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Feierstunde zur Deutschen Einheit

Jüterbog Feierstunde zur Deutschen Einheit

Partnerschaften zwischen Orten in Ost und West sind ein guter Weg, die vielgepriesene Deutsche Einheit zu untersetzen. In der Jüterboger Hedwigskirche wurde am Feiertag die Partnerschaft mit Waldbröl und Aßlar in vielen Strophen besungen.

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Roland Esch war nicht mit leeren Händen gekommen und überreichte Ex-Bürgermeister Bernd Rüdiger und Arne Raue (v.l.) die Aßlarer Fahne.

Jüterbog. Die Deutsche Einheit ist ein Glücksfall. Auf diese Kurzformel lässt sich bringen, was die Festredner in der Jüterboger Hedwigskirche am gestrigen Feiertag zu sagen hatten. Hätte es den Fall der Mauer und die Deutsche Wiedervereinigung nicht gegeben, wüsste man in Ost und West wohl noch heute nichts oder nur wenig voneinander. Weder im Hessischen Aßlar noch im Nordrhein-Westfälischen Waldbröl wäre der Name Jüterbog ein Begriff. Die friedliche Revolution vor 28 Jahren hat möglich gemacht, dass man sich kennt und achtet. Auf dieser Ebene bekommt der Tag der Deutschen Einheit ein Gesicht. Und deswegen wurde zusammen mit den Vertretern der beiden deutschen Partnerstädte und einer Abordnung aus der schweizerischen Partnergemeinde Neuheim der Wiedervereinigung gedacht.

„Es kann eigentlich gar nicht besser sein“, zeigte sich Waldbröls Bürgermeister Peter Koester (CDU) in seiner Festrede überzeugt. Der dreitägige Aufenthalt in Jüterbog mit seinen Gesprächen, Umarmungen und freundschaftlichen Gesten habe erneut gezeigt, wie wertvoll das Sich-Kennen ist. Wertschätzend miteinander umzugehen nannte Koester als eine der wichtigsten Zutaten, damit Partnerschaft gelingt. Zugleich mahnte der Waldbröler, nicht nachzulassen, dieses Glück immer wieder neu zu arbeiten. „Wir“, so Koester, „werden gebraucht“ wie auch Europa ein friedliches Deutschland brauche.

Mit einem eindeutigen „Jawoll“ beantwortete Aßlars Stadtoberhaupt Roland Esch (FWG) die von ihm selbst in den Raum gestellte Frage, ob Städtepartnerschaften heutzutage überhaupt Sinn machen. Sich mehr zuzuhören als dem anderen hineinzureden und dabei voneinander zu lernen, sieht Esch sowohl als Bedingung für Partnerschaft, als auch als deren größte Chance. Die Runden Tische, die er sich im Prozess der Wiedervereinigung gewünscht hätte, um die Erfahrungen beider Seiten gleichberechtigt einfließen zu lassen, können man im Zuge des gegenseitigen kommunalen Austausches Stück für Stück nacharbeiten. Obwohl es in einer Partnerschaft immer etwas zu verbessern gäbe, seien Partnerschaften wie diese ein gutes Beispiel für ganz Deutschland.

Das Gefühl der Verbundenheit nannte Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) als das wichtigste Ergebnis der Städtepartnerschaft. „Wir haben uns gefunden, wir haben gelernt, uns gerne zu haben, unsere Partnerschaft lebt vom kulturellen und menschlichen Miteinander“, so Raue, der seine Rede mit Anmerkungen zu Rechtsprechung und Meinungsfreiheit beendete. Einen weiten Bogen zwischen Reformation und Deutscher Einheit beschrieb Pfarrer Bernhard Gutsche, der beide Ereignisse mit einem Erdbeben verglich, das weithin spürbar sei und dem immer die Notwendigkeit und Chance auf einen Neuanfang folge.

Von Uwe Klemens

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