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Festival-Veranstalter überarbeiten Sicherheitskonzepte

Dahmeland-Fläming Festival-Veranstalter überarbeiten Sicherheitskonzepte

Seit den Anschlägen in Würzburg und Ansbach wird die Diskussion um das Thema Sicherheit hierzulande immer wichtiger. Vor allem bei vielen Großveranstaltungen stehen die Sicherheitskonzepte auf dem Prüfstand. Auch die Veranstalter des Bergfunk Open Air in Königs Wusterhausen haben ihr Sicherheitskonzept noch einmal unter die Lupe genommen.

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Auf Veranstaltungen sorgen Polizisten oft für ein Gefühl der Sicherheit – zu viel Polizeipräsenz kann aber auch das Gegenteil bewirken.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Seit den Anschlägen in Würzburg und Ansbach wird die Diskussion um das Thema Sicherheit hierzulande immer wichtiger. Auch bei vielen Großveranstaltungen stehen die Sicherheitskonzepte seit dem Anschlag in Ansbach, bei dem sich ein Mann am Rande eines Musikfestivals in die Luft sprengte, auf dem Prüfstand. Auch in der Region Dahmeland-Fläming beschäftigt das Thema die Behörden.

Polizei: „Wir haben derzeit keine akute Gefährdungslage“

„Wir sind sehr sensibel, was dieses Thema betrifft und stehen auch in engem Kontakt mit den Berliner Behörden“, sagt Jana Birnbaum, Sprecherin der Polizeidirektion West. Momentan gebe es jedoch keine konkreten Hinweise. „Wir haben derzeit keine akute Gefährdungslage“, berichtet die Polizeisprecherin. Dennoch hielten die Einsatzkräfte die Augen offen.

Über 2000 Besucher werden zum Bergfunk-Festival erwartet

Ein Großereignis steht auch der Stadt Königs Wusterhausen wieder bevor. Dort werden ab diesem Freitag die Bergfunk-Kulturtage gefeiert. Veranstalter Ludwig Scheetz rechnet mit rund 2000 Besuchern, die sich ab dem Wochenende auf dem Gelände tummeln werden. Gegenstände, die als Waffe eingesetzt werden können, werden den Festivalbesuchern schon bei den Einlasskontrollen am Eingang abgenommen. Dazu zählen Scheren, Messer oder Schlingen. Damit wirklich alles friedlich und vor allem auch sicher über die Bühne geht, gab es in dieser Woche noch einmal Sondertreffen mit allen an der Veranstaltung beteiligten Sicherheits- und Rettungsorganisationen.

Das Sicherheitskonzept wird geringfügig angepasst

In dem rund 45-minütugen Gespräch wollten sich alle Beteiligten noch einmal abstimmen und Fragen klären. Mit dem Ergebnis: „Wir sind uns einig geworden, dass es wahrscheinlich kleine punktuelle Anpassungen geben wird“, sagt Ludwig Scheetz. Am eigentlichen Sicherheitskonzept habe sich aber nichts geändert. „Für die Sicherheit auf dem Festival sorgt eine externe Sicherheitsfirma, die mit zehn bis 15 Mann vor Ort sein wird“, berichtet Ludwig Scheetz. Bei den Gesprächen habe man überlegt, eventuell doch noch eine weitere Sicherheitskraft einzusetzen und für einen zusätzlichen Rettungsweg zu sorgen. Eine übermäßige Präsenz von Sicherheitspersonal hält Scheetz allerdings nicht für die beste Lösung. „Man muss ja bedenken, dass wir ein kleines Festival sind und das Gelände überschaubar ist“, sagt er.

Hintergrund

Am 24. Juli 2016 zündete ein 27-jähriger syrischer Flüchtling vor einem Weinlokal in Ansbach eine Rucksackbombe und verletzte 15 Menschen. Der Attentäter selbst kam bei der Explosion ums Leben. Die Tat ereignete sich am Rande des dreitätigen Musikfestivals „Ansbach Open“. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sollte die Bombe eigentlich in einer Menschenmenge auf dem Gelände gezündet werden, was dem Täter aufgrund verstärkter Einlasskontrollen aber nicht gelang.

Binnen zwölf Tagen gab es mit dem Anschlag von Ansbach fünf Attentate, die große öffentliche Aufmerksamkeit fanden: Am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, starben 84 Menschen in Nizza, 300 wurden verletzt, in einer Regionalbahn in Würzburg griff ein Mann Touristen mit einem Beil an, in München wurden neun Menschen bei einem Amoklauf getötet. Nach jeder dieser Taten behauptete die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die Attentäter hätten dem IS nahegestanden.

Auch bei der zuständigen Polizeidirektion Süd hat man keine großen Sicherheitsbedenken. „Wir haben eine eigene Aufklärungsabteilung, die schaut, ob es irgendwo Hinweise gibt, die die Sicherheit betreffen“, sagt Polizeisprecherin Ines Filohn. Erst wenn es konkrete Hinweise auf eine Gefährdung gebe, sei es auch sinnvoll, das Polizeiaufgebot zu verstärken. „Mehr Polizei bedeutet nicht automatisch ein höheres Sicherheitsgefühl“, sagt Ines Filohn. Besucher könnten sich dann unter Umständen erst recht fragen, warum plötzlich so viel Polizei vor Ort ist und Angst bekommen.

Aktuelle Geschehnisse werden auch in Luckenwalde beachtet

Auch in Luckenwalde, wo alljährlich das Turmfest zahlreiche Besucher anzieht, wurde das Thema Sicherheit schon seit geraumer Zeit in den Fokus gerückt, teilt Stephan Gruschwitz mit, Amtsleiter Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus. „In den Absprachen mit Partnern wie Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr, sowie im Rahmen von Koordinierungsgruppen und Sicherheitseinweisungen, werden auch immer wieder aktuelle Themen mit einbezogen“, berichtet Gruschwitz.

Ansbach hatte keinen Einfluss auf Sicherheitskonzept

Allerdings habe sich der Anschlag in Ansbach nicht konkret auf das Sicherheitskonzept der Stadt ausgewirkt. „All diese Themen stehen schon länger im Fokus von Betreibern von Großveranstaltungen, nicht erst seit den jüngsten Anschlägen“, sagt Stephan Gruschwitz.

Von Danilo Hafer

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