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Familienbetrieb stellt seit 70 Jahren Grabsteine auf

Mahlow Familienbetrieb stellt seit 70 Jahren Grabsteine auf

Seit 1947 existiert die Steinmetzfirma Glas in Mahlow, und genauso lange stellt sie schon Grabsteine auf. Die Arbeit ist mittlerweile leichter geworden als damals, dank technischer Hilfsmittel wie Kränen und Lastwagen.

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Winfried Glas mit Frau Rita und den Söhnen Ronny, der den Betrieb übernommen hat, und René (v.l.)
 

Quelle: von Fournier

Mahlow.  Vor zehn Jahren hat Ronny Glas die Steinmetz-Firma von seinem Vater übernommen, einen kleinen Familienbetrieb in Mahlow. Schon der Vorbeifahrende sieht an der Ausstellung vor dem kleinen Büro- und Werkstattgebäude, dass hier vornehmlich mit Grabsteinen gearbeitet wird. Doch auch Treppen, Fensterbänke und Tische gibt es. Das Unternehmen liefert in die gesamte Region und nach Berlin. In diesen Tagen feiert es sein 70-jähriges Bestehen.

Gegründet von Herbert Amhof

Im August 1947 gründete es Herbert Amhof. Er bot den Kunden bis 1963 Grabsteine und Leistungen rund um deren Gestaltung, Beschriftung und Aufstellung. Nach seinem plötzlichen Tod 1963 führte Tochter Helga Dörrie das Geschäft zwei Jahre weiter, bevor es Herbert Sagert für die nächsten 14 Jahre übernahm. Sein Meisterbrief hängt noch an der Wand in dem winzigen Raum, der dem Empfang und kleinen Büroarbeiten dient. Daneben befinden sich die Meisterurkunden von Winfried Glas, der sich im April 1965 mit dem Geschäft selbständig machte, nachdem er in Berlin in einer PGH gearbeitet und eine Filiale geleitet hatte. Und die dessen Sohn Ronny, der Steinmetz- und Steinbildhauermeister ist.

Grabsteine sind ein Saisongeschäft

Man könnte denken, dass eine Firma dieser Art problemlos läuft, getreu dem Motto „Gestorben wird immer“. Doch Winfried Glas gibt zu bedenken, dass dieses Handwerk ein Saisongeschäft ist. Immer wieder kommen im Winter Kunden, ringen die Hände und wollen unverzüglich einen Grabstein haben. „Fundamente legen und Aufstellen können wir erst, wenn es frostfrei ist“, so der Senior (73). Doch Arbeit gibt es das ganze Jahr. Einen Mitarbeiter beschäftigt Ronny Glas. Außerdem helfen die Eltern, „aus guter Gewohnheit“, gelegentlich auch Ronnys Bruder René, ebenfalls Steinmetz.

Körperlicher Einsatz ist geringer als früher

Die Arbeit hat sich im Vergleich zur Gründungszeit gewandelt: „Vor allem der körperliche Einsatz ist geringer“, sagt Ronny Glas. Früher fing die „Wuchterei“ an, wenn die schweren Steinblöcke vom Auto heruntergeholt werden mussten. Kr Nur Winden, Flaschenzug oder geneigte Ebene halfen. Winfried Glas hob ihn schon mittels Kran und Hand-Kettenzug, den er „mit Beziehungen“ vor der Wende organisieren konnte. Lkw mit Ladekran, Sandstrahlen mit Druckluft und andere nützliche Bearbeitungsgeräte sowie Abluftanlage wurden nach 1989 angeschafft.

Beschriftet wird manuell

Vater Glas schwört aber beim Beschriften noch auf die exakte, manuelle Arbeit. „Das macht ihm auch Spaß“, schmunzelt Ehefrau Rita, „Hüterin des Büros“. Von Anfang war sie dabei, hat dafür ihren Job als Teilekonstrukteur im Berliner TRO aufgegeben. Was sich radikal geändert hat, ist die Sache mit dem Schriftgold. Da lächeln Junior und Senior: Zu DDR-Zeiten mussten Angehörige Gold und Anlege-Öl aus dem Westen beschaffen. Heute bietet Ronny Glas 24 Karat Gold und umweltverträgliches Anlegeöl aus Frankreich. Was die Steinmetzwerkstatt auch nicht mehr stemmen muss sind „Konsumgüter“ in diktierten Mengen: Winfried Glas goss einst Pflanztöpfe aus Kunststein, bearbeitete und verkaufte sie.

Lieblingsstein: Quarzit aus dem Odenwald

 Nach der Wende erfüllte sich ein großer Wunsch für ihn: Er schätzt den Quarzit, der im Odenwald abgebaut wird. Nachdem er einmal dort war und Steine fürs Geschäft aussuchte, verbindet er nun regelmäßig mit seiner Frau diese Reise mit einem längeren Urlaub. Viele Quarz-Grabmale kann Ronny Glas deshalb ständig anbieten.

Von Andrea von Fournier

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