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Farbige Glasfenster am Fahrstuhl

Kunst in Zossen Farbige Glasfenster am Fahrstuhl

Kunstwerke aus dem früheren Trauzimmer im Rathaus in Zossen sind am Fahrwerkhaus Kirchplatz 7 wiederverwendet worden. Mehrere großformatige, farbenfrohe Glasfenster zieren den modernen, bislang funktional-schmucklosen Fahrstuhl am Haus.

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Die farbigen Fenster am Aufzug.

Quelle: Gudrun Ott

Zossen. Das denkmalgeschützte Fachwerkhaus Kirchplatz 7 in Zossen wartet jetzt neben den Bildern im Galerie-Café noch mit Kunst an ganz anderer Stelle auf: Den modernen, bislang funktional-schmucklosen Fahrstuhl auf der Rückseite zieren nun mehrere großformatige, farbenfrohe Glasfenster. Sie waren bis zum Jahr 2012 Teil des alten Zossener Trauzimmers im Rathaus und wurden im Zuge der Modernisierung ausgebaut und fachgerecht eingelagert.

Stadt-Pressesprecher Fred Hasselmann hat die Rangsdorfer Künstlerin Ursula Stieff, die die vier farbigen Kunstwerke einst entwarf, aufgesucht. Die alte Dame erinnerte sich noch daran, dass es sich um ein Auftragswerk des früheren Bürgermeister Horst Zinnert gehandelt hat, berichtete Hasselmann jetzt. Dargestellt sind vier Etappen im Leben eines Paares. Das erste Fenster symbolisiert die Jugend, die Phase des Sich-Kennenlernens von Mann und Frau, das zweite zeigt die Phase des Erwachsenwerdens und der Heirat, das dritte die Zeit, in der das Paar Kinder bekommt, um schließlich im letzten Fenster zu Großeltern mit Enkelkind zu werden.

Eine Schulzendorfer Kunstglaserei namens Krüger setzte die Entwürfe damals um. Das für die Einfassung erforderliche Blei habe man wohl vom Schrotthandel besorgt, so die heute 89-jährige Künstlerin. Sie ist eine Absolventin der Berliner Meisterschule für Grafik und Buchgewerbe und hat im Laufe ihres Lebens nicht nur diese Fenster geschaffen. Sie entwarf für den Tierpark Berlin-Friedrichsfelde Plakate mit Tieren, auch ein „belehrendes Quartettspiel“ wie es damals hieß, für Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahre. Gemalt in Aquarell zeigt jede Karte ein anderes Tier. Zu ihren Arbeiten gehören aber auch kleine Reliefs aus Meißner Porzellan mit Elefantenköpfen sowie diverse Exlibris-Arbeiten. Dass ihre farbigen Glasfenster in Zossen nun wieder für die Öffentlichkeit sichtbar sind, freut Ursula Stief sehr, und auch der ungewöhnliche Ausstellungsort am Fahrstuhl hat sie überzeugt.

Nach der offiziellen Einweihung des altehrwürdigen Fachwerkhauses am Kirchplatz im März und der Wiedereröffnung des Schulmuseums, wird am Montag um 11.30 Uhr auch das Galerie-Café seine Arbeit aufnehmen. An fünf Tagen in der Woche, von Sonntag bis Donnerstag, hat es geöffnetz. In der Ausstellung im Galerie-Café sind derzeit großformatige Fotoarbeiten von Stadtsprecher Fred Hasselmann selbst und Aquarelle von Hans-Joachim Schulze zu sehen. Beide Künstler blicken mit ungewöhnlichen Blicken auf ihre Stadt.

Von Gudrun Ott

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