knut Hentzschel, der zweite Vorsitzende des Vereins. Dennoch sei er voller Hoffnung. „Ich bin sicher, dass wir die Ausstellung bald wieder zeigen können“, sagt er. Sowohl von der Gemeinde als auch aus der Bevölkerung habe er in den vergangenen Wochen viel Rückhalt gespürt. Während des Abbaus der Ausstellung, hätten immer wieder Besucher angeklopft, die noch einmal einen Blick auf die Flugzeugmodelle werfen wollten, die einst in Rangsdorf gebaut wurden und den Ort mit seinem Flugzeugwerk deutschlandweit bekannt machten.

15 Jahre lang widmeten sich die Mitglieder des Bücker-Vereins der zu DDR-Zeiten fast vergessenen Geschichte. Michael Lenort hat viele Wochenenden damit verbracht, den Gästen, die sich oft zufällig ins Museum verirrten, von der spannenden Geschichte der Rangsdorfer Luftfahrt zu erzählen. Von Beate Uhse, die in Rangsdorf junge Piloten ausbildete, von Heinz Rühmann, der sein Privatflugzeug „Motte“ auf dem Flugplatz stationiert hatte und von Graf von Stauffenberg, der sich in Rangsdorf auf den Weg machte, Adolf Hitler zu töten. Er erinnert sich an viele Zeitzeugen, die als Piloten oder Monteure im Bücker-Werk tätig waren. Einige waren im Alter von mehr als 100 Jahren regelmäßig zu Gast, um die Geschichten von den legendären Flugzeugen zu erzählen. „Die Fliegerei hat jung gehalten“, sagt Michael Lenort, während er den Umzugshelfern erklärt, was wohin verladen werden soll. „Es war schon manchmal hart. Als wir am 20. Dezember das letzte Mal die Tür zugeschlossen haben, war das ein merkwürdiges Gefühl“, sagt Lenort, der von Anfang an das Museum mitbetreut hat. Mittlerweile habe er sich mit der Situation abgefunden. Der Verein müsse jetzt erst einmal zur Ruhe kommen, dann soll es aber weitergehen. In den Räumen des Rangsdorfer Verlags „Natur und Text“ haben sie ihr Büro eingerichtet. Von Freitag an wird im Rathausfoyer eine kleine Auswahl der Exponate gezeigt. „Das ist gut“, sagt Michael Lenort, „dann sehen die Abgeordneten immer, dass sie was tun müssen.“ Auch Stephan Rothen ist zuversichtlich, seine Eissegel-Ausstellung eines Tages wieder zeigen zu können. In den vergangenen Wochen hat der Hobby-Historiker immer neue Exponate bekommen. Rothen sagt, er kenne sich wie kein Anderer in der Geschichte des Eissegelsports aus, die in den 1930er Jahren in Rangsdorf boomte. Der flache See fror schnell zu, so dass die Eissegler nach nur wenigen Frosttagen mit bis zu 90 Kilometern in der Stunde über die gefrorene Oberfläche jagen konnten. Rothen glaubt, dass es eines Tages weitergeht. „Das sind die Geschichten, die die Leute hören wollen und ich habe viel zu erzählen.“

Von Christian Zielke

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