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Teltow-Fläming Fährt die U7 bald bis Schönefeld?
Lokales Teltow-Fläming Fährt die U7 bald bis Schönefeld?
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00:18 10.07.2017
Kann viele Passagiere transportieren, ist aber im Bau teuer und langwierig: die U-Bahn. Quelle: dpa
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Schönefeld

In Spandau in die U-Bahn steigen, in einem Rutsch nach Schönefeld fahren und den Rollkoffer zum Flieger schieben: Diesen Traum träumte man in Berlin schon seit den frühen Neunzigerjahren. Aber bislang kam es nicht zu einer Verlängerung der U-Bahn-Linie 7.

Doch jetzt stehen die Chancen offenbar so gut wie lange nicht. Denn im Berliner Senat spürt man den Druck das bevorstehenden Volksentscheids zur Offenhaltung von Tegel und will dem offenbar etwas entgegensetzen. Derzeit gehe das Gefühl durch die Stadt, Tegel sei von überall her in fünf Minuten zu Fuß zu erreichbar, während der BER ganz weit draußen verortet wird, ließ sich die Senatssprecherin Claudia Sünder zitieren. Und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) bestätigte, dass derzeit der Weiterbau nach Schönefeld zumindest geprüft werde – um das Gefühl einer guten Anbindung auch für den BER zu ermöglichen.

In Dahme-Spreewald rennen die Berliner damit offene Türen ein. „Ich finde es toll, was Müller da macht. Er hatte es vor der Wahl versprochen und es wäre für uns und den Flughafen ein Riesengewinn. Wir sind schon immer dafür, dass die U7 verlängert wird“, sagt etwa Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos). Auch Stephan Loge (SPD), Landrat von Dahme-Spreewald, bezeichnete den Vorstoß der Berliner SPD als „begrüßenswert und notwendig“.

Profitieren könnten von einer solchen U-Bahn nicht nur die rund 15 000 Pendler, die schon jetzt täglich von und nach Schönefeld fahren, sondern auch die bis zu 100 000 Fluggäste, die täglich am BER starten und landen sollen. Dass diese Menschenmengen über die Straße und die bisher vorhandenen Nahverkehrsanbindungen abgewickelt werden können, glaubt in der Region ohnehin kaum jemand. „Um die Passagiere einer U-Bahn aufzunehmen, braucht man zehn Busse“, rechnet Udo Haase vor. „Wenn man das künftig von Rudow aus im Fünfminutentakt machen will, gibt es ein Verkehrschaos vom Feinsten.“

Allerdings steht die Debatte in Berlin noch ganz am Anfang. Laut Müller soll in den kommenden Wochen eine Senatsvorlage erarbeitet werden, in der erst einmal die Möglichkeit einer solchen Verlängerung geprüft wird. Dann müssten zahlreiche grundsätzliche Fragen und noch mehr technische Details geklärt werden. Zu allererst: Bis wohin soll die Bahn überhaupt führen?

Im Berliner Flächennutzungsplan wird die Trasse bis zur Stadtgrenze frei gehalten und auch auf Schönefelder Seite hat man sie nicht beplant, möglich wäre theoretisch eine Linie bis zum BER. Aber am BER selbst wurde kein U-Bahn-Anschluss vorgesehen. Realistisch wäre aus Udo Haases Sicht eine Verlängerung mit drei Haltepunkten bis zum S-Bahnhof Schönefeld. „Wer zu den Billigfliegern will, kann von dort aus zu Fuß durch den Glasgang gehen. Wer zum Terminal des BER will, fährt zwei Stationen mit der S-Bahn“, sagt er.

Geklärt werden müsste auch, ob die Bahn unter- oder oberirdisch verläuft, wie hoch die Kosten für die zehn Kilometer lange Strecke wären und wer sie trägt. Niedrige Schätzungen gehen von 200 bis 250 Millionen Euro aus, Berliner Verkehrsexperten haben aber auch schon 700 Millionen Euro veranschlagt. Diese Kosten müssten wohl zwischen Berlin und Brandenburg aufgeteilt werden. Üblicherweise fördert der Bund den U-Bahn-Bau, trotzdem bliebe noch ein beträchtlichter Teil übrig.

Die Gemeinde Schönefeld hat bereits zwei Bahnhöfe in Eigenregie gebaut. Dass sich die Gemeinde auch an der U-Bahn finanziell beteilige, sei durchaus vorstellbar, sagt Udo Haase. „Aber ganz können wir das natürlich nicht stemmen.“ Laut RBB-Informationen hatte man in Berlin vorgeschlagen, dass Dahme-Spreewald den Brandenburger Teil übernimmt. Landrat Stephan Loge wehrte aber sofort ab. „Das können wir nicht und es ist auch nicht unsere Aufgabe. Für den schienengebundenen Nahverkehr ist das Land zuständig“, sagt er.

Von dort heißt es: „Grundsätzlich ist das Land Brandenburg natürlich jederzeit bereit, mit dem Land Berlin über Möglichkeiten zu sprechen, die Erreichbarkeit des BER weiter zu verbessern.“ Bisher habe es aber noch keine Anfrage des Landes Berlin hierzu gegeben.

Aber selbst wenn es in Planungs- und Finanzierungsfragen zu einer raschen Einigung kommen sollte, bleibt die U-Bahn ein langfristiges Projekt. In Berlin wird seit 2010 an der Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor gearbeitet. Mit einer Inbetriebnahme ist nicht vor 2020 zu rechnen.

Trotzdem ist Udo Haase derzeit guter Dinge, zumal er Unterstützung von den Bezirksbürgermeistern von Neukölln und Köpenick bekommt. Mit beiden sollen in der nächsten Woche Gespräche geführt werden, bei denen auch Planer und Stephan Loge anwesend sein werden.

Von Oliver Fischer

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