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Filmprojekt kommt in Fahrt

Blankensee Filmprojekt kommt in Fahrt

Zunächst sah es hinsichtlich der benötigten Eigenmittel für das Filmprojekt „Blankensee Beat“ recht düster aus. Doch nun ist die Anschubfinanzierung da; die ersten Interviews mit Zeitzeugen konnten geführt werden.

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Das Filmteam mit Barbara Högl (r.), Zeitzeugin Anita Lapsien (3. v. r.) und Hella Strüber (4. v.rl.) von der evangelischen Kirchengemeinde Blankensee.

Quelle: Carsten Krüger

Blankensee. Das Filmprojekt „Blankensee Beat“ nimmt langsam, aber sicher Fahrt auf. Nachdem im Herbst der Startschuss für eine Spendensammlung gefallen war, sind nun die ersten Interviews mit Zeitzeugen im Kasten. Mit der Gemeinschaftsaktion entsteht nicht nur ein Dokumentarfilm über Blankensee schlechthin, sondern eine lebendige Ortschronik und ein multimediales Museum über die Dorfgeschichte aus mehr als 80 Jahren. „Wir wollen Menschen jeden Alters befragen, die uns ihre Geschichten aus verschiedenen Zeitepochen erzählen“, sagt Ideengeberin und Filmemacherin Barbara Högl (73). So soll ein facettenreiches, historisches Panorama mit lebendigen Hauptdarstellern entstehen.

Enttäuschender Spendenauftakt

Das Filmprojekt insgesamt wird 100 000 Euro kosten und soll mit Hilfe von Fördermitteln finanziert werden. Doch um an Fördertöpfe zu kommen, ist ein Eigenanteil von rund 20 000 Euro erforderlich. Die Spendensammlung über das sogenannte Crowdfunding – eine Art Schwarmfinanzierung über das Internet – war im Herbst enttäuschend verlaufen und brachte nur etwa 600 Euro ein. „Viele Leute zeigten sich sehr interessiert“, sagt Barbara Högl, „aber die meisten konnten sich mit der Spende per Mausklick nicht anfreunden, es lief hier einfach nicht.“

Doch inzwischen hat sich die brandenburgische Landeszentrale für Politische Bildung mit einem Beitrag von 3760 Euro beteiligt. Außerdem wurden von der AG Medienprojekt Blankensee bisher mehr als 3800 Euro an Eigenleistungen erbracht. „Damit ist ein schöner Anfang gemacht und wir konnten die ersten beiden Interviews führen“, sagt Barbara Högl.

Anita Lapsien als erste Zeitzeugin

Als erste Zeitzeugin wurde Anita Lapsien befragt. Die heute 83-Jährige lebte in Blankensee acht Jahrzehnte lang in dem Haus, in dem sie geboren wurde und aufgewachsen ist. Sie war Küsterin und pflegte außerdem den Friedhof. Inzwischen ist sie in eine Seniorenresidenz nach außerhalb gezogen. „Sie kennt Blankensee wie ihre Westentasche und konnte so viel erzählen“, schwärmt Barbara Högl. So berichtete die Ur-Blankenseerin über ihr Glücksgefühl, die politische Wende und endlich ein geeintes Deutschland zu erleben, aber auch über Dinge, die sie ärgerten.

Ein zweites Interview dreht sich um die 89-jährige Ilse Langbein und deren Familie. „Man darf gespannt sein, welche schönen und auch schmerzhaften Eindrücke sie schildert“, sagt Barbara Högl.

Filmprojekt über Blankensee

„Blankensee Beat“ bedeutet „Herzschlag von Blankensee“ und soll das Leben und die Geschichte des Dorfes widerspiegeln.

Es ist ein Medienprojekt der Stadt Trebbin und der Filmemacherin Barbara Högl mit ihrer Widderstein GmbH.

Die Idee stammt aus dem Jahr 2014; den Startschuss für die Finanzierungsphase gab’s im September 2016.

Unterstützt werden die Akteure nicht nur von der Stadt Trebbin, sondern auch von der evangelischen Kirchengemeinde, der Blankenseer Dorfgemeinschaft und der Naturpark-Grundschule. Denn auch die Schüler werden befragt und selbst andere befragen. „Das Leben in diesem Dorf ist so vielfältig“, sagt Barbara Högl, „allein dass hier zwei verschiedene Kirchengemeinden existieren, ist eine schöne Bereicherung.“

„Blankensee Beat“ ist ein breit angelegtes Projekt mit drei Effekten: Zum einen werden Lebensgeschichten zum lebendigen Archiv. Zum Zweiten werden die Ergebnisse Bestandteil des Blankenseer Museums und dort abrufbar sein. Zum Dritten entsteht ein Dokumentarfilm über 90 Minuten. Er wird als DVD käuflich zu erwerben sein und außerdem Fernsehsendern, Vereinen, Schulen und politischen Institutionen angeboten. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. „Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen. Wer uns unterstützen will, meldet sich bei Trebbins Vize-Bürgermeisterin Ina Schulze“, sagt Barbara Högl.

Info: Ina Schulze, Telefon 03 37 31/8 42 33

Von Elinor Wenke

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