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Teltow-Fläming Förderlücke für Wolfszäune geschlossen
Lokales Teltow-Fläming Förderlücke für Wolfszäune geschlossen
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00:17 12.03.2017
Geliebt und gehasst: Der Wolf steht für biologische Vielfalt in Brandenburg und ist zugleich verantwortlich für etliche Nutztierrisse in der Region.  Quelle: dpa
Dahmeland-Fläming

 Die lange ersehnten Förderungen für Wolfsschutzzäune werden nun vom Land Brandenburg gewährt. Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat eine entsprechende Richtlinie zur Förderung von Präventionsmaßnahmen gegen Wölfe unterzeichnet. Die Landwirte der Region hatten das Land immer wieder für den Herdenschutz in die Verantwortung genommen.

„Wir finden es natürlich sehr gut, dass der Minister die Richtlinie jetzt unterschrieben hat“, sagt Sebastian Scholze, Pressesprecher des Landesbauernverbands. Es sei wichtig, dass die Mittel nun ganzjährig verfügbar sind. Der Verband bleibe aber bei seiner Forderung, dass alle Maßnahmen finanziert werden sollten. Nach aktuellem Stand würden notwendige Zäune, die das Budget des Landes übersteigen, nicht gefördert werden.

Förderung wird aus Landeshaushalt finanziert

Der Geschäftsführer des Wildtierparks Johannismühle, Julian Dorsch, freut sich über die Nachricht. „Wir haben direkt den Antrag eingereicht und es wurde uns eine zügige Bearbeitung zugesagt“, sagt er. Doch noch stehe der Zaun nicht und das Problem sei ungelöst. „Wir haben nach wie vor regen Wolfsverkehr hier im Park, die Situation ist teilweise sehr prekär“, sagt Dorsch, der seinen Park aktuell auch nachts überwacht. „Ich hoffe, dass der Antrag jetzt schnell genehmigt wird und wir im besten Fall Anfang April mit den Bauarbeiten beginnen können“, sagt er. Die beiden bestehenden Zäune rund um das Gelände sollen dann mit zwei Elektrozäunen ergänzt werden.

Wer im vergangenen Jahr einen Wolfschutzzaun bauen wollte, musste das selbst finanzieren oder auf den Bau verzichten. Lange Zeit sind solche Schutzmaßnahmen in Brandenburg unter anderem von der EU mit dem Programm „Natürliches Erbe“ gefördert worden, jetzt nicht mehr. Brandenburg ü

Wolfsschutzzaun und Herdenschutzhund werden wieder gefördert

In der Zwischenzeit habe man keine Anträge stellen können, sagt Julian Dorsch. Wieso man nicht auf die EU-Förderung zurückgreifen konnte, versteht er nicht. Auf Rückfrage der MAZ erklärt der Pressesprecher des Umweltministeriums, Jens-Uwe Schade, das sei nicht möglich, weil der Antrag für die EU-Förderung nur einmal im Jahr zu einem Stichtag gestellt werden könne. Der technokratische Aufwand dieser EU-Richtlinie sei nicht zu bewältigen für diese tagesaktuellen Angelegenheiten, sagt er.

Inzwischen ist die Hürde genommen: Landwirte und andere Betroffene können sich den Bau eines Wolfsschutzzaunes oder die Anschaffung von Herdenschutzhunden wieder bezahlen lassen.

Dorsch: Für Herdenschutz ist es in diesem Jahr zu spät

„Das kommt alles ziemlich spät, vor allem auch was die Nutztierhalter betrifft“, sagt Julian Dorsch. Die Kalbungszeit bei den Rindern sei in vollem Gange und die Halter müssten sich nun erst einmal Angebote einholen und den Antrag stellen. „Für Herdenschutz ist es in diesem Jahr zu spät“, sagt Dorsch. Während man im Wildtierpark einzig auf den Zaun wartet, gibt es im Landesbauernverband Bedenken. „Die Wolfspopulation wächst jährlich um 30 Prozent. Das kann ja nicht immer so weitergehen. Darüber muss man sprechen“, sagt Sprecher Sebastian Scholze.

 Dass die Wolfsrudel in der Vergangenheit vermehrt Weidetiere gerissen haben, hat nicht gerade für Akzeptanz in der Bevölkerung gesorgt – erst recht nicht bei den Viehhaltern. Durch die Förderung der Präventionsmaßnahmen will das Land die Akzeptanz für Wölfe fördern und die biologische Vielfalt in Brandenburg unterstützen.

Von Johannes Zimmermann

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