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Teltow-Fläming "Die Schneekönigin" spielt in Zossen
Lokales Teltow-Fläming "Die Schneekönigin" spielt in Zossen
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17:49 31.05.2014
Quelle: Frank Pechold
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Zossen

"Action bitte! Kamera läuft!", hallt es am Freitag um die Mittagsstunde erstmals über den Zossener Kirchplatz. Augenblicke später tollen Kinder vor dem Pfarrhaus umher. Plötzlich kommt ihnen ein Bauer mit einem Fuhrwerk voller Heu auf dem mit Laub, Strohresten und Pferdeäpfeln präparierten Kopfsteinpflaster entgegen. Sowohl der Kirchplatz als auch das Heimatmuseum "Alter Krug" in Zossen sowie ein Bauernhof an der Schöneicher Lindenstraße waren am Freitag Drehorte für den neuen Märchenfilm "Die Schneekönigin".

"Das ist schon total spannend, wenn so eine Märchenwelt direkt vor der eigenen Haustür zum Leben erweckt wird", freut sich Pfarrer Sandro Vogler über die Filmleute. Dienstag habe plötzlich jemand vom ZDF bei ihm geklingelt. "Der Mann wollte wissen, ob ich etwas dagegen habe, dass hier gedreht wird", sagt Vogler. Als der Pfarrer hörte, dass es sich um einen Kinderfilm handelt, habe er sofort zugestimmt.

"Für die Zeit der Dreharbeiten mussten unsere Blumenkästen verschwinden. Also sind da ein paar Leute Donnerstag die ganze Zeit mit einem Hublift vor unserem Haus hin und her gefahren und haben die Kästen abgeschraubt", erzählt Voglers Frau Elke. An der benachbarten Bibliothek wurde sogar eine verglaste Front hinter einer filmtauglichen, alten Tür versteckt.

Hans Christian Andersens Märchen "Die Schneekönigin" wird mitten in Zossen (Teltow-Fläming) neu verfilmt. Die traurigschöne Geschichte um die Nachbarskinder Kay und Gerda ist Weihnachten im Fernsehen zu sehen.

Vor der märchenhaft schönen Kirchplatz-Kulisse spielen Stars keine große Rolle. Stattdessen haben ausnahmslos junge und alte Statisten ihren kleinen Auftritt. "Ich spiele einen heruntergekommenen Baron", sagt der Berliner Wolfgang Ikert und lüftet kurz seinen Zylinder. Rita Zein war extra aus Aken (Sachsen-Anhalt) für ihre erste Nebenrolle angereist. "Wahrscheinlich verkörpere ich eine von drei Wäscherinnen", sagt Zein. Wenig später findet sie sich auf Anweisung der Regie nicht als Wäscherin, sondern als Marktfrau vor der Kamera wieder.

Kurz nach 13 Uhr ist die Szene mit den tollenden Kindern im Kasten und Regisseurin Karola Hattop zufrieden. Blitzschnell wird die Technik abgebaut, zieht der Tross zum Museum "Alter Krug" weiter. Am zweiten Drehort nimmt sich die Regisseurin Zeit für eine Kaffeepause mit ihrer Gastgeberin Karola Andrae. "Hallo, Karola", begrüßt Hattop ihre Vornamensvetterin und Vorsitzende des Heimatvereins Zossen. Erst seit Sonnabend weiß Andrae von dem Filmdreh im Museum. "Während meines Museumsdienstes kam ein Mann rein, schaute sich unsere schwarze Küche an und fragte nach der Stube mit dem roten Fußboden." Bald stand fest, dass in der Stube gedreht wird. "Deshalb haben wir alle Ausstellungsstücke umgelagert", erzählt Andrae.

Bett, Tisch und Stühle für die Stube mit den weiß gekalkten, nackten und rissigen Wänden stammen aus dem Filmfundus Potsdam-Babelsberg. Hier hausen die Großmutter (Annekathrin Bürger) und ihre Enkel Kay (Kristo Ferkic) und Gerda (Flora Li Thiemann) gemeinsam unter einem ärmlichen Dach.

"Zossen als Drehort war ein reiner Zufall. Ursprünglich wollten wir in Bad Belzig drehen", sagt Produzentin Ingelore König, Geschäftsführerin der Kinderfilm GmbH Erfurt. Aber in Belzig hätten alle vorgeschlagenen Drehorte "nicht so recht gepasst. Deshalb haben wir uns ganz kurzfristig für Zossen und Schöneiche entschieden." Zossen ist im Film ein Dorf irgendwo in Deutschland. "Hier fällt im Film auch Schnee", sagt Ingelore König. "Mit welchen Tricks wir da arbeiten? Das wird natürlich nicht verraten."

Info: "Die Schneekönigin" wird Weihnachten im ZDF gezeigt.

Von Frank Pechhold

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