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Feuerwehr wird 90 Jahre alt

Groß Machnow Feuerwehr wird 90 Jahre alt

In den Anfangsjahren rückten die Groß Machnower Feuerwehrleute noch zu Pferde aus, später mit dem Traktor. Heute ist die Technik moderner, doch es fehlt an Nachwuchs. Am Sonnabend feiert die Wehr ihr 90-Jähriges Jubiläum mit einem großen Fest rund um das Feuerwehrhaus.

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Drei Generationen Feuerwehr-Erfahrung: Christian Mahn, Frank Kuhle und Siegfried Penkert.

Quelle: Zielke

Groß Machnow. Es gibt wohl niemanden, der sich mit der Geschichte der Groß Machnower Feuerwehr so gut auskennt wie Siegfried Penkert. Der 84-Jährige ist seit 1947 Feuerwehrmann. Die ersten Jahre war er in Telz im Einsatz, bis er 1955 Leiter der Betriebsfeuerwehr des damals Volkseigenen Gutes wurde.

Häufige Brände in Scheunen und Ställen

Er kennt seinen Ort noch aus einer Zeit, als dort mehr Kühe als Menschen lebten und es mehr Strohmieten als Häuser gab. Damals waren auch die Einsätze der Feuerwehr anders. Die meiste Arbeit bestand aus der Bekämpfung von Bränden. Scheunen, Ställe, Strohlager – im landwirtschaftlich geprägten Groß Machnow hat es häufiger gebrannt. Wenn die Feuerwehr ausrückte, wurde die Tragkraftspritze an den Traktor gehängt, das Löschwasser musste aus einem Teich oder einem Graben gepumpt werden. „Manchmal haben wir das Wasser auch in einem Gülleanhänger transportiert“, sagt Siegfried Penkert.

1932 rückte die Groß Machnower Wehr noch mit dem Pferdewagen aus

1932 rückte die Groß Machnower Wehr noch mit dem Pferdewagen aus.

Quelle: privat

Einige Einsätze haben bei ihm Spuren hinterlassen. Noch immer erinnert er sich an den Brand eines Rinderstalls, bei dem 40 Kälber ums Leben kamen. „Das ging einem sehr nahe mit den Tieren“, sagt er. Sein schlimmstes Erlebnis war am 6. Juni 1985. Nach einem Blitzschlag hatte der Turm der Groß Machnower Kirche Feuer gefangen. „Das war sehr bitter“, sagt Frank Kuhle (53), der seit 1977 dabei ist und von 1997 bis 2008 Ortswehrführer war. Besonders traurig war, dass der Kirchturm bis 2000 nur mit einem Notdach gesichert war.

Heute sind Rettungseinsätze auf der B96 die Hauptaufgabe

Große Feuer sind heute eher die Ausnahme. Vor allem die B96 sorgt mit ihrem Verkehr für Arbeit. Um dem gerecht zu werden, wünschen sich die Groß Machnower neue Technik. Die Fahrzeugflotte hat schon mindestens 20 Jahre auf dem Buckel. Sie zu unterhalten wird immer aufwendiger und teurer, Ersatzteile sind immer schwerer zu bekommen.„Seit Jahren hat man uns ein Löschgruppenfahrzeug versprochen“, sagt Christian Mahn. Der 35-Jährige ist seit 2008 Ortswehrführer. Immer wieder wurde die Investition verschoben. Ob das Fahrzeug wie geplant 2017 kommt? Mahn ist skeptisch. „Das muss die Gemeindevertretung entscheiden“, sagt Bürgermeister Klaus Rocher (FDP), der seit 1990 selbst Mitglied der Feuerwehr ist. Als junger Bürgermeister von Groß Machnow sei er eingetreten, um andere fürs Ehrenamt zu ermutigen. „Zu mehr als zum einfachen Feuerwehrmann habe ich es nie geschafft“, sagt er, dennoch sei er bei einigen Einsätzen dabei gewesen.

Ein neues Fahrzeug, so hofft Christian Mahn, motiviert auch mehr Leute, sich bei der Feuerwehr zu engagieren. Obwohl sich die Bevölkerung von Groß Machnow seit der Wiedervereinigung verdoppelt hat, sind nur 18 aktive Mitglieder im Dienst der Feuerwehr. Immerhin sei – mit Unterstützung aus Rangsdorf – bald wieder eine Einsatzbereitschaft am Tage gewährleistet.

Von Christian Zielke

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