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Fluglärmkommission sucht neuen Vorsitz

Schönefeld Fluglärmkommission sucht neuen Vorsitz

Die Arbeit an der Spitze der Fluglärmkommission könnte künftig auf mehr Schultern verteilt werden. So sieht es der Vorschlag der Bürgermeister von Großbeeren und Eichwalde Carl Ahlgrimm und Bernd Speer vor. In den kommenden Monaten wollen sie bei den Mitgliedern der Kommission dafür werben.

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Von Sonntag an werden die Flieger wieder den Blankenfelder Süden wie schon im Sommer 2015 überfliegen. Dann wird die BER-Nordbahn saniert.

Quelle: Foto: Zielke

Schönefeld. Vier Jahre lang hat Gerhard Steintjes die Fluglärmkommission in Schönefeld geleitet – stets höflich und zurückhaltend. Das Gremium hat auch schon andere Zeiten erlebt. Am Montag leitete der 68-Jährige zum letzten Mal die Sitzung. Sein Rückzug komme aus persönlichen Gründen, sagte er. Bereits im Februar hatte er diesen öffentlich verkündet.

Erste Überlegungen zu Steintjes’ Nachfolge gibt es bereits. Carl Ahlgrimm und Bernd Speer, beide parteilos, der eine Bürgermeister von Großbeeren, der andere von Eichwalde, wollen statt des bisherigen Vorsitzenden und eines Stellvertreters künftig einen ganzen Vorstand wählen lassen. Dort sollen die verschiedenen Betroffenheiten des mit mehr als 40 Vertretern besetzten Gremiums besser abgebildet werden, sagte Steintjes.

Ideengeber sind möglicherweise heiße Anwärter auf den Vorstand

Ob Ahlgrimm und Speer dem künftigen Vorstand angehören, ließen sie bislang offen. Dafür spricht, dass beide künftig genug Zeit haben dürften. Bernd Speer wird im Herbst aus dem Amt scheiden, Carl Ahlgrimm im kommenden Jahr. Beide hatten sich entschieden, nicht erneut für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Zudem haben beide in der Schutzgemeinschaft der Umlandgemeinden und im Dialogforum seit Jahren mit dem Thema Flughafen zu tun.

Alexander Fröhlich, Büroleiter von Blankenfelde-Mahlows Bürgermeister Ortwin Baier (SPD), hatte als Stellvertreter für Bernd Habermann an der Sitzung der Fluglärmkommission teilgenommen. Mit Personalspekulationen hält er sich zurück, die Idee, an der Spitze der Kommission einen Vorstand zu installieren, hält er jedoch für gut. „Dann könnte man den Vorsitzenden entlasten“, sagt Alexander Fröhlich. Wenn es gelingt, die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen, könne es möglich sein, weitere Alternativvorschläge einzubringen, die dann im Gremium abgestimmt werden.


Im Herbst wollen Ahlgrimm und Speer die anderen Mitglieder der Fluglärmkommission einladen, um über den Vorschlag zu diskutieren. Dann könnte auch die Sperrung der BER-Nordbahn abgeschlossen sein, die am Sonntag beginnt. Dort entstehen zusätzliche Rollwege und Parkplätze für Flugzeuge. Grund ist die Entscheidung, den Flughafen Schönefeld auch nach der Eröffnung des BER aus Kapazitätsgründen offen zu halten. Dadurch gibt es mehr Verkehr auf den Start- und Landebahnen und den Verbindungswegen.

Lärmszenario vom Sommer 2015 wiederholt sich ab Sonntag

Wie bereits im Sommer 2015, als die Nordbahn saniert wurde, starten und landen alle Flugzeuge über die Südbahn. Westlich des Flughafens bekommen Dahlewitz und Teile Blankenfeldes deutlich mehr Lärm ab, im Osten trifft es Eichwalde, Schulzendorf und Zeuthen. Zumindest eine Entlastung wird es geben. Weil die Flüge die Südbahn zum – noch nicht eröffneten – BER gehört, gelten auch die dortigen Nachtflugverbote. Zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens dürfen dort keine Flieger starten und landen. Auf dem jetzigen Flughafen Schönefeld darf theoretisch rund um die Uhr geflogen werden. Bis Ende Oktober ist die Sperrung der Nordbahn genehmigt. Wie Gerhard Steintjes mitteilt, hofft die Flughafengesellschaft, Ende August mit den wichtigsten Arbeiten fertig zu sein.

Von Christian Zielke

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