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Flüchtlinge wehren sich gegen Zwangsumzug

Kreis lässt Wohnheim in Jüterbog räumen Flüchtlinge wehren sich gegen Zwangsumzug

Aufregung im Jüterboger Flüchtlingsheim am Quellenhof: Der Kreis Teltow-Fläming ließ es am Montag teilweise räumen. Grund dafür sind bauliche Mängel, die der Betreiber nicht beseitigt hatte. Doch es gibt Widerstand. Die Bewohner wollen nicht weg. Auch ein Wohnheim in Luckenwalde soll leergezogen werden.

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Die Bewohner des Jüterboger Wohnheims sind in Aufregung, weil sie von heute auf morgen umziehen sollen.

Quelle: Josefine Sack

Jüterbog. Überraschend ließ der Landkreis am heutigen Montagmorgen das Übergangswohnheim am Quellenhof in Jüterbog räumen. Die 55 Bewohner werden auf andere Unterkünfte im Landkreis verteilt. Dies bestätigte die Kreisverwaltung auf MAZ-Anfrage.

Umzug ohne Ankündigung

Die Aufforderung zum Umzug kam unerwartet und ohne Ankündigung. Ein Großteil der alleinstehenden männlichen Flüchtlinge wurde, nachdem sie ihre Habseligkeiten in Kisten gepackt hatten, in eine Unterkunft nach Hennickendorf bei Luckenwalde gebracht. Dort stehen Unterkünfte zur Verfügung, in denen bislang Saisonarbeiter fürs Spargelstechen untergebracht waren. Doch die meisten Bewohner aus dem Quellenhof haben sich mittlerweile schon wieder auf den Rückweg nach Jüterbog gemacht.

Grund für die Schließung des Heims sind vor allem bauliche und Brandschutz-Mängel an dem Gebäude. Trotz einer Frist des Landkreises war der Betreiber des Heims, die Firma Campanet, der Beseitigung dieser Missstände nicht rechtzeitig nachgekommen.

Sozialamtsleiter will die Wogen glätten

Zehn Familien mit Kindern, die in Jüterbog bereits in die Schulen gehen und als gut integriert sind, leben derzeit im Quellenhof. Sie sollen am Dienstag abgeholt werden. Weil sie nicht umziehen wollen in das vergleichsweise schlecht angebundene Heim in Hennickendorf, warb Guido Kohl, Sozialamtschef in der Kreisverwaltung Teltow-Fläming, am Montagnachmittag um Verständnis für den Umzug. Das Ergebnis dieser Unterhaltung ist noch nicht bekannt.

Erst in der vorigen Woche hatte das Heim und sein Betreiber für Schlagzeilen gesorgt, nachdem der bisherige Heimleiter kurzfristig seinen Job aufgegeben hatte. Nach Angaben von Campanet sei ein Nachfolger schon gefunden. An dieser Darstellung gab es vor Ort aber Zweifel.

Landkreis bestätigt Leerzüge von Heimen in Jüterbog und Luckenwalde

Der Landkreis Teltow-Fläming hat inzwischen in einer offiziellen Stellungnahme die MAZ-Berichterstattung bestätigt. „Aktuell werden in den kommenden Tagen alle Bewohner aus dem Übergangswohnheim für Asylbewerber und ausländische Flüchtlinge im Quellenhof 1 in Jüterbog auf andere Übergangswohnheime in der Stadt beziehungsweise in Hennickendorf verteilt“, heißt es darin, „dies ist erforderlich, weil die rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich des Landesaufnahmegesetzes und des Brandschutzes von der Betreiberfirma nur unzureichend erfüllt werden. Eine bestehende befristete Ausnahmeregelung zum Betreiben der Einrichtung ist abgelaufen. Über die weitere Nutzung des Übergangswohnheimes ist der Landkreis mit der Betreiberfirma im Gespräch.“

Zudem werde auch das Haus 1 in der Grabenstraße in Luckenwalde leergezogen. „Dies erfolgt in Absprache mit dem Landesamt für Soziales und Versorgung zum 31. März 2016“, teilt die Kreis-Pressestelle mit, „Grund dafür ist, dass es sich um eine Notunterkunft mit eingeschränkten Qualitätsstandards handelte. Die Asylsuchenden, die dort bislang untergebracht waren, werden in die Thermohalle am Biotechnologiepark Luckenwalde umgesiedelt.“ Dort soll es vor der offiziellen Inbetriebnahme einen Tag der offenen Tür für Anwohner geben.

Behörde erwartet „schwierige Situation“

Der Landkreis TF erwartet in dieser Woche keine neuen Asylbewerber. In der vergangenen Woche sind 60 Personen eingetroffen, die in Ludwigsfelde untergebracht worden sind. Nach wie vor liegen der Kreisverwaltung keine konkreten Prognosen für das Jahr 2016 vor, allerdings stellt sich die Behörde angesichts der konkreten politischen Weltlage erneut auf eine schwierige Situation ein.

Von Josefine Sack

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