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Teltow-Fläming Feier in der Trebbiner Marienkirche
Lokales Teltow-Fläming Feier in der Trebbiner Marienkirche
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00:29 25.05.2015
Marienkirche Trebbin. Quelle: Margrit Hahn
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Trebbin

Das Luckenwalder Turmfest bekommt eine kleine Konkurrenz aus Trebbin. Dort wird in diesem Jahr ebenfalls ein Turmfest gefeiert – das Fest zum 260-jährigen Bestehen des Turms der Marienkirche. Dies nehmen die Gemeindemitglieder allen voran Edith Kruse zum Anlass, um auf ihre schöne Kirche, vor allem auf den Turm aufmerksam zu machen.

Edith Kruse bietet des Öfteren Kirchenführungen an. „Viele denken, dass Kirche und Turm zusammen gebaut wurden“, berichte sie, „doch dem ist nicht so.“ Das Kirchenschiff wurde im 13. oder 14. Jahrhundert erbaut. Der Turm kam erst bei einem Umbau des Gotteshauses in den Jahren 1754/55 hinzu.

In den folgenden Jahren gab es immer wieder Veränderungen. Aber im Großen und Ganzen blieb der Turm so, wie er heute ist. Vor vier Jahren nach Abschluss umfangreicher Sanierungsarbeiten standen Kirche und Turm schon einmal im Mittelpunkt. Der Turmkopf (die Tonne) aus Kupfer wurde im Mai 2011 in der Gravurwerkstatt restauriert und wenige Wochen später mit dem Kreuz wieder auf die Turmspitze gesetzt. Die Tonne hatte 40 Ein- beziehungsweise Durchschüsse aus Kriegszeiten und enthielt 44 Münzen aus den Jahren 1734, 1750, 1756, 1826 und 1827 sowie Scherben aus Ton, Papierreste und Metallstücke.

Edith Kruse ist die Hauptorganisatorin des Turmfestes Quelle: Margrit Hahn

Eine Zeitungsannonce aus dem Jahr 1874 ist der Beweis dafür, dass die alte Kirchturmuhr einst an den Meistbietenden versteigert wurde. Der Magistrat hatte damals alle Kaufinteressenten ins Rathaus eingeladen. Wer die Uhr gekauft hat, ist aus den Unterlagen nicht zu ersehen. Inzwischen schlägt eine neue Uhr.

Zum Erntedankfest im Oktober 1908 gab es in der Kirche erstmals elektrisches Licht. Über die Jahrhunderte gab es mehre Orgeln. Bartholomäus Krüger, geboren 1540 in Sperenberg, war im 16. Jahrhundert als Organist tätig.

Die Trebbiner wissen, dass der Turm bewohnt ist. Bis 2008 hat ein Schleier-Eulen Paar einige Jungtiere im Turm aufgezogen. Während der Bauarbeiter suchten andere Eulen-Paare dort Unterschlupf. Vor drei Jahren bezog ein Turmfalkenpaar sein Domizil und versorgte im Turm ständig seine Jungen. Von den Feierlichkeiten werden sich die Turmbewohner wohl nicht stören lassen.

Aus der Chronik

1754/55 Bau des Kirchturms.

1764 wurde der erste Knopf aufgesetzt, der als Tonne bezeichnet wurde.

1828 erhielt der Turm eine Wetterfahne aufgesetzt.

1874 wurde die erste Kirchturmuhr verkauft und eine neue eingebaut.

1965 läutete Hella Burkhard per Muskelkraft die Glocken um 12, 18 und Silvester um Mitternacht. Erst 1981 wurde ein Elektromotor eingebaut.

2010 bekam der Turm vier Uhren, bezahlt von der Stadt Trebbin.

2011 wurde ein vergoldetes Kreuz an die Turmspitze montiert.

Das Turmfest findet am 4. Juli um 14 Uhr statt. Mit dabei sind „Friedrich II. und der Müller von Sanssouci“ sowie der Trebbiner Kirchenchor. Der Kartenvorverkauf beginnt am 4. Juni im Gemeindebüro in der Berliner Straße, im Bürgerbüro des Rathauses sowie in der Buchhandlung „Auszeit“ in Trebbin.

„Ich freue mich schon sehr darauf, vor allem auf das Kulturprogramm“, sagt Edith Kruse. Sie hofft, dass durch die Feier auch ein wenig Geld in die Kasse kommt, denn es sind noch einige Dinge im Innern des Gotteshauses zu tun . Zwar gibt es immer wieder Spenden, doch diese reichen längst nicht aus. Zuletzt wurde das Innere der Kirche von 1976 bis 1978 mit den damaligen Mitteln und unter großer Einsatzbereitschaft der Trebbiner Bürger auf Vordermann gebracht.. Doch seitdem ist nichts mehr passiert. Das Mauerwerk hinter der Kanzel ist feucht.

Blick in die Marienkirche. Quelle: Margrit Hahn

Edith Kruse wünscht sich auch einen neuen Anstricht für die hellblauen Sitzbänke. Zum einen blättert die Farbe ab, zum anderen waren die Sitzbänke früher weiß. Daran erinnert sie sich noch genau. Die Entscheidung, welcher Anstrich in Frage kommt, trifft der Gemeindekirchenrat, wenn die Finanzierung absehbar ist.

Von Margrit Hahn

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