Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Film kritisiert Glyphosat-Einsatz
Lokales Teltow-Fläming Film kritisiert Glyphosat-Einsatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:55 04.04.2016
Werner Kratz vom Nabu bei seiner Einführung zum Film. Quelle: Gudrun Ott
Anzeige
Glashütte

Erstmals war am Wochenende die Ökofilmtour in Glashütte. Gezeigt wurden Filme für Kinder und Jugendliche, auch Filme für Erwachsene. Unter anderem lief der Film „Gift im Acker“. Die Filmemacher beschäftigen sich mit dem meistgenutzten Pestizid in der Landewirtschaft, dem Glyphosat, das von der Weltgesundheitsorganisation WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird. Die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde Efsa und das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) sehen das allerdings anders.

Laut dem Film erkranken Tiere und Menschen an den Folgen von Glyphosat. Auf Monokulturen in Südamerika, aber auch in den USA und in den Niederlanden seien bereits Missbildungen aufgetreten. Im Film berichten Schweinezüchter aus Dänemark über Missbildungen bei ihren Tieren. Die Tiere nehmen Glyphosat mit dem Futter auf. Je höher die Dosis, umso mehr Missbildungen gibt es. Erst als der Bauer keine Futtermittelmischung mehr verwendet und eigenes Futter anbaut, bleiben die Missbildungen aus. Selbst Missbildungen bei Kindern wirft der Film dem Pflanzenschutzmittel vor.

Fünf Millionen Liter Glyphosat im Jahr auf Deutschlands Feldern

Glyphosat steckt im Brot, im Fleisch, im Bier, im Wasser, in der Milch, sogar in der Muttermilch. Ein Milchbauer im Allgäu und ein Tierarzt erzählen im Film von ihren schlechten Erfahrungen mit dem Pestizid, das bei den Kühen zur Unfruchtbarkeit und zur Veränderung des Erbgutes führt.

Fünf Millionen Liter Glyphosat landen jährlich auf deutschen Feldern. Dass Glyphosat langfristig auch das Wurzelsystem der Pflanzen schädigt, fanden Farmer und Wissenschaftler in den USA bestätigt. Aber Unkräuter entwickeln mit der Zeit eine Resistenz gegen Glyposat, also werden immer größere Mengen ausgebracht.

Nabu-Experte warnt vor Risiko für Biodiversität

Als Kenner der Materie hatten die Veranstalter am Samstagabend den Bodenzoologen Werner Kratz eingeladen. Der studierte Chemiker, Biologe und Ökotoxikologe ist zweiter Vorsitzender des Naturschutzbunds Brandenburg. Zum Film gab er eine Einführung und stand für die Diskussion zur Verfügung. Deutschland müsse den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren, da Wildkräuter totgespritzt würden, so Kratz. Die Biodiversität, die Biologische Vielfalt, bildet eine der wichtigsten Lebens- und Überlebensgrundlagen der Menschen. „500 Arten Wildbienen hatten wir mal im Land Brandenburg, fünfzig Prozent davon sind bereits weg“, mahnte er. Den Regenwurm, dessen Anzahl durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stark abgenommen hat, bezeichnete Kratz als Bio-Ingenieur für die Böden. Daniel Schacht, der in Baruth konventionelle Landwirtschaft betreibt, sagte: „Für mich ist Pflanzenschutz ein großer Kostenpunkt. Pflanzenschutzmittel sind teuer. Ich setze sie sparsam und nur punktuell ein, aber ganz darauf verzichten kann ich nicht.“ Bernd Hüsgen vom Bio-Hof Alt-Domigk in Groß Zischt erklärte, man baue nur eigene Futtermittel an um nicht in die Gyphosat-Falle zu tappen.

Zu den Besuchern des Abends gehörten auch Rosemarie und Gunter Wieden von der Bürgerinitiative Am Mellensee, die sich gegen Massentierhaltung und für Nachhaltigkeit einsetzt. Für das Ehepaar war der Film wichtiger Mahner. Wenn es die Ökofilmtour nicht gäbe, müsste man sie sofort erfinden, meinten andere Zuschauer, die auch noch den Film über Billigfleisch und Wegwerfküken angesehen hatten.

Von Gudrun Ott

Klaus Feldmann war von 1961 bis 1989 Sprecher der Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“ im DDR-Fernsehen. Aus den witzigsten Versprechern und anderen Anekdoten hat er ein Buch gemacht, das er nun in der Bücherstadt Wünsdorf vorgestellt hat.

04.04.2016

Gemeinsam mit dem Biologen Reinhard Beier hat sich eine Gruppe von Familien am Samstagabend im Dahlewitzer Gutspark auf die Suche nach Kröten und Fröschen gemacht. Das war aber gar nicht so einfach. Die Amphibien wollten sich zunächst nicht zeigen – bis eine Erdkröte auftauchte.

04.04.2016
Teltow-Fläming Bürgerinitiative in Märkisch-Buchholz - Kampf gegen Pläne zur Erdgasförderung

Das Thema ist klar umrissen, der Gegner ausgemacht: Die Bürgerinitiative „Bürger in Bewegung“, die sich vor gut einem Jahr in Märkisch Buchholz formiert hat, kämpft mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den französischen Energiekonzern Engie – genauer gegen dessen Pläne, Erdgas in der Region zu fördern.

04.04.2016
Anzeige