Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Feuchttücher verzopfen Abwasserpumpen
Lokales Teltow-Fläming Feuchttücher verzopfen Abwasserpumpen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:33 20.05.2018
Eine verzopfte Abwasserpumpe im Tandemklärwerk Zossen. Quelle: foto: KMS
Wünsdorf

Feuchttücher sind Pumpenkiller und Kostenverursacher. Werden sie massenweise ins Klo geworfen, bilden sich Tuch-Zöpfe. Die wiederum verstopfen Pumpen und Schmutzwasserkanäle. Aufwendungen für Reparaturen und Ersatzkäufe legt der Wasserverband KMS auf die Gebührenzahler um. „Jeder ist also gut beraten, Feuchttücher in den Mülleimer zu werfen, um unnötige Ausgaben zu vermeiden“, so KMS-Vorsteherin Heike Nicolaus.

In den vergangenen Jahren stieg die Verwendung von Feuchttüchern für die persönliche Pflege in den Haushalten immer stärker an. „Das ist schön für die Kosmetikindustrie aber leider nicht für uns“, so Nicolaus. Schließlich würden die meisten Tücher in der Toilette runtergespült und über die Kanalisation entsorgt. Hinzu kämen Windeln für Babys und pflegebedürftige Senioren.

Verfilzte Vlies-Zöpfe legen Kläranlagen still

„Leider sind Feuchttücher im Gegensatz zu Toilettenpapier extrem reißfest“, so Nicolaus. Toilettenpapier löst sich im Wasser auf. Feuchttücher nicht. Sie bestehen aus einem Polyester-Viskose-Gemisch oder aus mit Kunstharz gefestigten Fasern. Achtlos ins Klo geworfene Feuchttücher bilden lange, verfilzte Vlies-Zöpfe. Die wiederum verstopfen die Kanalisation, verfangen sich in Abwasserpumpwerken oder legen sogar Kläranlagen still.

Bei solchen Betriebsstörungen müssen Mitarbeiter der Servicegesellschaft DNWAB im Auftrag des KMS ran. „Es macht viel Arbeit bis das Abwasser wieder frei abfließen kann“, so Heike Nicolaus. Eine Verstopfung zu beheben, sei zudem nicht gerade der leckerste Job. „Das möchte wohl niemand freiwillig machen.“ Im Havariefall müssen die Männer der DNWAB im Pumpwerk die Pumpen aufbocken, untersuchen, reparieren und reinigen. „Das ist ein sehr unangenehmes Geruchserlebnis.“ Wenn eine Pumpe ausfällt, gibt es einen Rückstau. Dann sammelt sich die trübe Brühe im Abwasserkanal. „Schlimmstenfalls drückt das Wasser oben durch die Gullideckel raus. So einen Fall hatten wir aber noch nicht.“

Nicolaus: „Das geht richtig ins Geld“

„Die Behebung solcher Störungen und die Beseitigung des anfallenden Mülls gehen richtig ins Geld“, weiß Nicolaus. So musste der KMS 2017 insgesamt 17 500 Euro bezahlen, um drei Verstopfungen in den Pumpwerken Zossen, Wünsdorf und Töpchin zu beseitigen. „Wobei in Zossen noch neue Pumpen im Wert von 7700 Euro eingebaut werden mussten.“

„Angenommen: zwei Mann brauchen für die Reparatur einer Pumpe vier Stunden. Da liegen wir ungefähr bei 500 Euro“, macht Heike Nicolaus eine Beispiel-Rechnung auf. Richtig teuer werde es, wenn eine große Pumpe ersetzt werden muss. „Eine neue Pumpe kostet 5000 bis 10 000 Euro.“ Erfreulicherweise habe man so einen Schaden bislang nur einmal gehabt.

Bürger finden bald Schreiben in ihren Briefkästen vor

Ungeachtet dessen drückt Heike Nicolaus auf die Kostenbremse. „Wir versuchen heraus zu bekommen, wo auffallend viele Feuchttücher in die Kanalisation gelangen“. Allerdings sei das bei 140 großen Pumpwerken im Verbandsgebiet kaum zu machen. Wahrscheinlich werden deshalb alle Bürger in den verbandszugehörigen Orten der Kommunen Zossen, Am Mellensee, Rangsdorf, Blankenfelde-Mahlow und Mittenwalde bald Informationsschreiben vom KMS in den Briefkästen finden. „Wir wollen und müssen die Leute einfach für dieses Thema sensibilisieren.“

Von Frank Pechhold

Der Kinder- und Jugendbuchautor Rüdiger Bertram aus Köln gastierte gestern mit Coolman in der Clauertstadt

20.05.2018

Am Pfingstsonntag zeigt Bruce Antony Cobb seine seltene Metallkunst in der Illmerdorfer Dorfkirche. Nur acht Menschen weltweit beherrschen das sogenannte „Patinieren“.

20.05.2018

Kathrin Rudolph wird die neue Superintendentin im Kirchenkreis Zossen-Fläming. Die Synode hat sich im vierten Wahlgang für die 43-Jährige entscheiden. Sie wird die Nachfolgerin von Katharina Furian.

19.05.2018