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Teltow-Fläming Förderscheck für die Orgel-Queens
Lokales Teltow-Fläming Förderscheck für die Orgel-Queens
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00:19 27.08.2017
Kantor Peter Michael Seifried, Ministerin Martina Münch und Pfarrer Bernhard Gutsche (v. l.) vor der Rühlmann-Orgel. Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

„Ich kann Ihnen den Scheck guten Gewissens übergeben, besonders jetzt, wo ich einen Eindruck bekommen habe, wie gut das Geld verwendet wird.“ Das freudige Erstaunen von Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) am Mittwochnachmittag in der Jüterboger Nikolaikirche, kam aus tiefsten Herzen. Musste es auch. Denn die etwa einstündige Führung von Nikolaikirch-Pfarrer Bernhard Gutsche und Kreiskantor Peter-Micheal Seifried war ein leidenschaftlich moderierter Trip in die reformatorische und sogar vor-reformatorische Regionalgeschichte. Ihren besonderen Platz darin haben die drei Orgeln des vor sechseinhalb Jahrhunderten errichteten Gotteshauses, die aus unterschiedlichen Epochen stammen und somit einen lebendigen Einblick in die sich wandelnde Bedeutung der Kirchen an sich und der Rolle der Kirchenmusik geben.

Bedeutung der Instrumente ragt weit über die Region hinaus

Nicht umsonst bemühen sich Pfarrer und Kantor seit Jahren, deren Bedeutung in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Mühe hat sich gelohnt, nicht nur, weil sich das musikalische Gemeindeleben enorm intensiviert hat, sondern auch, weil Sponsoren und Fördermittelgeber gewonnen wurden, mit deren Hilfe die Orgeln saniert werden können. Auch die Ministerin war nicht mit leeren Händen gekommen. Münch hatte einen weiteren Fördermittelbescheid in Höhe von 150 000 Euro aus Landes- und Bundesmitteln im Gepäck. Spätestens bis Ende des Jahres sollen alle drei Instrumente der Nikolaikirche sowohl optisch als vor allem auch akustisch wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen.

Die Bedeutung der Jüterboger „Königinnen der Instrumente“ reicht weit über die eigene Kirche und über die Region hinaus. Das aus dem Jahr 1657 stammende, von Orgelbauer Christoph Werner gebaute sogenannte Positiv, das sich direkt im Altarraum befindet, ist zugleich Brandenburgs das älteste Instrument seiner Art. „Das Besondere ist dabei nicht sein eher gewöhnlicher Klang, sondern seine mitteltonige Stimmung“, erläuterte Seifried. Diese Stimmung, die dem damaligen Zeit- und Musikgeschmack entsprach, wurde später moderneren Hörgewohnheiten geopfert – ein Frevel, der nun in der Restauratorenwerkstatt wieder rückgängig gemacht wird. „Wenn die Werner-Orgel hier wieder erklingt, werden wir wieder hören, wie es in der Renaissance geklungen hat“, freut sich Peter-Michael Seifried.

„Kastration“ wieder rückgängig gemacht

Die wuchtige, seit wenigen Wochen wieder im alten Silberglanz strahlende, 1908 vom vor allem regional bedeutsamen Orgelbaumeister Rühlmann errichtet Orgel gehört zu den bedeutsamen Instrumenten. Der Ausdruck „kastriert“, den Seifried in den Vergangenheit gern benutzte, um den durch Umbauten erlittenen Klangverlust zu beschreiben, gehört nun der Vergangenheit an. Derzeit werden die Pfeifen, inklusive des von Georg Kempff vor etwa 90 Jahren dazugesetzten Rückpositivs neu gestimmt, was Wochen in Anspruch nimmt und die ungeduldige Vorfreude auf das erste Konzert noch steigert.

Von Uwe Klemens

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