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Förderverein rettet die Dorfkirche

Kemnitz Förderverein rettet die Dorfkirche

Die Risse im Kemnitzer Kirchturm waren nicht zu übersehen. Um das Gotteshaus zu erhalten, musste dringend etwas geschehen. Jahrelang sah die Kirche keine Möglichkeit zur Sanierung. Doch der Förderverein sammelte Spenden und beantragte eine Baugenehmigung. Doch auch dies reichte zunächst nicht.

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Die Dorfkirche von Kemnitz ist eingerüstet. Mit der Sanierung des Turms wird im ersten Bauabschnitt begonnen.

Quelle: Margrit Hahn

Kemnitz. Die Kemnitzer Kirche ist seit kurzem eingerüstet. Das Einzeldenkmal wird saniert. Dabei hatte Pfarrer Bernhard Hoppe die Hoffnung schon fast aufgegeben, denn das Gebäude war innerkirchlich in die Dringlichkeits-Kategorie  III eingeordnet worden – das heißt, dass keine Zuwendung von der Landeskirche zu erwarten ist.

Die Rettung kam über Umwidmung von Restmitteln

Doch dann wendete sich die Sache zum Guten für die Kemnitzer. Im Februar dieses Jahres konnte ein Finanzierungsplan erstellt werden. Insgesamt ist die Sanierung mit 120 000 Euro veranschlagt. Die Hälfte davon stammt aus dem Denkmal-Sonderprogramm III des Bundes aus dem Jahr 2012 – dies wurde über die Umwidmung von Restmitteln möglich. Die andere Hälfte wird zu fast gleichen Teilen vom Landkreis Teltow-Fläming, vom Kirchenkreis, von der Landeskirche, von der Gemeinde sowie vom Förderverein „Alte Dorfkirche Kemnitz“ finanziert.

Zimmermann Mathias Engel im Glockenstuhl

Zimmermann Mathias Engel im Glockenstuhl.

Quelle: Margrit Hahn

Der Förderverein hatte sich seit seiner Gründung vor zehn Jahren sehr stark für den Erhalt des Gotteshauses eingesetzt. Es wurden Kirchenführungen, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Kinovorführungen organisiert. Der Erlös sollte der Sanierung der Kirche zugute kommen. Der Förderverein hatte auch schon eine Baugenehmigung erhalten, doch dann gab das Konsistorium kein grünes Licht, weil keine weitere Förderung in Aussicht stand. Inzwischen war die Baugenehmigung abgelaufen, sodass ein neuer Bauantrag gestellt werden musste.

Maurer Dietmar Schlingenhof (l) und Horst Richter vom Gemeindekirchenrat

Maurer Dietmar Schlingenhof (l.) und Horst Richter vom Gemeindekirchenrat.

Quelle: Margrit Hahn

Ohne die Beharrlichkeit des Fördervereins wäre es vermutlich noch immer nicht zum beginn der Sanierungsarbeiten gekommen. Jetzt im ersten Bauabschnitt geht es erst einmal darum den Kirchturm auf Vordermann zu bringen. Dieser hat eine Sanierung am dringendsten nötig. Denn er wies so große Risse auf, dass die Sorge bestand, der Turm könnte einstürzen. Zumal sind die Hölzer auf der Westseite des Turms komplett morsch und müssen erneuert werden.

„Natürlich hoffen wir, dass es danach weiter geht und auch das Kirchenschiff saniert wird“, sagt Pfarrer Bernhard Hoppe. Doch zuerst ist der Turm an der Reihe.

Umbau in den 1960er Jahren belastete den Baukörper

Bei einem Umbau in den 1960er Jahren und dem Einbau der Winterkirche wurde der Statik nicht genügend berücksichtigt. „Durch dieses Kräfteunverhältnis entstanden die Risse“, sagt der zuständige Architekt Ronny Behrendt vom Ingenieurbüro aus Heideblick. Inzwischen sind fast alle Gewerke vom Dachdecker über Zimmerer, Klempner und Maurer im Einsatz.

Wenn alles planmäßig vorangeht, sollen die Arbeiten im Herbst abgeschlossen sein. „Allerdings weiß man nie, welche Verzögerungen dazukommen“, sagt Behrendt. Zuletzt wurde 1984 an der Kirche gewerkelt. Damals wurden zum Teil die alten Schieferdachsteine entfernt und bei der Gelegenheit auch die kupferne Kuppel neu bestückt. Der Kemnitzer Horst Richter war damals mit dabei und erinnert sich noch gut daran, dass Münzen, Zeitungen und Baupläne dazugehörten. Die Dachdecker wollen die Kuppel jetzt nicht öffnen, zumal sie befürchten, dass dies zu größeren Schäden führen könnte.

Von Margrit Hahn

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