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Teltow-Fläming Fitness-Center als Begegnungsraum
Lokales Teltow-Fläming Fitness-Center als Begegnungsraum
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00:19 18.11.2017
Niksiyar Bayat, Jana Trapp und Frank Schulze (v.l.) beim Aufbau. Quelle: Isabelle Richter
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Altes Lager

Schrauben, Scharniere , Gewichte: Frank Schulze, Jana Trapp und Niksiyar Bayat kämpften sich in den letzten Tagen durch die komplizierte Montageanleitung der modernen Kraftstation im neuen Fitnessraum in Altes Lager.

Inzwischen steht das Multifunktionsgerät für den ersten Test. Am 25. November soll der Trainingsraum im Keller des Flüchtlingsheims offiziell eröffnet werden – und zwar für alle.

Heimleitung hofft auch auf deutsche Sportsfreunde

Denn Nadine Fischer möchte das Angebot nutzen, um Einheimische und Geflüchtete zusammenzubringen. Durch das gemeinsame Sporttreiben könnten so Bekanntschaften geschlossen und Berührungsängste abgebaut werden. „Wir haben die Hoffnung, dass auch Leute aus Altes Lager zu uns kommen, die vielleicht nicht so viel Geld haben“, so die Heimleiterin und Vorsitzende des Vereins für Soziale Selbstverteidigung.

Die Nutzung des Raumes ist praktisch kostenlos. Nadine Fischer könne sich lediglich vorstellen, eine monatliche Gebühr von einem Euro zu erheben, um damit die Reinigung der Trainingsgeräte zu finanzieren. Im Gegensatz zu kommerziellen Fitnessstudios wäre das aber immer noch eine günstige Alternative.

Lieber Sport statt Blumen

Das Fitnessprojekt in Altes Lager wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit 7000 Euro ein Jahr lang unterstützt. Dabei stand anfangs etwas ganz anderes auf Nadine Fischers Liste. Die Heimleiterin erzählt: „Ich wollte erst Blumen und Bänke für unser Außengelände beantragen.“

Bei ihren überwiegend männlichen Bewohnern stieß sie damit aber auf wenig Begeisterung. Deshalb fragte sie nach weiteren Vorschlägen. Einstimmig fiel die Entscheidung auf den gemeinsamen Fitnessraum.

Da sich Nadine Fischer in diesem Bereich kaum auskannte, halfen ihr die Bewohner bei der Auswahl von Geräten und der Gestaltung des Raumes. „Ich war ganz froh darüber. Ich hätte zum Beispiel so ein Fahrrad gekauft, aber die Jungs meinten, das wäre überflüssig, da sie im Alltag sowieso viel mit dem Fahrrad unterwegs sind“, sagt die Heimleiterin. Vom Rudergerät bis hin zu Boxsäcken sowie Steppern und Yogamatten stehen nun verschiedene Übungsmaterialien zur Verfügung.

Keine Geschlechtertrennung beim Training

In Vorfreude auf ihre erste Sportstunde haben sich die Ersten bereits klare Ziele gesetzt. „Eine Frau aus Kamerun hat gerade ihr Baby bekommen und möchte etwas für ihre Figur tun“, berichtet Nadine Fischer. Den Bereich für Frauen und Männer trennen möchte die Heimleiterin aber bewusst nicht.

Denn auch die Geflüchteten müssen sich ihrer Meinung nach daran gewöhnen, dass es in Deutschland üblich ist, gemeinsam mit dem anderen Geschlecht zu trainieren.

Da vom Fördergeld sogar noch etwas übrig ist, sollen im Sommer auch noch Trampoline für den Garten gekauft werden. Somit wäre auch der Sportbereich für den Nachwuchs abgedeckt.

Von Isabelle Richter

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