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Fernwärme aus Pellets für das Krankenhaus

Ludwigsfelde Fernwärme aus Pellets für das Krankenhaus

Das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde bezieht für weitere zehn Jahre Fernwärme von den Stadtwerken. Im Gegenzug bauen die Stadtwerke ein 500 000 Euro teures Heizwerk, in dem Holzpellets verfeuert werden. So bald das Heizwerk in Betrieb ist, deckt es bis zu 70 Prozent des Krankenhaus-Fernwärmebedarfs ab.

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Karsten Bittigau (Unternehmensverbund Diakonissenhaus, l.) und Roberto Ola (Stadtwerke) bei der Unterzeichnung des Vertrages.

Quelle: foto: frank Pechhold

Ludwigsfelde. Fernwärme bezieht das Evangelische Krankenhaus für weitere zehn Jahre von den Stadtwerken Ludwigsfelde. Ein Großteil der Wärme wird künftig aus Holzpellets in einer noch zu errichtenden Anlage erzeugt. Das wurde am Donnerstag vertraglich vereinbart.

„Auf diese Vereinbarung haben wir seit 2013 hingearbeitet“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Roberto Ola. Und das aus gutem Grund, so Karsten Bittigau, Geschäftsführer beim Unternehmensverbund Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin (EDBTL). Auf dem Gelände des zum EDBTL gehörenden Krankenhauses baut der Verbund ein neues Bettenhaus und eine Radiologie sowie der Landkreis Teltow-Fläming eine Rettungswache. „Alle neuen und vorhandenen Einrichtungen sollen ökologisch nachhaltig mit Fernwärme versorgt werden. Darum geht es“, so Bittigau. Viele Varianten seien geprüft worden. Am Ende habe man sich darauf verständigt, dass die Stadtwerke auf dem Krankenhausareal ein mit Pellets befeuertes Heizwerk bauen. „Damit haben wir eine tolle Lösung gefunden“, sagte Roberto Ola.

Wie zwei übereinander gestapelte Schiffscontainer

Der Bauantrag für das Heizwerk ist bereits gestellt. „Wenn alles gut geht, können wir noch in diesem Jahr auf den roten Knopf drücken und die Anlage einweihen“, so Ola. Rund 500 000 Euro investieren die Stadtwerke in den Bau der Wärmelieferanlage. Deren Betonhülle sieht aus wie zwei übereinander gestapelte Schiffscontainer. Im unteren Container befindet sich die Verbrennungsanlage, darüber die Befüllungsanlage. Über ein Rohr werden die angelieferten Holzpellets aus dem Silofahrzeug in die Befüllungsanlage gepustet. Von hier aus gelangen sie über ein System in die Verbrennungsanlage.

„Die Anlage deckt 60 bis 70 Prozent des Fernwärmebedarfes des Krankenhauses ab“, sagte Ola. Die restliche Menge wird wie bisher aus fossilen Rohstoffen erzeugt. Der jährliche Wärmebedarf des Krankenhauses liegt bei drei Millionen Kilowattstunden. Das entspricht dem Bedarf von 300 Einfamilienhäusern. Um den zu decken, werden 406 Tonnen Pellets benötigt.

Holzpellets ähneln Hunde-Trockenfutter

„Nach Angaben des Herstellers fallen pro Jahr nur drei Mülltonnen mit Asche an“, sagt Roberto Ola. Ob das wirklich so sei, werde er sehen. „Für uns ist die Wärmeerzeugung mit Holzpellets Neuland.“ Gerade deshalb setze man bei dem Bau des Heizwerkes auf bewährte Technik, um nicht am Ende an der falschen Stelle gespart zu haben.

Die für das Heizwerk benötigten Holzpellets ähneln Hunde-Trockenfutter. Verfeuert werden kleine Presslinge aus Holzspänen und Sägemehl. Als erneuerbare Energiequelle erreichen Pellets einen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent. Weil sie aus dem CO 2-neutralen Rohstoff Holz bestehen, dürfte sich die ökologische Bilanz des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde ganz erheblich verbessern.

Von Frank Pechhold

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