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Fluglärm-Gegner beschweren sich häufiger

Flughafen BER Fluglärm-Gegner beschweren sich häufiger

Über von Flugzeugen ausgehenden Lärm können Bürger sich beim Fluglärmschutz­beauftragten Patrick Strogies beschweren. Das taten im Jahr 2009 besonders viele Menschen aus den Städten und Gemeinden rund um Schönefeld, dann ebbte die Beschwerdewelle ab. Im Jahr 2015 wurden nun erstmals wieder mehr Rügen verzeichnet.

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Ärger um Fluglärm: Anwohner rund um den Flughafen Schönefeld beklagen sich wieder häufiger.

Quelle: Bernd Settnik

Dahmeland-Fläming. Anwohner rund um den Flughafen Schönefeld klagen wieder häufiger gegen Fluglärm als noch vor einem Jahr. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Gruppe BVB/Freie Wähler im Potsdamer Landtag hervor.

Wie das Brandenburger Infrastrukturministerium mitteilte, gingen beim Lärmschutzbeauftragten Patrick Strogies im Jahr 2015 genau 1048 Beschwerden gegen Fluglärm ein. Im Jahr zuvor waren es nur 843 Beschwerden – während im Jahr 2011 noch 2193 Fluglärm-Klagen vermerkt wurden. Das Rekordjahr war mit 23 700 Rügen das Jahr 2009. In der Hauptstadt waren es deutlich weniger. Wie die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, erhält sie seit Jahren unverändert täglich ein bis zwei Klagen zum Betrieb an beiden Berliner Flughäfen.

Flughafen-Gegner sind nicht überrascht

Für Jörg Pohland aus Schulzendorf ist es kein Wunder, dass die Zahl der Beschwerden in Brandenburg jetzt wieder deutlich ansteigt. „Ist doch klar, wenn das Eröffnungsdatum des BER immer näher rückt“, sagt Pohland. Seit 2009 betreut er mehrere Fluglärmmessstationen rund um den Flughafen. In diesem Jahr hat er bereits etwa 60 Beschwerden eingereicht.

So ambitioniert waren auch Sigrid Zentgraf-Gerlach, Vorsitzende des Vereins Bürgerinitiative „Mahlower Schriftstellerviertel“, und ihre Mitstreiter einmal. Mehrfach rügten sie zu laute Flugzeuge, die ihre Routen über Blankenfelde-Mahlow flogen. Gebracht habe das alles nichts, erzählt sie heute.

„Wenn man sich über Fluglärm beschwert, bekommt man lediglich Antworten, die aus den immer selben Textbausteinen zusammengesetzt sind“, berichtet sie. Darin stehe dann, weshalb diese und jene Dezibelzahl zulässig ist. „Es gibt für die Behörden eigentlich so gut wie nichts, was nicht erlaubt wäre“, konstatiert die Fluglärmgegnerin resigniert. Das ist auch der Grund, weshalb sie irgendwann nichts mehr abschickte. „Wenn man im Endeffekt immer dieselben Antworten bekommt, macht man sich die Mühe auch nicht mehr“, sagt sie.

Private Messung: Fluglärm weicht von Vorgaben ab

Ähnliches berichtet Ulrich Fischer, der ebenfalls aus Blankenfelde-Mahlow stammt und als Einzelperson einst sehr aktiv Rügen an den Fluglärmschutzbeauftragten Strogies verschickte. Ulrich Fischer hat sich eine Messstation am Haus angebracht, mit deren Hilfe die Überflüge von Flugzeugen automatisch aufgezeichnet werden. Die daraus entnommenen Werte reichte er vor ein paar Jahren noch regelmäßig und in hoher Intensität ein. Wie er in seiner persönlichen Statistik nachlesen kann, waren es allein im ersten Quartal des Jahres 2009 genau 2565 Beschwerden.

Wie der Lärmbeauftragte Strogies jetzt mitteilte, hat es in dem Jahr rund 17 000 Beschwerden eines einzelnen Fluglärmgegners aus Blankenfelde-Mahlow gegeben. Auch in Schulzendorf legten Einzelpersonen jeweils mehrere hundert Beschwerden gegen Lärmbelästigung ein. Ulrich Fischer kann heute selbst nicht mehr rekonstruieren, ob er der Rekord-Kläger aus Blankenfelde-Mahlow war – es erscheint ihm jedoch nicht unrealistisch. Aufgehört hat er trotzdem seit etwa zwei Jahren – aus denselben Gründen wie Sigrid Zentgraf-Gerlach.

Eine Haltung, vor der der Schulzendorfer Fluglärmgegner Jörg Pohland nur warnen kann. „Wir sollten jetzt nicht resignieren“, sagt er. Und er rät dazu, nicht gegen die Lautstärke der Flugzeuge, sondern gegen falsch geflogene Routen zu klagen. Darauf habe er immer eine Antwort bekommen und er hofft, dass diese Rügen langfristig etwas bewirken.

Von Anja Meyer

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