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Film kritisiert Glyphosat-Einsatz

Ökofilmtour Film kritisiert Glyphosat-Einsatz

Mit dem stark in der Kritik stehenden Pflanzenschutzmittel Glyphosat beschäftigte sich eine Filmvorführung samt Diskussionsveranstaltung in Glashütte am Sonnabend. Dabei warnte der zweite Vorsitzende des Nabus Brandenburg vor erheblichen Risiken für die Biodiversität.

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Werner Kratz vom Nabu bei seiner Einführung zum Film.

Quelle: Gudrun Ott

Glashütte. Erstmals war am Wochenende die Ökofilmtour in Glashütte. Gezeigt wurden Filme für Kinder und Jugendliche, auch Filme für Erwachsene. Unter anderem lief der Film „Gift im Acker“. Die Filmemacher beschäftigen sich mit dem meistgenutzten Pestizid in der Landewirtschaft, dem Glyphosat, das von der Weltgesundheitsorganisation WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird. Die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde Efsa und das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) sehen das allerdings anders.

Laut dem Film erkranken Tiere und Menschen an den Folgen von Glyphosat. Auf Monokulturen in Südamerika, aber auch in den USA und in den Niederlanden seien bereits Missbildungen aufgetreten. Im Film berichten Schweinezüchter aus Dänemark über Missbildungen bei ihren Tieren. Die Tiere nehmen Glyphosat mit dem Futter auf. Je höher die Dosis, umso mehr Missbildungen gibt es. Erst als der Bauer keine Futtermittelmischung mehr verwendet und eigenes Futter anbaut, bleiben die Missbildungen aus. Selbst Missbildungen bei Kindern wirft der Film dem Pflanzenschutzmittel vor.

Fünf Millionen Liter Glyphosat im Jahr auf Deutschlands Feldern

Glyphosat steckt im Brot, im Fleisch, im Bier, im Wasser, in der Milch, sogar in der Muttermilch. Ein Milchbauer im Allgäu und ein Tierarzt erzählen im Film von ihren schlechten Erfahrungen mit dem Pestizid, das bei den Kühen zur Unfruchtbarkeit und zur Veränderung des Erbgutes führt.

Fünf Millionen Liter Glyphosat landen jährlich auf deutschen Feldern. Dass Glyphosat langfristig auch das Wurzelsystem der Pflanzen schädigt, fanden Farmer und Wissenschaftler in den USA bestätigt. Aber Unkräuter entwickeln mit der Zeit eine Resistenz gegen Glyposat, also werden immer größere Mengen ausgebracht.

Nabu-Experte warnt vor Risiko für Biodiversität

Als Kenner der Materie hatten die Veranstalter am Samstagabend den Bodenzoologen Werner Kratz eingeladen. Der studierte Chemiker, Biologe und Ökotoxikologe ist zweiter Vorsitzender des Naturschutzbunds Brandenburg. Zum Film gab er eine Einführung und stand für die Diskussion zur Verfügung. Deutschland müsse den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren, da Wildkräuter totgespritzt würden, so Kratz. Die Biodiversität, die Biologische Vielfalt, bildet eine der wichtigsten Lebens- und Überlebensgrundlagen der Menschen. „500 Arten Wildbienen hatten wir mal im Land Brandenburg, fünfzig Prozent davon sind bereits weg“, mahnte er. Den Regenwurm, dessen Anzahl durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stark abgenommen hat, bezeichnete Kratz als Bio-Ingenieur für die Böden. Daniel Schacht, der in Baruth konventionelle Landwirtschaft betreibt, sagte: „Für mich ist Pflanzenschutz ein großer Kostenpunkt. Pflanzenschutzmittel sind teuer. Ich setze sie sparsam und nur punktuell ein, aber ganz darauf verzichten kann ich nicht.“ Bernd Hüsgen vom Bio-Hof Alt-Domigk in Groß Zischt erklärte, man baue nur eigene Futtermittel an um nicht in die Gyphosat-Falle zu tappen.

Zu den Besuchern des Abends gehörten auch Rosemarie und Gunter Wieden von der Bürgerinitiative Am Mellensee, die sich gegen Massentierhaltung und für Nachhaltigkeit einsetzt. Für das Ehepaar war der Film wichtiger Mahner. Wenn es die Ökofilmtour nicht gäbe, müsste man sie sofort erfinden, meinten andere Zuschauer, die auch noch den Film über Billigfleisch und Wegwerfküken angesehen hatten.

Von Gudrun Ott

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