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Teltow-Fläming Flugroutenstreit in Schönhagen beigelegt
Lokales Teltow-Fläming Flugroutenstreit in Schönhagen beigelegt
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18:09 04.11.2013
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Schönhagen

Ab sofort dürfen keine Flugzeuge mehr über dem Vogelschutzgebiet nördlich und westlich des Flugplatzes Schönhagen auf- und absteigen. Das verordnete die Obere Luftfahrtbehörde Berlin/Brandenburg. Bisher sollten die Piloten, die dort starteten oder landeten, es „möglichst vermeiden“, die in der Umgebung des Flugplatzes liegenden Ortschaften, das europäischen Vogelschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung, den Blankensee und seine angrenzenden Ufergebiete, den Zauchwitzer Busch sowie die Stangenhagener Wiesen unter 600 Meter zu überfliegen, doch viele hielten sich nicht daran. Mit dem klaren Verbot, das auf Betreiben der Flugplatzgesellschaft Schönhagen ausgesprochen wurde, sind die Verstöße jetzt auch verfolgbar und können als Ordnungswidrigkeit geahndet oder gar als Straftat verfolgt werden. „Wir sind der erste Flugplatz in Deutschland der so eine Regelung durchgesetzt hat“, sagt Geschäftsführer Klaus-Jürgen Schwahn.

Bisher führte die unmittelbare Nachbarschaft von Vögeln und Flugzeugen immer wieder zu Konflikten. Naturschützer sahen die Vogelwelt durch tief überfliegende Luftfahrzeuge gestört, wenn nicht sogar gefährdet. Im Planfeststellungsbeschluss von 2005 war zwar geregelt, dass die An- und Abflüge von beziehungsweise nach Süden zu erfolgen haben, aber andere An- und Abflugrouten waren nicht definitiv verboten. „Diese Regelung wurde leider immer wieder missachtet“, sagt Annette Prochnow vom Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung, der im Juli 2012 mit Unterstützung des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) auf Planvollzug klagte.

Dabei stießen die Forderungen der Naturschützer bei dem Flugplatzbetreiber durchaus auf Verständnis. Die Flugplatzgesellschaft Schönhagen warb auch um Verständnis bei den Piloten und führte Aufklärungsmaßnahmen mit den am Flugplatz angesiedelten Flugunternehmen durch. Das führte zwar zu einer deutlichen Verringerung der nicht erlaubten Überflüge, aber es wurde dennoch immer wieder dagegen verstoßen, was Flugplatz-Chef Schwahn als „ärgerlich“ bezeichnet, zumal es eben immer wieder zu den Konflikten mit den Nachbarn führte.

Juristisch war dem aber durch ein generelles Überflugverbot nicht beizukommen, weil nur der Bund Sperrgebiete verfügen darf und das meistens nur, wenn es um die Sicherheit des Luftverkehrs geht und nicht um andere Belange. Deshalb setzte sich die Flugplatzgesellschaft bei der Luftfahrtbehörde in einem Schreiben vom 19. März dieses Jahres stattdessen dafür ein, ein entsprechendes Verbot in den Regelungen des Flugplatzverkehrs festzulegen, die besagen dass über den genannten Gebieten der an- und abfliegene Verkehr „grundsätzlich untersagt“ wird. Und genau das ist Ländersache, womit die Lufthoheit des Bundes umgangen wird.

Genau das hat nun die Luftfahrtbehörde Berlin/Brandenburg gegen verschiedene Widerstände verordnet und als Richtlinie veröffentlicht, was es in dieser Form noch nirgendwo anders gibt.

Von Hartmut F. Reck

Kommentar von Hartmut F. Reck - Auf gute Nachbarschaft

Auf gute Nachbarschaft

Fast sieht es so aus, als ob Flugplatzanwohner, Naturschützer und Flugplatzbetreiber an einem Strang gezogen hätten. Jedenfalls zeigen sich beide Seiten ausgesprochen zufrieden mit der nun klaren und eindeutigen Regelung eines An- und Abflugverbots über den für Vögel und Menschen sensiblen Wohn- und Nistbereichen. Das wird zwar ähnlich wie im Straßenverkehr nicht zu einer absoluten Hörigkeit der Piloten führen, aber an Verbote hält man sich schon eher als lediglich an Gebote.

Dennoch sitzt die Flugplatzgesellschaft in solch einem Fall zwischen allen Stühlen. Denn die getroffenen Regelungen müssen nicht nur den Naturschützern und Anwohnern gerecht werden, sondern auch den Flugplatznutzern, die sie sonst angreifen oder gar beklagen, wenn beispielsweise die Piloten einen Bußgeldbescheid bekommen.

Darum hat der Flugplatzbetreiber auch versucht, schon im Vorfeld einen breiten Konsens mit allen Beteiligten herzustellen. Denn ohne gute Nachbarschaft geht gar nichts, wie man beim großen Bruder BER sieht.

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