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Förderantrag für Erschließung gestellt

Technologiepark „Funkerberg“ Förderantrag für Erschließung gestellt

Die Stadtverordneten von Wildau und Königs Wusterhausen haben erstmals gemeinsam getagt, um die Entwicklung des Funkerbergs zu einem Technologiepark zu diskutieren. Die Bürgermeister beider Städte, wollen, dass die Kommunen als nächstes eine Planungsgemeinschaft gründen und finanzieren.

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Die Bürgermeister von Königs Wusterhausen und Wildau, Lutz Franzke (l.) und Uwe Malich, wollen den historischen Funkerberg als Technologiepark der Energiewirtschaft in die Zukunft führen.

Quelle: Peter Degener

Königs Wusterhausen. Mit einer gemeinsamen Sitzung haben die Stadtverordneten der Städte Königs Wusterhausen und Wildau am Donnerstagabend erstmals gemeinsam über die Pläne eines Technologieparks auf dem Funkerberg beraten. Nicht nach Städten, sondern nach Parteien und Fraktionen geordnet, saßen sich die Stadtpolitiker im Kultursaal im Funktechnikmuseum gegenüber und drückten vor allem Zustimmung zu dem gemeinsamen Vorhaben aus, das – so der allgemeine Tenor und Wille – nur miteinander gelingen könne.

Nach der Präsentation der bisherigen Entwicklung durch die Bürgermeister und Bauamtsleiter beider Verwaltungen konnten auch aktuelle Fortschritte in den langjährigen Planungen vermeldet werden: Die Stadt Königs Wusterhausen hat laut Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) vor einer Woche einen Fördermittel-Antrag beim Wirtschaftsministerium über vier Millionen Euro gestellt. Zusammen mit den städtischen Eigenmitteln über gut zwei Millionen Euro wäre die Erschließung des ersten Bauabschnitts über etwa zehn Hektar Fläche vollständig finanziert.

Chronik der Entwicklung

Schon Ende der 1990er-Jahre begannen erste Planungen für eine Neubebauung des Funkerbergs. Damals ging man vor allem von Wohnungsbau aus.

Nach dem Erwerb des Areals durch die Stadt fokussierte das Integrierte Stadtentwicklungskonzept von 2007 auf das technische Museum, Tourismus und Freizeitangebote.

Erst mit dem Masterplan der Entwicklungsgesellschaft EBEG 2009 drehten sich die Pläne in eine wissenschaftlich-technische Richtung, die mit dem städtebaulichen Rahmenplan 2010 auch unter Beteiligung der Stadt Wildau und der Bürger konkretisiert wurden.

Durch den Flächennutzungsplan von 2014 und einen Bebauungsplan vom April 2016 haben die ersten Sonderbauflächen im Nordwesten des Funkerbergs eine rechtliche Grundlage bekommen. Im nächsten Jahr soll die Erschließung beginnen.

 

Bereits am 10. Oktober soll die Entscheidung über die Fördermittel fallen, sagt Königs Wusterhausens Erster Beigeordneter Jörn Perlick (CDU). Laut Franzke gäbe es mittlerweile auch „Vorgespräche“ mit internationalen Firmen aus der Energie-Branche, um einen Kernmieter zu finden, dessen Engagement dann kleinere Unternehmen ermutigt, nachzuziehen. Zudem kündigte Franzke an, dass Wildau und Königs Wusterhausen eine Planungsgemeinschaft gründen und finanziell ausstatten werden.

Wildaus Bürgermeister Uwe Malich (Linke), nannte den Technologiepark „ein schwieriges Projekt für beide Verwaltungen für das man einen langen Atem, viele Ideen und viel Investitionskraft braucht“. Beide Kommunen sollten profitieren, „aber der Aufwand und auch der Ertrag sollen auf Königs Wusterhausener Seite größer sein“, sagte Malich mit Blick auf die Flächen des Funkerbergs, der zu etwa 80 Prozent auf dem Stadtgebiet von Königs Wusterhausen und zu 20 Prozent in Wildau liegt.

In der Diskussion thematisierten die Stadtverordneten vor allem den zusätzlichen Nutzen des Technologieparks für die Bürger beider Städte über Arbeitsplätze und Steuereinnahmen hinaus. „Beide Städte haben sehr begrenzte Flächen, die man nicht weiter belasten kann“ sagte Mark Scheiner von der Wildauer CDU-Fraktion. Er unterstützte ausdrücklich den Vorschlag seines Parteikollegen Peter Dreher aus Königs Wusterhausen, auf dem Funkerberg eine Mehrzweckhalle für beide Kommunen zu errichten. „Eine solche gemeinsam finanzierte Halle für Sport und Kultur könnte ein neuer Halt für unsere Netzhoppers und die Handballer aus Wildau sein“, schlug Dreher vor.

Intensive Diskussion

Intensiv wurde auch die Idee diskutiert, die Anbindung des Funkerbergs an beide Städte durch einen Ausbau der Rad- und Fußgängerstrecke „Goethebahn“ zu einer für Autos zugelassenen Straße in die Pläne aufzunehmen. Das sei laut Wilfried Kolb, Bauamtsleiter von Wildau, bislang gar nicht vorgesehen. Bürgermeister Uwe Malich sagte aber, dass für diesen Ausbau „auf den ersten Blick eine Menge spricht“. Überhaupt müsse man bei der vermutlich 20 oder 30 Jahre andauernden Entwicklung des Geländes laut Franzke „Visionen“ haben und laut Scheiner „in die Ferne denken und sich dabei auch die ein oder andere kleine Spinnerei erlauben.“

Der Stadtverordnete Michael Reimann (Wir für KW) sprach als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Funkerberg den Bürgermeistern und den Vorsitzenden der zwei Stadtverordnetenversammlungen seinen Dank aus. „Das hier ist ein exemplarischer Dialog beider Städte“ sagte Reimann. Die gemeinsame Beratung soll regelmäßig – spätestens im kommenden Jahr – wiederholt werden.

Von Peter Degener

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