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Fester Halt für den Museumsgiebel

Jüterbog Fester Halt für den Museumsgiebel

30 bis 40 Zentimeter hat sich der Giebel des Heimatmuseums nach außen geneigt. Grund ist das Absacken des Fundamentes, dass nun mit großem technischen Aufwand festen Boden unter den Füßen bekommt.

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Das gewaltige Stützkorsett bleibt stehen, bis der Giebel wieder zurechtgerückt ist. Die Konstruktion soll bis spätestens Ende Oktober verschwunden sein.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. „Das Ganze ist auch für mich eine total spannende Sache. Dass man das Fundament eines Gebäudes dieser Größenordnung auf diese Weise stabilisiert, haben wir in unserer Stadt schließlich nicht so oft“, sagt Jüterbogs Bauamtsleiterin Kira Wenngatz. Sie guckt aus ein paar Sicherheitsmetern Entfernung neugierig zu, wie sich das Bohrgerät langsam ins Erdreich frisst.

Jüterbog-Premiere für das Druckinjektionsverfahren

Konkret heißt „nicht so oft“ noch nie. Die so genannte Unterfangung der kompletten Giebelseite des Jüterboger Heimatmuseums ist eine Premiere. Ende vergangenen Jahres hatten die Fachleute Alarm geschlagen, da das ungleichmäßige Absacken des etwa einen Meter starken Mauerwerks bereits mit dem bloßen Auge erkennbar war und im Inneren des Gebäudes Risse immer breiter wurden.

Die Errichtung eines Stütz-Gerüstes aus Holz und die Beauftragung einer Baugrunduntersuchung waren erste Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudes. Vor genau einer Woche begannen die Mitarbeiter des Oranienburger Spezialunternehmens Keller Grundbau-GmbH mit der Sanierung.

Feldsteinfundament ohne festen Grund

Die mangelnde Festigkeit des Erdreichs unterhalb des rund zwei Meter tiefen Feldsteinfundaments hatte das Gutachten als Ursache für das Absacken ausgemacht. Abhilfe schaffen soll das Einblasen eines Zement-Wasser-Gemischs unter Hochdruck.

Hierzu wurden im Abstand von 70 bis 90 Zentimetern 21 Bohrlöcher gesetzt, die bis unter die Fundamentsohle reichen. Ein Spezialbohrer, der über eine lediglich fünfeinhalb Millimeter große Einblasdüse verfügt, drückt abschnittsweise das Zementgemisch unter das Fundament, das sich dort mit dem vorhandenen Material vermischt und Verfestigt, so dass ein zweites, etwa 1,20 Meter breites und knapp zweieinhalb Meter tiefes, tragfähiges Fundament entsteht.

Kritische Phase, bis der Zement abgebunden hat

„Nach rund einer Woche hat dieses 70 Prozent seiner Endfestigkeit erreicht und etwa nach vier Wochen vollständig belastbar“, schildert Planer und Bauingenieur Ronny Behrendt vom Hoppegartener Ingenierbüro IBS. Damit ist die gegenwärtige Phase, in der das alte Fundament unterspült und das neue noch nicht tragfähig ist, die kritischste. Wie Wenngatz ist auch Behrendt vom eingesetzten, so genannten Hochdruck-Injektionsverfahren und der dahinter stehenden Technik begeistert. Stolze 400 Bar Druck, etwa vier Mal so viel, wie ein professionaler Hochdruckreiniger schafft, sind nötig, um das Zement-Wassergemisch durch die Düse zu drücken.

Während der Abbindezeit werden die Seitenbereiche des Giebels eingerüstet und oberhalb der Traufe die Verbindung zwischen Giebel und Seitenwänden gelockert. Winden, die zwischen Sicherungsgerüst und Mauer verankert werden, rücken dann den oberen Teil des Giebels Zentimeter für Zentimeter zurück, wo er neu mit Dachstuhl und Seitenwänden verankert wird. Ende Oktober soll alles fertig sein.

Von Uwe Klemens

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