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Teltow-Fläming Fachkräftemangel in der Region
Lokales Teltow-Fläming Fachkräftemangel in der Region
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18:06 31.05.2018
Schüler lernten beim Tag der Logistik im Güterverkehrszentrum Großbeeren den Alltag in der Logistikbranche und die Aufgaben der Mitarbeiter kennen Quelle: Gerald Bornschein
Jüterbog

Fachlich geschulte Arbeitnehmer werden immer mehr zu Mangelware. Nicht nur deutschlandweit, auch in der Region. Trotz guter Konjunktur und sinkender Arbeitslosenzahlen in den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald fürchten regionale Betriebe und Unternehmen um ihre personelle Zukunft.

„Arbeitskräftenachfrage konstant sehr hoch“

Laut der Bundesagentur für Arbeit sei „die Arbeitskräftenachfrage konstant auf einem sehr hohen Niveau“. Betrieben gelingt es oftmals nicht, Stellen zeitnah zu besetzen. Insbesondere der Handwerks- und Industriemarkt, der Handel und das Gesundheits- und Sozialwesen seien betroffen. Auch der in der Region stark vertretene Logistikbereich hat mit den Folgen davon zu kämpfen, dass es an qualifizierten Arbeitskräften fehlt.

„Dem immer größeren Zuwachs an Arbeitsstellen stehen immer weniger Fachkräfte gegenüber“, sagt Marko Naue, Leiter der Arbeitsagentur Luckenwalde. Er weiß um die Probleme vor Ort: „Es herrscht momentan eine sehr komfortable Situation für den Arbeitnehmer, ein fachlich Ausgebildeter kann sich sozusagen seinen Arbeitsplatz aussuchen.“

Stellenvermittlung oft schwierig

Leider stünden der erfolgreichen Arbeitsvermittlung oft jedoch schlechte Schulabschlüsse, fehlende Motivation, zu hohe Erwartungen und schließlich der demografisch bedingte Nachwuchsmangel im Weg. Bei Langzeitarbeitlosen sei die Stellenvermittlung besonders schwierig. „Wir kümmern uns trotzdem um jeden, solange er nur arbeiten will“, versichert Naue.

Auch in Sachen Ausbildungsplätze sieht es nicht gut aus. Beispielsweise im Landkreis Teltow-Fläming gibt es aktuell 1093 Ausbildungsstellen, knapp 60 Prozent sind davon noch unbesetzt. Demgegenüber gingen jedoch gerade einmal 980 Bewerbermeldungen ein. Demnach kommen 1,29 freie Stellen auf jeden Bewerber ohne Ausbildungsplatz. Fachkräfte müssen zunehmend aus dem Ausland abgeworben werden.

Unternehmen locken Arbeitnehmer

Auf diesen Trend reagieren viele Unternehmen mit besonderen Angeboten für die Arbeitnehmer. Flexible Arbeitszeiten, unbefristete Verträge mit höherem Gehalt, Zusatzvergünstigungen sowie eine firmeninterne Sport- und Freizeitgestaltung sollen künftige Bewerber überzeugen.

Jan Zimmermann, der Personalleiter des jungen Baruther Logistikunternehmens Allcox, sieht die Zukunft der Firma in ihrer Mitarbeiterschaft. „Wir arbeiten mit vielen hochtechnischen Geräten und erwarten von den Kollegen kompetente Arbeit. Dafür bieten wir einen sicheren und attraktiven Arbeitsplatz mit unzähligen Sonderleistungen. Wir organisieren beispielsweise Deutschkurse für ausländisches Personal, helfen bei der Wohnungssuche und haben für jeden stets ein offenes Ohr bei Problemen und Wünschen.“ Projektleiter Michael Wilke stimmt dem zu: „Als Unternehmen haben wir dem Personal gegenüber eine Verantwortung.“ Die Angst vor dem Fachkräftemangel bliebe jedoch immer bestehen. Auch das Transport-Großunternehmen „Rieck“ aus der Logistik-Hochburg Großbeeren weiß: „Ohne unsere Mitarbeiter geht nichts.“ Deswegen bildet der expandierende Familienbetrieb bereits seit 2013 seinen eigenen Nachwuchs unter anderem im Dualen Studium aus.

Vielfältige Förderungsmaßnahmen

Eine gezielte Nachwuchsförderung sowie die Sicherung und Neugewinnung von Fachkräften durch Ausbildungsmessen, Arbeitgeberwettbewerbe und unzählige Berufsorientierungsprojekte sind auch das Hauptanliegen der „Wirtschaftsförderung Dahme-Spreewald“. Die Region sei laut deren Geschäftsführer Gerhard Janßen „eine der wachstumsstärksten Wirtschaftsregionen“, daher „wird sich der Wettbewerb um gute Köpfe in den nächsten Jahren noch verstärken“. Aus diesem Grund schufen die Wirtschaftsförderer die sogenannte Fachkräfteinitiative LDS, welche Unternehmen und potenzielle Arbeitnehmer intensiver vernetzen soll.

Als weitere Möglichkeit der Joborientierung wird alle zwei Jahre die „Lange Nacht der Wirtschaft“ angeboten, bei der Arbeitssuchende einen Blick hinter die Kulissen ausgesuchter regionaler Unternehmen werfen. Die nächste Veranstaltung wird voraussichtlich im Juni 2019 stattfinden.

Von Katja Schubert

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