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Falken bangen um halbe Stelle

Luckenwalde Falken bangen um halbe Stelle

Die Förderung des Kreises für die halbe Sozialarbeiterstelle im Jugendklub „Klab“ in Luckenwalde läuft aus. Die Falken als Träger dringen auf eine Verlängerung. Die Stadt weigert sich aber, die Finanzierung zu übernehmen. Inzwischen ist aber eine Lösung in Sicht, weil der Kreis von sich aus sechs zusätzliche halbe Sozialarbeiterstellen finanzieren will.

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Tag der offenen Tür im „Klab“.

Quelle: privat

Luckenwalde. Seit Beginn des Flüchtlingszustroms haben sich die Betreiber des Luckenwalder Jugendklubs „Klab“ um die Betreuung von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien gekümmert. Zur Erfüllung dieser zusätzlichen Aufgabe wurde ihnen eine halbe Erzieherstelle vom Landkreis Teltow-Fläming finanziert. Der bekam dieses Geld erstmals für 2015 aus Bundesmitteln, die dafür gedacht waren, den unvorhergesehenen Bedarf für Integrationsmaßnahmen abzudecken. 2016 wurde die Förderung und somit auch die halbe Stelle im Klab verlängert. Doch die läuft nun zum Jahresende aus.

Unterstützung von Landtagsabgeordneten Stohn

Schon vorsorglich hatten die „Falken“ als Betreiber des „Klab“ versucht, für eine weitere Verlängerung zu sorgen und erhielten politische Unterstützung vom SPD-Landtagsabgeordneten Erik Stohn. Die vom Kreis ins Spiel gebrachte Möglichkeit, dass die Stadt Luckenwalde die Stelle künftig finanzieren könne, stieß dort auf Unverständnis. „Dazu sind wir nicht in der Lage“, betonte Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD), „weil wir mit der Kofinanzierung der übrigen Jugendsozialarbeiterstellen in der Stadt schon das Machbare leisten“. Auch das Kreis-Jugendamt biss bei der Stadt auf Granit, als es vorschlug, eine Viertelstelle beim städtischen Jugendzentrum „Go7“ und eine Viertelstelle in der Mobilen Jugendarbeit (Streetwork) zugunsten der halben Stelle im Klab zu kürzen.

Erik Stohn (SPD)

Erik Stohn (SPD)

Quelle: MAZ

Diese Einrichtungen, so die Bürgermeisterin, widmeten sich neben ihrem gewohnten Klientel ebenso den jungen Flüchtlingen, die auch dort in großer Zahl erschienen, was eine Personalkürzung keinesfalls rechtfertige. In diesem Zusammenhang verweist Elisabeth Herzog-von der Heide die Verantwortung des Landkreises als örtlichem Träger der Jugendhilfe. Es könne nicht sein, so die Bürgermeisterin, die dauerhafte Erfüllung des vom Jugendamt festgestellten Bedarfs der Kommune zuzuschieben.

Dass hier der Landkreis in der Pflicht stehe, betonte auch die Kreistagsabgeordnete Maria von Schrötter (SPD) bei der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Mittwochabend. „Wir reden hier nicht über freiwillige Aufgaben des Kreises, sondern über dessen Pflichtaufgaben“, so von Schrötter. Auf dieser Sitzung trat auch Jane Baneth, Landesgeschäftsführerin der Falken, auf und erläuterte aus ihrer Sicht die Dringlichkeit des Erhalts der Stelle im „Klab“.

Jugendhilfeausschuss macht Hoffnung

Seit diesem Abend sind die Chancen durchaus gestiegen, dass die Falken ihre halbe Stelle behalten. Denn der Jugendhilfeausschuss beschloss einstimmig eine Änderung der Richtlinie zur Förderung der Jugendarbeit, wonach unter anderem drei zusätzliche Vollzeitstellen für Sozialarbeiter im Kreis geschaffen werden sollen. Diese sollen auf sechs halbe Stellen aufgeteilt und in denjenigen Gemeinden eingesetzt werden, in denen sich junge Geflüchtete und deren Familien konzentrieren, sei es nach Erhalt eines Aufenthaltsrechts in eigenen Wohnungen oder weiterhin in Übergangswohnheimen.

In Frage kommen demnach die Orte Blankenfelde-Mahlow, Ludwigsfelde und Luckenwalde sowie Rangsdorf, Trebbin und Jüterbog. Die Falken werden sich jedenfalls um die halbe Stelle in Luckenwalde bewerben. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich jetzt auch andere Träger darum bemühen.

Von Hartmut F. Reck

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