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Fingerfertigkeit mit Nadel und Faden

Luckenwalde Fingerfertigkeit mit Nadel und Faden

Yuliya Schneider übernimmt die Nähstube von der Stiftung Neue Sozialarbeit in Luckenwalde. Dort entsteht jedes Jahr die Tracht der Flämingkönigin. Die Spätaussiedlerin aus Kasachstan hat lange mit sich gerungen und ist dann das Wagnis der Selbstständigkeit eingegangen.

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Yuliya Schneider hat sich mit der Nähstube selbstständig gemacht.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Yuliya Schneider hat die Nähstube der Neuen Sozialarbeit Brandenburg in der Mauerstraße übernommen. „Ich hatte schlaflose Nächte, weil ich nicht sicher war, ob ich mich selbstständig machen sollte. Mich dann aber nach reiflicher Überlegung entschieden, es zu wagen“, sagt die 46-Jährige.

Gelernte Schneiderin aus Kasachstan

Seit 2012 war sie bei der Neuen Sozialarbeit Brandenburg angestellt. Nachdem die Nähstube in Luckenwalde vor kurzem geschlossen wurde, bot der Geschäftsführer an, dass Yuliya Schneider die Räumlichkeiten und das Inventar übernehmen könnte. Die Spätaussiedlerin hat in Kasachstan hat den Beruf von der Pike auf gelernt.

Seit 2002 wohnt Yuliya Schneider mit ihrem Mann und drei Kindern in Luckenwalde. „Mein Mann Juri war es auch, der mir dazu geraten hat, die Nähstube zu übernehmen“, erzählt die Jung-Unternehmerin.

Anfang mit Arbeitsfördermaßnahme

Dass sie damals überhaupt einen Job bekommen hat, war großes Glück. Man hatte ihr prophezeit, dass sie als Schneiderin in Deutschland keine Arbeit finden würde. Dann hatte ihr eine Bekannte von der Arbeitsförderungsmaßnahme bei der Neuen Sozialarbeit berichtet und sie bewarb sich. Nach einem Jahr, als sie schon gar nicht mehr damit gerechnet hatte, bot ihr Nähstubenchefin Gudrun Weiß ein Praktikum an. Und Yuliya Schneider konnte mit ihrer Arbeit überzeugen, erhielt eine Festanstellung und war glücklich.

„In Luckenwalde habe ich das erste Mal etwas von Trachtennäherin gehört. Dass kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht“, berichtet sie über neue Erfahrungen im gelernten Beruf. Doch ihre Fachkenntnis und Fertigkeit war sehr gefragt, wenn es dann in der Nähstube darum ging, dass jedes Jahr für die jeweils neue Flämingkönigin das Trachtenkleid genäht wurde.

Idee: Faschingskostüme für Kindergärten

Seit August hat Yuliya Schneider die Nähstube in der Luckenwalder Mauerstraße im Nebenerwerb angemeldet. Seit dem 1. Oktober geht es nun im Haupterwerb weiter. Die Kundenannahme erfolgt dienstags und donnerstags von 9 bis 16 Uhr. Die übrige Zeit nutzt sie dazu, die Aufträge abzuarbeiten. Angenommen wird alles, was in einer Schneiderwerkstatt möglich ist – von Änderungen bis hin zu Neuanfertigungen.

Je nach Auftragslage will sie entscheiden, ob eine Mitarbeiterin eingestellt wird. Ideen hat sie einige. In den kommenden Wochen will sie sehen, ob sich diese umsetzen lassen. So könnte sie sich vorstellen für Kindergärten Faschingskostüme zu nähen. „Aber erst mal abwarten, ob überhaupt Interesse besteht“, fügt sie hinzu.

Von Margrit Hahn

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