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Flötenspiel als Liebesbeweis

Kloster Zinna Flötenspiel als Liebesbeweis

Alibaba Safary lernt an der Musikschule Teltow-Fläming Querflöte spielen. Der Rotary-Club in Kloster Zinna bezahlt den Unterricht für ein Jahr. In seiner Heimat Afghanistan hat man gute Chancen bei den Frauen, wenn man Flöte spielen kann. Ihm hat es allerdings nichts genutzt. Seine Angebetete wurde mit 16 Jahren verheiratet – mit einem anderen.

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Alibaba Safary gibt bei den Rotariern in Kloster Zinna eine Kostprobe seines Könnens.

Quelle: Margrit Hahn

Kloster Zinna. Alibaba Safary aus Afghanistan lernt in der Kreismusikschule Teltow-Fläming Querflöte. Zu verdanken hat er das dem Rotary-Club Kloster Zinna, dessen Mitglieder ihm den Unterricht finanzieren.

Der 17-Jährige lebt seit fünf Monaten in Deutschland und hatte schon in seinem Heimatland begonnen, Querflöte zu spielen. Von seinem Hobby erfuhr auch Christina Unnerstall, die in der Willkommensklasse der Luckenwalder Oberschule Deutsch lehrt und selbst Musikerin ist. Als sie hörte, dass Alibaba gern weitermusizieren würde, schlug sie dem Rotary-Club, dessen Mitglied sie ist, vor, den Jugendlichen aus Kabul zu fördern. Ihre Idee kam bei den Rotariern so gut an, dass sie die Musikschule für ein Jahr bezahlen.

Klassik mag er am liebsten

Zur ersten Musikstunde begleitete Christina Unnerstall ihren Schützling. Inzwischen kennt er sich gut aus. Die Musikschule, in der er Einzelunterricht erhält, stellte ihm ein Leihinstrument zur Verfügung. Die Flöte zu Hause war aus Holz, hier spielt er auf einem Blechblasinstrument. Am liebsten mag er Klassik.

Das einzige Problem: Im Übergangswohnheim in der Forststraße in Luckenwalde kann er kaum üben, weil sich die anderen Bewohner gestört fühlen. Er lebt dort mit seiner Mutter – beide suchen dringend eine eigene Wohnung. Der Junge besucht die Klasse 9b in der Oberschule. Er fühlt er sich inzwischen wohl und hat Freunde gefunden. Sein Lieblingsfach ist Kunst. Später würde er gern Pfleger oder Arzthelfer werden.

In der afghanischen Heimat musste er eine Schwester und zwei Brüder zurücklassen. Dort gibt es eine Tradition, die mit dem Flötespiel zu tun hat. „Wenn sich in Afghanistan ein Junge verliebt, muss er Flöte spielen können“, erzählt er. Also hat er sich eine Flöte angeschafft, als er seine Freundin kennenlernte. Zwei Jahre später spielte er ihr im Garten ein Lied vor. Sie brach vor Freude in Tränen aus. „Ich allerdings auch“, berichtet Alibaba Safary . Viel genutzt hat das Ganze allerdings nicht . Mit 16 Jahren wurde die Freundin verheiratet – mit einem anderen.

Kostprobe als Dankeschön

Trotzdem möchte Alibaba richtig Flöte spielen lernen. Daher freut er sich über die Chance, die ihm geboten wird. Eine Kostprobe als Dankeschön gab es beim jüngsten Treffen der Rotarier in Kloster Zinna.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Rotarier junge Leute unterstützen. Bisher waren acht Austauschschüler aus unterschiedlichen Ländern in der Region und ebenso viele sind von hier in die Welt gezogen. Auch ein Schwimmkurs für Flüchtlinge wurde schon unterstützt (die MAZ berichtete).

Von Margrit Hahn

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