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Feuerwehren funken bald digital

Zossen Feuerwehren funken bald digital

Die Stadt Zossen schafft für 300 Feuerwehrleute neue Alarmmeldempfänger im Gesamtwert von 90 000 Euro an. Hintergrund ist die brandenburgweit laufende Umstellung der Alarmierung von Analog- auf Digitaltechnik. Daran wurde im jüngsten RSO-Ausschuss Kritik geübt, weil das Land viele Kosten auf die Kommunen abwälzt.

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Bis Oktober sollen 300 Digitalfunkgeräte an die Feuerwehrleute im Zossener Stadtgebiet verteilt worden sein.

Quelle: foto: Frank Bürstenbinder

Zossen. Viel Geld verschlingt die Umstellung der freiwilligen Feuerwehr im Zossener Stadtgebiet von Analog- auf Digitalfunk. Allein der Kauf von 300 neuen Alarmmeldeempfängern kostet 90 000 Euro, informierte Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Recht, Sicherheit und Ordnung (RSO).

„Zu dieser Anschaffung wurden wir vom Land gezwungen“, so Schreiber. Brandenburg stellt die Alarmierung der Feuerwehren von Analog- auf Digitalfunk um. Bis Ende 2017 müssen alle Gemeinden die dafür benötigte Technik angeschafft haben. „Dazu gehören neue digitale Alarmmeldeempfänger“, sagte Schreiber. „Die 90 000 Euro dafür kommen aus unserem Haushalt.“ Das Land gebe keinen Cent dazu. „Wenn wir uns dem widersetzt und keine neuen Meldeempfänger angeschafft hätten, würde uns die Leitstelle nicht mehr alarmieren können“, so der RSO-Ausschussvorsitzende Thomas Blanke (CDU). „Es geht einfach nicht, dass das Land sich nicht an den Kosten beteiligt und die Kommunen im Regen stehen lässt“, so der sachkundige Bürger Joachim Büder. Rechtlich gesehen sei die Stadt als Träger des Brandschutzes zu dieser Anschaffung verpflichtet, so Michaela Schreiber. Vielleicht starte der RSO-Ausschuss eine Initiative mit dem Ziel, das Land finanziell in die Pflicht zu nehmen.

Sirenen werden 2018 um- und nachgerüstet

„Das Land lässt sich immer wieder was neues einfallen und die Kommunen müssen es dann ausbaden“, sagte Stadtbrandmeister Stefan Kricke der MAZ. Brandenburg habe das Digitalfunknetz auf seine Kosten ausbauen lassen. „Aber die Beschaffung der Endgeräte bleibt allein die Aufgabe der Kommunen.“ Bereits 2014 ließ die Stadt Zossen 29 Einsatzfahrzeuge umrüsten. Die Kosten für Headsets, Funkgeräte in Gerätehäusern und Fahrzeuge betrugen 163 000 Euro. Im nächsten Jahr werden die vorhanden Sirenen in Wünsdorf, Dabendorf, Schöneiche, Kallinchen, Nächst Neuendorf, Glienick, Schünow, Nunsdorf und Neuhof für insgesamt rund 9000 Euro auf Digitalfunk umgerüstet. Zusätzlich wird 2018 jeweils eine Sirene in Zossen und Schöneiche installiert. Hier betragen die Gesamtkosten auf rund 15 500 Euro. „Wir rüsten Sirenen nach, weil wir sie im Katastrophenfall auch zum Schutz der Bevölkerung brauchen, um die Bürger zu warnen“, so Stefan Kricke. Die Empfehlung für die Nachrüstung basiere auf einer Risiko- und Gefahrenanalyse.

Von Frank Pechhold

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