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Ferienspaß im früheren Struveshofer Freibad

Erholung für 140 Arche-Kinder Ferienspaß im früheren Struveshofer Freibad

140 Berliner Kinder können sich in dieser Woche auf dem ehemaligen Freibadgelände in Struveshof austoben und erholen. Die Mädchen und Jungen kommen aus Elternhäusern, in denen Armut und oft auch ein rauer Ton herrschen. Veranstalter des Feriencamps ist das von Pfarrer Bernd Siggelkow gegründete christliche Kinder- und Jugendwerk Arche.

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Eine der beliebtesten Beschäftigungen bei den Arche-Kindern: auf dem Rücken eines Pferdes zu sitzen. Dafür gibt es Warteschlangen.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Moni ist Armenierin, 13 Jahre alt und wohnt in Berlin-Hellersdorf; zum ersten Mal erlebt sie ein Feriencamp der Berliner Arche. Sie ist eines von 140 Kindern aus Reinickendorf, Friedrichshain, Wedding und Hellersdorf, die sich in dieser Woche über das christliche Kinder- und Jugendwerk Arche von Pfarrer und Bundesverdienstkreuzträger Bernd Siggelkow auf dem ehemaligen Freibadgelände Struveshof austoben und erholen können. Moni strahlt und sagt akzentfrei: „Es ist schön hier. Und alle sind nett zu mir.“

Abstand zum Alltag

In ihrem Alltag ist das nicht so. Die Kinder kommen aus Elternhäusern und Lebensumständen in Armut. Oft herrscht dort ein rauer Ton. Arche-Gründer Siggelkow hatte vor etlichen Jahren im Umland Berlins ein Gelände für Feriencamps gesucht, um die Kinder wenigstens für kurze Zeit aus ihrem Milieu zu holen. Zuerst waren sie auf dem Nehemiahof in Wietstock, dort sorgten aber Anwohner dafür, dass die Arche die Segel strich. Am anderen Ende der Stadt ist das anders. Dort kaufte der Arche-Trägerverein das alte Freibadgelände, ließ Wasser, Abwasser und Strom neu anschließen. Nun gibt es dort das siebte Arche-Feriencamp. Ob Badetrubel oder Nachtwanderung - „hier haben wir nie Ärger mit Anwohnern“, sagt Bernd Siggelkow, „die Nachbarn bringen uns Äpfel und backen Kuchen für uns“.

Auch der Badetrubel ist ein beliebtes Angebot für die Arche-Kinder

Auch der Badetrubel ist ein beliebtes Angebot für die Arche-Kinder.

Quelle: Jutta Abromeit

Jedes Jahr haben die Arche-Ferien ein Motto, dieses Jahr heißt es „Dschungel-Camp“. Dabei gehe es nicht um die Fernesehserie, sondern um das Dschungelbuch mit Mogli, erklärt Timo Siggelkow, Sozialarbeiter in Reinickendorf und Sohn des Firmengründers. „Dabei geht es um Freundschaft. Jeden Morgen nach dem Frühstück spielen die Mitarbeiter dazu ein kleines Programm auf der Bühne, bei dem sie die Kinder einbeziehen“, erklärt er.

Die Kinder, das sind Sechs- bis 13-Jährige. Sie wohnen in Zelten, bereiten Frühstück und Abendbrot gemeinsam zu, machen Ausflüge, sie spielen, baden und toben. Alles wie Gleichaltrige überall. Doch der scheinbar normale Alltag ist nicht alltäglich. Ohne das Arche-Camp hätten diese Kinder keinen Ferien-Ausflug, das Geld dafür fehlt. Vergangene Woche waren 31 Kinder von der Arche Leipzig in Struveshof, nächste Woche kommen 31 Kinder aus der Mozartschule Hellersdorf nach Ludwigsfelde.

Buntes Programm zum Abschluss

Am Abschlussabend gibt es ein buntes Programm mit Tanz, Theater, Gesang und einer Tierschau. Siggelkow Junior erzählt: „Bei der Tierschau kommen unsere Pferde, Schildkröten und Hasen zum Einsatz.“ Angeleitet und betreut werden die Kinder auch von fast Gleichaltrigen. „Das sind unsere 13- bis 15-jährigen Helfer, die selbst nicht mehr mitfahren dürfen, aber dabei bleiben wollen“, sagt Timo Siggelkow. Eltern dürfen übrigens nicht Helfer sein, das gehört zum Arche-Ferienkonzept. „Sie können anrufen oder vorbeikommen, aber sonst sind wir elternfreie Zone“, erklärt er. Und Moni lacht. Sie steht in der Schlange an der kleinen Pferdekoppel. Auch sie möchte gern eine Runde reiten.

Info: Informationen unter www. kinderprojekt-arche.eu

Von Jutta Abromeit

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