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Fatima ist die erste Flüchtlings-Bufdi im Kreis

Geflüchtete betreut Kinder Fatima ist die erste Flüchtlings-Bufdi im Kreis

Länger als ein halbes Jahr haben sich „Die Falken“ als Träger des Jugendklubs Klab in Luckenwalde darum bemüht, für die politisch Geflüchtete Fatima Manukyan eine Stelle im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes zu erhalten. Dies hat nach einigen Schwierigkeiten nun geklappt. Fatima kümmert sich in der Einrichtung hauptsächlich um Flüchtlingskinder.

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Fatima Manukyan (Mitte mit weißem T-Shirt) mit einigen Kindern und ihren Kolleginnen auf der Terrasse des Klab.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Fatima Manukyan steht am Herd des Jugendclubs „Klab“ in Luckenwalde. Sie bereitet eine armenische Spezialität vor: mit Hackfleisch gefüllte Karoffeln. Schweinefleisch? „Nein“, lächelt sie, „natürlich Rindfleisch, weil die meisten Kinder Muslime sind.“ Fatima Manukyan selber ist als Angehörige der armenischen Minderheit in Russland Christin und hat das Rezept den hiesigen Gegebenheiten etwas angepasst.

Hintergrund

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) hat ein Sonderprogramm mit Flüchtlingsbezug aufgelegt. Demnach können Flüchtlinge als so genannte „Bufdis“, also als Freiwillige, eingesetzt werden.


Die Einsatzbereiche dürfen nur im Zusammenhang mit der Flüchtlingsbetreuung stehen zum Beispiel in Flüchtlingseinrichtungen, Unterkünften, in Kitas, Schulen und bei der Erwachsenenbildung, im Sport, in der Kultur oder in der Jugendarbeit, als Übersetzer oder Integrationslotsen und in der Organisation und Koordination von Hilfsmaßnahmen.

Voraussetzung ist eine Beschäftigungserlaubnis. Begleitet werden die Bufdis durch Bildungsangebote.

Fatima Manukyan gilt als politischer Flüchtling. Gemeinsam mit ihrem Mann, den zwei Kindern und ihrem Bruder lebt die 29-Jährige seit nunmehr zwei Jahren in Luckenwalde. Ihre zehnjährige Tochter und ihr siebenjähriger Sohn besuchen regelmäßig den Klab. Hier kümmert man sich neben dem deutschen „Stammpublikum“ schwerpunktmäßig um die Flüchtlingskinder in der Stadt. Da hat Fatima Manukyan ihre Kinder oft begleitet und begonnen, den Sozialarbeiterinnen regelmäßig zu helfen. „Fatima war immer für uns da“, sagt Clubleiterin Lucia Andreatta, die sich über diese Unterstützung sehr gefreut hat.

Falken beantragten Stelle im Herbst

Als dann im vergangenen Herbst bekannt wurde, dass es auch einen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) für ausländische Geflüchtete geben soll, hing sich der Trägerverein des Klab, die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, gleich dahinter, für Fatima Manukyan eine solche Bufdi-Stelle zu beantragen.

„Wir wollen den Menschen, die hier aktiv sind, die Möglichkeit geben, sich ins Berufsleben einzufinden und als Teil der Gesellschaft wahrgenommen zu werden“, sagt Jane Baneth, Geschäftsführerin des Landesverbands der Falken.

Dabei mussten viele bürokratische Hürden überwunden werden. „Es war ein langer Kampf“, sagt Jane Baneth, „der über ein halbes Jahr lang ging.“ So wurde zuerst die Arbeitsgenehmigung abgelehnt, aber schließlich hat es dann doch geklappt.

Seit dem 23. Mai offiziell im Klab

Seit dem 23. Mai dieses Jahres arbeitet Fatima Manukyan nun auch offiziell im Klab und ist damit die erste Bufdi mit Flüchtlingsbezug nicht nur bei den Falken, sondern im gesamten Landkreis Teltow-Fläming und eine von 10 000 Menschen im ganzen Bundesgebiet, denen das Sonderprogramm die Möglichkeit eines solchen einjährigen Freiwilligendienstes gewähren kann.

Die Aufwandsentschädigung von 302 Euro, die Fatima Manukyan dafür bekommt, ist sehr bescheiden und wird noch geringer dadurch, dass ein Großteil dieses Geldes von ihren Sozialleistungen, auf die sie als Asylbewerberin Anspruch hat, abgezogen wird. „Am Ende bleiben etwa 90 Euro übrig“, weiß Jane Baneth, „das entspricht bei einem Achtstundentag etwa 50 Cent pro Stunde.“

Insofern handle es sich dabei schon um „ein sehr prekäres Beschäftigungsverhältnis“, ärgert sich die Falken-Funktionärin. „Da stehen wir eigentlich nicht dahinter, und wir haben auch lange darüber diskutiert, ob wir das überhaupt tun sollen“, sagt Jane Baneth. Aber letztendlich habe das Argument überwogen, dass Fatima Manukyan aufgrund ihrer eigenen Fluchterfahrungen einen besseren Zugang zu den Kindern habe und in ähnlichen Verhältnissen lebt wie sie.

Von Hartmut F. Reck

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