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Farbe erleben im Alter

Jüterbog Farbe erleben im Alter

Quietschbunte Kinderzimmer, farbige Erlebnisbereiche in der Kita, Harmonie im trauten Wohnzimmer – dass Farbe wichtig ist, weiß jeder. Dass das auch für Ältere, Menschen mit Sehbehinderung und Demenzerkrankte gilt, haben Planer noch zu selten im Blick.

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Was der Verlust an Sehschärfe in konkreten Alltagssituationen bedeutet, verrät der Blick durch die Simulationsbrille.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Der Einsatz von Farben spielt bei der Wohnqualität eine große Rolle. Dass dies nicht nur bei der Konzeption von Kitas, Wohnungen und Arbeitsplätzen gilt, war Thema eines Vortrages, zu dem das „Netzwerk Gesundheitsdienstleister barrierefreies Bauen Teltow-Fläming“ vor wenigen Tagen auf den Lehrbauhof der Kreishandwerkerschaft einlud.

Bauherren und Planern die Augen öffnen

„Barrierefreies Bauen ist mehr, als nur auf Stufen und breite Türöffnungen zu achten“, sagt Wolfgang Slowinski. Er arbeitet für Brillux, wo seit langem mit Forschungsinstituten, Hochschulen und Pflegeeinrichtungen an Farbkonzepten für senioren- und behindertengerechtes Bauen geforscht wird. Der daraus entwickelte Vortrag „Farbe erleben im Alter – Gestalten für eine wachsende Altersgruppe“ soll Bauherren und Architekten die Augen öffnen, welche Rolle Farbkonzepte und -leitpläne besitzen.

Der Mehraufwand hält sich in Grenzen

„Der Mehraufwand“, so Slowinski, „hält sich in Grenzen, aber es wird zu wenig gefragt und zu oft einfach irgendwas gemacht.“ Obwohl es seit mehreren Jahren bereits eine DIN für Farbgestaltung gebe, werde diese von Planern nur selten umgesetzt, weil sie die Notwendigkeit nicht im Blick hätten. „Mit unserem Vortrag wollen wir mithelfen, dass sich das möglichst bald ändert.“

Anhand zahlreicher Beispiele demonstrierte Wolfgang Slowinski, wie sich nachlassendes Sehvermögen und Demenz auswirken. Das Zusammenspiel von harmonischen Farbkontrasten hebe in diesem Zusammenhang nicht nur das subjektive Wohlgefühl, sondern erleichtere auch die Orientierung, erläuterte der Experte.

Farbkonzepte bringen ein Plus an Selbstbestimmung

Mit farbigen Wandanstrichen, Tapeten, Möbeln und Bodenbelägen lassen sich Wohn- und Funktionsbereiche voneinander abgrenzen, Gefahrenquellen wie Treppenhäuser und Stufen entschärfen und Wiedererkennungsmerkmale schaffen, was vor allem für an Demenz erkrankte Menschen wieder ein Stück mehr an Selbstbestimmung bedeutet. Welche Materialien sich besonders gut für diese Verwendung eignen und wie sie verarbeitet werden, zeigte Slowinski im anschließenden Praxisteil.

Ansprechpartner finden Bauherren unter www.barrierefreies-bauen-teltow-flaeming.de

Von Uwe Klemens

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