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Feiern und schwimmen gegen den Lärm

MAZ-Umfrage in Blankenfelde-Mahlow Feiern und schwimmen gegen den Lärm

Egal ob Dresdner Bahn, Schwimmbad oder Straßenbau – die Vorstellungen der Menschen in Blankenfelde-Mahlow gehen zu wichtigen Themen stark auseinander. Das hat eine Umfrage unter mehr als 200 Einwohnern ergeben. Nur im Wunsch gemeinsam groß zu feiern sind sich fast alle einig.

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Die Gemeindeverwaltung in Blankenfelde-Mahlow

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde-Mahlow. Wenn es an etwas in Blankenfelde-Mahlow nicht mangelt, dann ist es der Lärm. Eingekesselt von breiten Straßenpisten, Eisenbahntrassen und der Einflugschneise des Flughafens sausen den Menschen im Ort die Dezibel um die Ohren.

Verkehrsgünstige Lagen sind immer Fluch und Segen zugleich. Da wird jede Möglichkeit, Lärm zu reduzieren, gern genutzt. Erst recht, wenn mit der Dresdner Bahn das nächste Großprojekt vor der Tür steht. Die MAZ hat mehrere Hundert Haushalte in Blankenfelde-Mahlow gefragt, wofür sich die Gemeinde beim Ausbau der Dresdner Bahn einsetzen soll. Von den mehr als 200 Antworten möchte fast die Hälfte, dass die Hochgeschwindigkeitsstrecke, auf der die Züge mit Tempo 200 fahren, tiefergelegt wird – in einen Tunnel oder Trog. So fordern es auch die Berlin-Lichtenrader, die nicht wollen, dass ihr Ort durch meterhohe Lärmschutzwände geteilt wird. Immerhin noch 23 Prozent der Befragten wünschen sich einen eigenen Regionalbahnhalt in Mahlow und damit eine direkte Verbindung zum Flughafen BER. Fast genauso viele möchten ein Tempolimit für die Züge. Ob die Bahn dabei mitspielt, bleibt abzuwarten, andererseits hat die Gemeinde bewiesen, dass man bei Verhandlungen mit der Deutschen Bahn hartnäckig sein muss und einen langen Atem braucht. Als es um die Bahnübergänge ging, die untertunnelt werden sollen, hatte die Bahn nach einem Jahr Bedenkzeit plötzlich Dinge möglich gemacht, die zuvor wie eine Utopie schienen. Auch die Bahn ist auf den guten Willen der Gemeinde angewiesen, durch die sie ihre Gleise legt.

39 Prozent der Befragten halten Schwimmbad für überflüssig

Wenn Blankenfelde-Mahlow schon den vielen Lärm ertragen muss, sollen die Leute zum Ausgleich etwas entspannen dürfen in einem Schwimmbad – so lautet das Argument vieler Befürworter dieses kostspieligen Wunsches. Einige gehen sogar so weit zu sagen, dass das Land Brandenburg einen Teil der Unterhaltskosten für ein Bad tragen soll – als Entschädigung für die Zumutungen des Flughafens. Dabei gehen die Meinungen sehr auseinander. 39 Prozent der befragten MAZ-Leser halten ein Schwimmbad in Blankenfelde-Mahlow für unnötig. 27 Prozent der Befragten wünschen ein Gesundheitsbad mit Sauna und Wellnessbereich, 18 Prozent ein Spaßbad mit Rutschen und Kinderbecken. Nur etwa jeder sechste wünscht sich ein wettkampffähiges Sportbad.

Mindestens genauso leidenschaftlich wie über Bahnstrecken und Schwimmbäder diskutieren die Blankenfelde-Mahlower über Straßen – vor allem dann, wenn diese erneuert werden sollen. Regelmäßig geraden Bürger, Politik und Verwaltung aneinander. Wie unterschiedlich die Stimmung ist, zeigen die Ergebnisse der Umfrage in deutlicher Undeutlichkeit. Eine knappe Mehrheit plädiert dafür, nur dort Straßen und Gehwege zu bauen, wo sie nötig sind. Ein Drittel möchte zunächst den Anwohnern überlassen, mitzuentscheiden, was vor deren Tür passiert. 30 Prozent sind die teilweise schlechten Straßen und Wege leid und wollen, dass schleunigst die Bagger anrollen. Gegner und Befürworter aktueller Straßenbauprojekte werden die Zahlen für sich interpretieren. Immerhin: nur ein Prozent fanden das Thema nicht wichtig.

Einwohner trauern dem City-Fest hinterher

Wenn es schon mit dem Schwimmbad schwierig ist, die Straßenbaudiskussion den letzen Nerv raubt und die Dresdner Bahn mal wieder zu spät kommt, hilft nur noch Geselligkeit. Das City-Fest in Mahlow war bis 2012 eine Attraktion für hunderte Menschen aus der Gemeinde und von außerhalb. Umso größer war die Enttäuschung, dass der City-Verein vor drei Jahren das Ende des immer größeren Straßenfestes in Mahlow verkündete. Wie die Antworten der MAZ-Leser zeigen, trauern immer noch 40 Prozent der Befragten dem Fest hinterher. Mit der Feier zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit kam im vergangenen Jahr noch einmal so etwas wie City-Fest-Stimmung auf, doch wie es weitergeht, ob an wechselnden Orten oder zu besonderen Anlässen, ist derzeit unklar. Neue Veranstaltungen wie „Mahlower Kultursommer“ „Gemeindesportfest“ oder Blankenfelde-Mahlow verzaubert“ können die Lücke, die das City-Fest hinterlassen hat, offenbar nicht füllen. Die Blankenfelde-Mahlower feiern eben gerne. Und das hat man sich in der einwohnerstärksten Gemeinde von Teltow-Fläming auch verdient.

Von Christian Zielke

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