Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Flüchtlinge in Ludwigsfelde suchen Lernorte
Lokales Teltow-Fläming Flüchtlinge in Ludwigsfelde suchen Lernorte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:20 03.06.2016
Beifall für ihre Arbeit bekamen die ehrenamtlichen Lernbegleiter Ute Appel und Ulrich Kühn. Ihre Erfahrung: Wichtig für Flüchtlinge ist das direkte Übersetzen ins Deutsche, ohne Umweg über andere Sprachen. Quelle: Abromeit
Anzeige
Ludwigsfelde

Ausgerechnet jetzt muss die Stadtbibliothek Ludwigsfelde ihre Öffnungszeiten krankheitsbedingt verkürzen. Dabei suchen in den Heimen Birkengrund und Kastanienallee Flüchtlinge, die schnell Deutsch lernen wollen, händeringend Orte, wo sie ungestört büffeln können. Im Alltag der Asylsuchenden zwischen Kochen, Wäsche waschen und spielenden Kindern reicht die Ruhe nicht, die fremden Worte und Sätze zu behalten.

Dieses Dilemma war nur eines der vielen Themen, das die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer der Stadt bei ihrem ersten Integrationsforum auf die Tische des Rathaussaales packten. Aus der früheren Facebook-Gruppe „Helfen in Lu“ war der Runde Tisch mit Dutzenden Teilnehmern geworden. Doch die Treffs im Heim Birkengrund dauerten immer länger, zu viele Regularien mussten zu oft immer neu erklärt werden. Das kostete Zeit, die Hauptamtlichen fehlt. Deshalb trennte man die Helfer-Runden, wer hauptamtlich Flüchtlingshilfe leistet, trifft sich im Rathaus.

Runde für die Ehrenamtlichen

Dorthin lud Flüchtlingskoordinator Dirk Krause jetzt die Ehrenamtler ein. Mit einem Rundumschlag streifte er alle aktuellen Helfer-Themen in der Stadt: Treffpunkte außerhalb der Heime, Sommerfeste zum Begegnen mit Einheimischen, Kontakte zu Sportvereinen, das Wiederbeleben des Ausländertreffs „Esperanca“ im Waldhaus, das Einbeziehen der Flüchtlinge ins Vorbereiten des jährlichen Brückenfestes, die Standmiete der neuen mobilen Fahrradwerkstatt. Letztere beträgt zehn Euro. „Doch selbst an diesem Geld hängt es oft“, so Krause. Bürgermeister Andreas Igel (SPD) erklärte: „Nehmen Sie einen anderen als den Markttag, dann muss die Stadt diese Miete nicht erheben.“

Deutschlernen ist das wichtigste

Seit sieben Monaten ist der syrische Textil-Grafikdesigner Ahmad Mawaldy in Ludwigsfelde. Er will unbedingt Deutsch lernen: „Das ist das Wichtigste. Wir brauchen sonst immer Hilfe, wenn nur Arabisch oder Englisch gesprochen wird.“ Er war es auch, der das Bibliotheksproblem ansprach. „Und drei Tage in der Woche ist ganz zu. Aber wo ist ein Raum der Stille?“ Dass ihm so viele Leute gegenübersaßen, die Flüchtlingen helfen wollen, mache ihn glücklich. „Normalerweise spreche ich nur mit einer Person. Aber hier...“ Rathauschef Igel war die Bibliotheksmisere sichtlich unangenehm: „Ich kann nicht versprechen, das kurzfristig zu lösen.“ Die Integrationsbeauftragte Marina Ujlaki erklärte, es gebe zwar Räume in der Stadt, doch es fehlten Leute mit Schlüsselgewalt, die zu den Zeiten auf- und zuschließen, wenn die Räume gebraucht werden. Auf Ujlakis Tisch, so Igel, gehörten alle Flüchtlingsprobleme möglichst schnell, damit effektiv Lösungen gesucht werden könnten. Für den Bürgermeister ist die neue Form des Treffens noch nicht das Gelbe vom Ei. Sein Fazit nach diesem ersten Integrationsforum der Ehrenamtler: „Wir brauchen Foren zu Themenschwerpunkten, damit wir auch an einem Abend zu Lösungen kommen können.“

Von Jutta Abromeit

Polizei Teltow-Fläming: Polizeibericht vom 3. Juni - Kollision beim Auffahren auf B101

Beim Auffahren auf die B101 in Großbeeren ist ein 27-Jähriger mit seinem Peugeot mit einem Mitsubishi zusammengestoßen. Die Wucht des Aufpralls drückte beide Fahrzeuge dann in die Mittelleitplanke. Der Peugeotfahrer erlitt einen Schock, es entstand ein Schaden von 6000 Euro.

06.06.2016

Unbekannte haben in der Nacht zu Freitag zwei Autos und einen Lkw in Jüterbog und Altes Lager (Teltow-Fläming) mit Böllern attackiert und beschädigt. Bei den Autos zündeten die Kriminellen die Böller unter den Heckscheibenwischern. Beim Lkw wurde ein Böller gegen die Scheibe geworfen. Die Polizei hofft auf Zeugen.

03.06.2016

Der Anfang 2015 erfolgte Kahlschlag von rund drei Hektar Erlenbruchwald auf EU-Schutzgebiet im Genshagener Busch wird nicht weiter strafrechtlich untersucht. Die Naturfreunde Brandenburg wollen sich mit dem Frevel nicht abfinden und kämpfen für ein Beschwerderecht.

03.06.2016
Anzeige