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Flüchtlingshelfer kritisieren Landkreis

Campanet-Affäre Jüterbog Flüchtlingshelfer kritisieren Landkreis

Nachdem der Kreis Teltow-Fläming der Betreiberfirma Campanet gekündigt hat, werden nun erneut Vorwürfe laut – diesmal richten sie sich gegen den Landkreis selbst: Ehrenamtliche Helfer kritisieren, dass die schulpflichtigen Flüchtlingskinder seit einer Woche nicht zur Schule gehen, weil der versprochene Shuttlebus nicht zur Verfügung gestellt werde.

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Flüchtlingsheim

Quelle: Josefine Sack

Jüterbog. Nachdem der Landkreis der Firma Campanet die Lizenz über den Betrieb des Flüchtlingsheims im Quellenhof entzogen hat (die MAZ berichtete), werden nun auch Vorwürfe gegenüber der Kreisverwaltung laut: Ehrenamtliche Helfer aus Jüterbog kritisieren, dass die schulpflichtigen Kinder, die am vorigen Dienstag mit ihren Familien in einen Containerbau nach Hennickendorf (Nuthe-Urstromtal) gebracht wurden, seitdem nicht zur Schule gehen: „Der versprochene Bus vom Landkreis ist nicht da“, sagte Stefanie Bugs-Raasch. Dabei habe Sozialamtsleiter Guido Kohl vor einer Woche persönlich versichert, einen Transfer in die Jüterboger Schulen zu organisieren.

„Ein Schulbus nach Jüterbog war nicht in Aussicht gestellt worden“, stellte die Sozialdezernentin des Kreises, Kirsten Gurske (Linke), am Dienstag klar. An der endgültigen Variante für die Beschulung der der Kinder, die von Jüterbog nach Hennickendorf umgezogen sind, werde derzeit noch gearbeitet, heißt es in einer Stellungnahme, die der MAZ vorliegt. „Zurzeit besuchen sie die Schule in Zülichendorf. Die Kinder aus dem Übergangswohnheim in Hennickendorf werden mit einem Kleinbus zur Bushaltestelle gebracht. Dort nutzen sie den Schulbus nach Zülichendorf“, teilte Gurske mit.

Dies sei jedoch nicht der Fall: „Ich war am Morgen von 8.30 bis 10 Uhr in Hennickendorf und habe dort mindestens drei der Kinder, die vorher auf die Lindenschule in Jüterbog gingen, angetroffen“, sagte Helferin Angela Preuß am Dienstag. Direktorin Jana Simon bedauert, dass die Kinder aus dem Quellenhof so plötzlich aus ihren Klassen gerissen wurden: „Sie waren gut integriert und sollten im März mit auf die Klassenfahrt fahren. Im Sinne der Kinder wäre es schön, wenn sie weiter in Jüterbog zur Schule gehen könnten.“

Auch was die von Campanet entsorgten Spenden im Quellenhof betrifft, können die Flüchtlingshelfer nicht mit der Unterstützung des Kreises rechnen: „Der Quellenhof ist in Privatbesitz. Weder der Landkreis noch Ehrenamtler haben das Recht, dieses Gelände ohne Einwilligung des Pächters (Campanet) zu betreten“, hieß es vom Kreis. Man werde daher nichts unternehmen. Die Flüchtlinge hätten die Möglichkeit gehabt, ihr Eigentum beim Umzug mitzunehmen. „Von dieser Gelegenheit wurde auch Gebrauch gemacht“, sagte Gurske.

Von Josefine Sack

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