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Feiern trotz Naturschutz

Umweltamt prüft, ob Partys am Ziegeleiteich in Jüterbog erlaubt sind Feiern trotz Naturschutz

Das Brandenburger Umweltministerium will prüfen, ob am Ziegeleiteich in Jüterbog wieder gefeiert werden darf. Das hat die MAZ auf Nachfrage beim Ministerium herausgefunden. Lange waren Feiern erlaubt, dann wurde es wieder untersagt. Grund: Der Teich liegt in einem Naturschutzgebiet. Nun sollen Ausnahmeregelungen geprüft werden.

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Jüterbog. Hoffnung für feierfreudige Jüterboger: Vielleicht gibt es bald wieder Genehmigungen der Stadt Jüterbog, den Ziegeleiteich als Veranstaltungsgelände nutzen zu dürfen. Das stellte jetzt das brandenburgische Umweltministerium auf MAZ-Nachfrage in Aussicht. Das Gelände rund um den Ziegeleiteich ist zwar nach wie vor ein Naturschutzgebiet, was einen allgemeinen Partybetrieb nicht zulässt, aber das Ministerium prüft, ob nicht doch Ausnahmeregelungen möglich sind.
Die Stadtverwaltung Jüterbog hatte lange Jahre privaten Veranstaltern erlaubt, Konzerte auf der Wiese vor dem Teich zu veranstalten. Typischer Ablauf: Die Partygäste kamen per Auto, blieben zwei Nächte in Campingzelten am Teich, pflegten den Uferbereich und sorgten laut Aussage der Stadt nie für Probleme.
Im vergangenen Jahr prüfte jedoch die Naturschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming, ob die Stadt Feiern und Camping am Ziegeleiteich überhaupt genehmigen darf. Die Behörde ging damit einer Anwohnerbeschwerde nach. Das Naturschutzgesetz des Landes Brandenburg lasse zwar Tages- und Abendveranstaltungen zu, nicht jedoch das Übernachten und Campen in freier Natur, so das Ergebnis der Prüfung. „Das Zelten ist laut Naturschutzgesetz lediglich Rad- und Wegewanderern für die Dauer einer Nacht erlaubt“, stellte Daniel Jonelat vom Landkreis fest. „Aus Sicht des Natur- und Artenschutzes sind die bisherigen Veranstaltungen für uns nie ein Problem gewesen. Die Genehmigungen der Stadt waren jedoch, formal betrachtet, nie gestattet“, sagte er und bedauerte das Ergebnis. Er schlug daher vor, das gesamte Gelände umzuwidmen. „Wenn der Ziegeleiteich von der Stadt zum Veranstaltungsgebiet erklärt wird, könnten jederzeit Feiern stattfinden“, sagte er.
Bürgermeister Arne Raue versprach im Mai 2012, das zu ändern. Doch auch in diesem Jahr erhielten private Veranstalter keine Genehmigungen. „Die Stadt ist noch nicht tätig geworden. Eine Umwidmung wäre sehr aufwendig und wir könnten das weder personell noch finanziell stemmen“, sagte Arne Raue nun auf Nachfrage.
Laut Aussage von Matthias Zerbel vom Umweltministerium ist aber eine Ausnahme vom Naturschutzgesetz möglich. „Die Stadt und der Landkreis könnten Sondergenehmigungen unter bestimmten Auflagen im eigenen Ermessen erteilen“, sagt er. Zerbel will den Fall Ziegeleiteich nun genauer prüfen. „Ich denke, da finden wir eine Lösung, ohne das Gelände aufwendig umwidmen zu müssen“, sagte er.

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