Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Ferienjobs sind die Ausnahme

Königs Wusterhausen Ferienjobs sind die Ausnahme

Einige Jugendliche aus Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald werden die kommenden Sommerferien wieder dazu nutzen, ihr Taschengeld ein wenig aufzubessern. Doch Schüler die in ihren Ferien arbeiten, werden immer seltener.

Voriger Artikel
Radweg braucht überregionalen Rahmen
Nächster Artikel
Zehn Jahre Zuckertüten-Paten in Zossen

Ferienjobs werde zur Ausnahme: Jana Charleen Minge arbeitete im vergangenen Jahr in der Stadtbuchhandlung Radwer .

Quelle: Willers

Königs Wusterhausen. Die drei Ferienjobs, die es auch in diesem Jahr wieder in der Stadtbuchhandlung Radwer in Königs Wusterhausen gibt, sind längst vergeben. „Wir haben schon im Januar drei Jugendliche gefunden, die uns in der Sommersaison im Laden helfen werden“, erklärt Inhaberin Sylvia Senger.

Die Buchhandlung Radwer setzt auf Ferienjobber

Seit 25 Jahren existiert das Geschäft bereits und genauso lange gibt es dort auch Ferienjobs. Und das habe einen guten Grund, sagt Sylvia Senger: „In der Sommersaison brauchen wir die Hilfe der Jugendlichen einfach.“ Denn die jungen Erwachsenen werden vor allem im Bereich der Schulbücher eingesetzt, die den Sommer über verkauft werden. Warenlieferungen einräumen und sortieren gehört dabei zu den Hauptaufgaben der Schüler. Drei Jugendliche stellt Sylvia Senger für die Schulbuchsaison ein. Einer bleibt jeweils zwei Wochen, dann kommt der nächste. Die Nachfrage nach den Plätzen ist groß.

Allgemein geringe Nachfrage nach Ferienarbeit

Das sei jedoch eine Ausnahme, sagt Karin Blank, Ausbildungskoordinatorin für den Landkreis Dahme-Spreewald bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. Denn in den Ferien arbeiten zu gehen, sei längst nicht mehr „In“. „Ich war letztens in einem Gymnasium und habe dort eine 11. Klasse gefragt, wer alles in den Sommerferien arbeiten gehen wird. Es hat sich niemand gemeldet“, erzählt Karin Blank. Doch den Jugendlichen zu unterstellen, sie seien einfach faul, kommt für die Ausbildungskoordinatorin nicht in Frage. Die aktuellen Abiturergebnisse, bei denen deutlich mehr Jugendliche mit einem Einser-Durchschnitt abschlossen, seien ein Zeichen für die Leistungsbereitschaft der Jungen und Mädchen. Karin Blank sieht die Probleme an anderer Stelle.

Eltern sollte ihre Kinder ermutigen

„Für mich ist das Thema Ferienarbeit auch eine Erziehungsfrage“, so Blank. Eltern sollten ihren Kindern schon früh vermitteln, dass man auch etwas tun muss, wenn man sich später einmal Dinge kaufen möchte. Davon abgesehen würden viele Eltern und Jugendliche nicht sehen, dass es bei einem Ferienjob nicht nur darum gehe, etwas Geld zu verdienen. „Ferienjobs sind eine gute Gelegenheit, in einen Beruf reinzuschnuppern“, sagt Karin Blank. Doch dafür müssten die Jugendlichen aktiv werden und auch mit der Unterstützung ihrer Eltern rechnen können. „Ich bin sicher, es würden viel mehr Unternehmen und Betriebe wieder Ferienarbeiter einstellen, wenn sie wüssten, dass dort jemand arbeiten möchte, der wirklich Interesse mitbringt“, sagt Blank.

Angebote sind schwer zu finden

Generell seien Ferienjobs in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming nicht besonders reich gesät. Anders als in Großstädten findet man hier nicht mal eben über eines der gängigen Online-Portale die passende Ferientätigkeit.

Das ist bei einem Ferienjob zu beachten:

Der klassische echte Ferienjob wird nur während der Ferienzeit ausgeübt und damit gehört der Ferienjobber zu den so genannten „kurzfristig Beschäftigten“.

Bis zu acht Stunden täglich, aber nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich darf ein Ferienjobber arbeiten. Ruhepausen von 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden und 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden müssen eingehalten werden.

Der Mindestlohn gilt nicht für Jugendliche unter 18 Jahren ohne Berufsausbildung. Der Stundenlohn für Ferienjobber liegt in der Regel zwischen 5 und 7 Euro pro Stunde.

Gefährliche Arbeiten darf ein Schüler nicht ausführen. So sind zum Beispiel Arbeiten, die die physische oder psychische Leistungsfähigkeit übersteigen, aber auch Tätigkeiten bei denen die Jugendlichen einer Gesundheitsgefährdung durch Hitze, Kälte, Nässe oder gar Strahlung ausgesetzt sind, verboten.

Bei Minderjährigen müssen zudem die Eltern eine schriftliche Erlaubnis erteilen, dass der Jugendliche eine Tätigkeit in den Ferien aufnehmen darf.

Ab 15 Jahren dürfen Jugendliche einen Ferienjob ausüben. Minderjährige Kinder dürfen nur Zeitungen oder Prospekte austragen oder im Haushalt und in der Kinderbetreuung helfen. Unter der Voraussetzung, dass die Arbeit leicht und für Kinder geeignet ist und diese nicht länger als zwei Stunden am Tag dauert.

Auch in der Gastronomie-Branche sind Ferienjobs heutzutage kaum noch ein Thema. „Viele Betriebe haben für die Saison ihre Stammkräfte“, sagt Olaf Lücke, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Brandenburg. Ferienjobber werden nur selten eingesetzt. Das habe auch etwas mit den gestiegenen Ansprüchen der Gäste zu tun, so Lücke. „Die Erwartungen ans Essen und an die Gastlichkeit kann man nur mit Fachkräften erfüllen“, sagt Olaf Lücke. Ferienjobber würden, wenn überhaupt, nur für gering qualifizierte Tätigkeiten zu den Stoßzeiten eingesetzt.

Ein Ferienjob kann auch Freundschaften hervorbringen

In der Buchhandlung von Sylvia Senger scheinen sich die Jugendlichen wohl zu fühlen. „In diesem Jahr haben wir wieder einen Jugendlichen, der schon das vierte Mal dabei ist“, sagt sie. Freundlich und zuvorkommend sollten Schüler sein, die bei ihr im Laden arbeiten möchten. „Die Schüler sollten auch ein gutes Allgemeinwissen haben und einfach gerne Lesen“, sagt Sylvia Senger. 95 Prozent ihrer Ferienjobber seien daher bereits im Abiturientenalter. Durch die Mitarbeit der Jugendlichen werde aber nicht nur das Team der Buchhandlung entlastet, sagt Sylvia Senger. Es gibt auch noch einen anderen Vorteil. „Da einige Schüler immer wieder kommen, haben sich inzwischen sogar Freundschaften zu den Eltern entwickelt“, sagt sie.

Von Danilo Hafer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg