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Flüchtlingsforum mit Ehrung

Luckenwalde Flüchtlingsforum mit Ehrung

Beim Forum vom „Bündnis für Brandenburg“ am Sonnabend in Luckenwalde ehrte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) die Flüchtlingshelferin Marianne Gosen vom Verein „Hominum International“ aus Blankenfelde-Mahlow. Auch Sozialministerin Diana Golze (Linke) und Sängerin Katja Ebstein würdigten das Engagement und nahmen an der Diskussion teil.

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Marianne Gosen wurde für ihr Engagement geehrt.

Quelle: Peter Degener

Luckenwalde. Marianne Gosen war nur eine von mehr als 100 Ehrenamtlichen, die am Sonnabend das Dialogforum vom „Bündnis für Brandenburg“ im Kreishaus Luckenwalde besucht haben. Doch wurde die Bankkauffrau aus Blankenfelde-Mahlow an diesem Tag stellvertretend für ihren Verein „Hominum International“ von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als „Ehrenamtlerin des Monats“ ausgezeichnet.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD)  ehrte Marianne Gosen

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ehrte Marianne Gosen

Quelle: Peter Degener

Was sie getan hat, können auch viele andere Menschen in Brandenburg und Teltow-Fläming berichten. „Als ich im September vor einem Jahr die Bilder der Flüchtlinge aus Ungarn sah, hat mich das betroffen gemacht. Gleichzeitig habe ich so viele negative Statements im Internet gelesen, obwohl damals noch nicht ein einziger Flüchtling in Blankenfelde-Mahlow angekommen war“, sagt Gosen. Sie half, einen Verein zu gründen, der mittlerweile 65 Mitglieder hat und sich um 430 Flüchtlinge in zwei Unterkünften ihres Heimatortes kümmert: Kleiderkammer, Fahrradwerkstatt, Beschäftigungen zum Deutsch-Lernen oder die Begleitung zu Behörden.

Diskussionsrunde mit Ministerpräsident und Sozialministerin

Woidke dankte ihr dafür, dass sie selbstlos handelt, um den Flüchtlingen die Ankunft in einer neuen Heimat zu erleichtern. „Diese Auszeichnung geht aber nicht an mich persönlich, sondern an den Verein. Allein kann man wenig ausrichten“, sagt Gosen über die Dankesurkunde des Ministerpräsidenten.

Volle Reihen beim Dialogforum

Volle Reihen beim Dialogforum.

Quelle: Peter Degener+

Beim Dialogforum wurde deutlich, wie exemplarisch Gosens Engagement ist. Angereist waren die Menschen aus ganz Brandenburg. Ihre Geschichten ähnelten sich und die Probleme ebenso. Während am Nachmittag Fachleute bereitstanden, um zu den Themen Arbeitsmarkt, Bildung, Ehrenamt und zu rechtlichen Fragen Hilfe anzubieten, gab es am Vormittag Gelegenheit, dem Ministerpräsidenten und Sozialministerin Diana Golze (Linke) Fragen zu stellen. Wohnungssuche, bürokratische Hemmnisse, aber auch die Furcht vor Gegnern der Hilfsbereitschaft, die gerade erst in Jüterbog einen Brandanschlag auf eine Unterkunft verübten, wurden angesprochen.

Markt mit Infoständen beim Dialogforum

Markt mit Infoständen beim Dialogforum.

Quelle: Peter Degener

Woidke und Golze antworteten im Sinne des Dialogforums, das in erster Linie vernetzen soll, und versprachen Hilfe durch Vermittlung von Gesprächen mit dem Schulamt, Verwaltungen oder der Polizei. Und sie vermittelten den Ehrenamtlichen, dass sie immer da gebraucht werden, wo die Möglichkeiten der Verwaltung nicht ausgeprägt sind – im Menschlichen.

Hintergrund

Der Aufruf zum Bündnis für Brandenburg stammt aus dem November 2015 und wurde bislang von 278 Menschen und Institutionen unterzeichnet.

Ziel ist die Vernetzung und Stärkung lokaler Initiativen zur Integration von Flüchtlingen in Brandenburg.

Das Bündnis unterstützt Projekte mit bis zu 2000 Euro. 2016 stehen noch etwa 60 000 Euro zur Verfügung, um vor Ort Strukturen aufzubauen oder die Teilhabe von Flüchtlingen an der Gesellschaft zu fördern.

Das Bündnis lädt landesweit zu Veranstaltungen. Mehr Infos unter www.buendnis-fuer-brandenburg.de

Nicht zuletzt deshalb war neben den Politikern auch die Sängerin Katja Ebstein Gast im Podium. Sie war vor einem Jahr eine der ersten Unterzeichnerinnen des Aufrufs vom „Bündnis für Brandenburg“ gewesen und berichtete von der Arbeit ihrer Stiftung, die Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien zum Beispiel Urlaubscamps ermöglicht. Über ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit erhalte sie viel zurück, sagte sie, es sei die „kostbare Beförderung all meiner Bedürfnisse“.

Von Peter Degener

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