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Ferien auf dem Reiterhof

Dahmeland-Fläming Ferien auf dem Reiterhof

Brandenburg ist Pferdeland. Auch in der Region Dahmeland-Fläming freuen sich die Betreiber von Pferde- und Reiterhöfen über eine konstante Nachfrage. Vor allem Angebote für Kinder und Jugendliche sind gefragt. Einige Höfe möchten diesen Bereich daher sogar noch ausbauen.

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Kathelijne Brand bietet auf ihrem Pferdehof Ponycamps für Kinder an.

Quelle: Danilo Hafer

Dahmeland-Fläming. „Die Nachfrage nach Reitangeboten für Kinder ist gigantisch“, sagt Kathelijne Brand. Erst vor drei Wochen hat sie gemeinsam mit ihrem Mann und den drei Söhnen einen Reiterhof in Glau in der Nähe von Trebbin übernommen. Momentan ist die Familie noch dabei, den Hof aufzubauen. Dennoch fand dort bereits in der vergangenen Woche ein Ponycamp statt. „Das war eine Gruppe aus Niedersachsen, die schon seit zehn Jahren dabei ist“, erzählt die gebürtige Holländerin.

Angebote für Kinder sind gefragt

Da auf dem Gelände längst noch nicht alles so aussieht, wie es sich die Familie wünscht, musste etwas improvisiert werden. „Wir haben dann einfach spontan zwei große Zelte besorgt und abends ein Lagerfeuer angezündet“, sagt sie. Im Laufe des Jahres sollen sich die Bedingungen auf dem Hof dann deutlich verbessern. „Wir werden eine Reithalle bauen und Unterkünfte für Reiter, die länger hier blieben möchten, schaffen“, berichtet Kathelijne Brand.

Sophia, Oliver und Julius verbringen gerne viel Zeit auf dem Reitgut Boddinsfelde

Sophia, Oliver und Julius verbringen gerne viel Zeit auf dem Reitgut Boddinsfelde.

Quelle: Danilo Hafer

Seit der Wende ist die Pferdwirtschaft im Land Brandenburg deutlich gewachsen. 200 Millionen Euro werden nach Angaben des Verbandes Pro Agro zur Förderung des ländlichen Raumes jährlich mit Pferden umgesetzt. Dass gerade Brandenburg ein idealer Ort für Pferdehöfe ist, hat verschiedene Gründe. Im Gegensatz zu einigen Regionen in Bayern oder anderswo, gäbe es in Brandenburg noch richtige Feldwege, erklärt Katrin Labrenz vom Reitgut Boddinsfelde. „In Bayern fängt neben dem Feld sofort die Straße an, in Brandenburg ist dazwischen erstmal ein Streifen, auf dem sie wunderbar reiten können“, sagt sie.

Reitgut Boddinsfelde existiert seit 25 Jahren

Zudem sei das Brandenburger Waldgesetz ideal für Reiter. Demnach darf auf allen zweispurigen Waldwegen auch geritten werden. Perfekt für Pferdeliebhaber, sagt Katrin Labrenz. Der familiengeführte Pferdehof wurde 1991 mit gerade einmal zwei Pferden gegründet. Heute besitzt die Familie zwanzig eigene Pferde, insgesamt sind auf dem Gelände aber 60 Tiere in Pferdeboxen und auf der Koppel untergebracht. „Da wir so nah an Berlin sind, hatten wir immer eine hohe Nachfrage und nie wirkliche Schwierigkeiten“, erläutert Katrin Labrenz. In Zukunft möchte die Familie ihr Ferienprogramm für Kinder noch ausbauen und Übernachtungsmöglichkeiten schaffen. Das erforderliche Gebäude existiert bereits auf dem alten Rieselhof und müsse nur noch umgebaut werden.

Sattler Michael Klaproth

Sattler Michael Klaproth.

Quelle: Danilo Hafer

Regelmäßig besucht auch Sattler Michael Klaproth aus Görsdorf das Reitgut Boddinsfelde, um sich um die alten Sättel zu kümmern. „Einige sind schon 25 Jahre alt und halten deutlich besser, als die, die man heute kaufen kann“, sagt er. In seinem Transporter stapeln sich die verschiedenen Modelle bis unter die Decke. Einige kosten bis zu 2500 Euro. Doch häufig wünschen Kunden nur eine Reparatur, erzählt Michael Klaproth.

Die Tiere müssen ständig versorgt werden

Nach seiner Meinung können viele Reiterhof gerade so überleben. „Die Leute sind einfach nicht bereit mehr Geld zu bezahlen“, so Michael Klaproth. Auch Herwig Labrenz vom Reitgut Boddinsfelde gibt zu, dass es nicht immer einfach ist. „Die Tiere müssen versorgt und die Anlagen in einem guten Zustand gehalten werden, aber wir kommen trotzdem gut über die Runden“, sagt er. Denn die Nachfrage ist da.

Auch auf dem Land ist Nachfrage groß

Selbst Betriebe, die einige Kilometer weiter im Land liegen, können sich über steigende Nachfrage freuen. „Im Bereich der Pension und den Reiterferien können wir eine deutliche Zunahme an Buchungen feststellen“, sagt Ramona Pede, Betreiberin des Reiterhofs Pede in der Nähe von Dahme/Mark. Vier festangestellte Mitarbeiter haben Arbeit auf dem Hof gefunden. „Außerdem bilden wir vier Lehrlinge zum Pferdewirt aus“, erzählt Ramona Pede. Dabei hatte vor 25 Jahren alles mit zwölf Pferden angefangen. Heute leben rund 100 Tiere auf dem Pferdehof. Das Futter für die Pferde wird mittlerweile auf den eigenen Feldern angebaut und geerntet. „Unseren Hafer bauen wir sogar nach Bio-Vorgaben an“, sagt Ramona Pede.

Pferdeparadies Brandenburg

Pferdeparadies Brandenburg.

Quelle: Danilo Hafer

Vor allem bei Kindern sei das Reiten besonders beliebt. „Die kleinen Kinder sind einfach glücklich, wenn sie Kontakt zu den Pferden haben“, sagt Ramona Pede. Regelmäßig bietet der Familienbetrieb daher Reiterferien für Kinder und Jugendliche an.

Heilpädagogische Angebote mit Pferden

Doch es geht nicht bei allen Reitangeboten für Kinder nur um den reinen Reitunterricht. Die bunte Ponyfarm in Zeuthen hat ein ganz besonderes Konzept. Nicht die reitsportliche Ausbildung, sondern die bedürfnisorientierte, individuelle Förderung des Menschen über das Medium Pferd steht dort im Vordergrund. Das Angebot richtet sich unter anderem an Kinder mit Entwicklungsstörungen in den Bereichen Kommunikation und Sprache, Kinder mit geistiger Behinderung oder Lernbehinderungen. „Wir machen das jetzt seit vier Jahren, und können stetig steigende Kinderzahlen verzeichnen“, sagt Saskia Hinze.

Angst vor Krankheiten

Auch wenn die Nachfrage groß ist, besteht für Betreiber von Pferdehöfen auch immer ein Risiko. Geht es den Tieren schlecht, weil sie krank werden, kann das auch die Existenz der Betreiber gefährden. In Brandenburg soll es derzeit wieder einen Fall von Pferdegrippe geben. In den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald sind bisher aber noch keine Fälle bekannt. Dennoch macht sich auch Kathelijne Brand in Glau so ihre Gedanken. „Die Gefahr, dass die Tiere erkranken, besteht natürlich immer“, sagt sie. Da ihre Tiere aber nur wenig Kontakt zu fremden Pferden haben, sei das Risiko einer Ansteckung relativ gering.

Von Danilo Hafer

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