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Teltow-Fläming Fotografischer Spaziergang im Schloss
Lokales Teltow-Fläming Fotografischer Spaziergang im Schloss
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21:29 23.10.2015
Tomasz Padlo (l.) und Benjamin Althammer. Quelle: Gudrun Ott
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Genshagen

Am Donnerstagabend drängten sich die Besucher im Schloss Genshagen. Dort wurde eine gemeinsame Fotoausstellung eines polnischen und eines deutschen Künstlers eröffnet. Beide hatten während einer Künstlerresidenz je acht Wochen im Schloss verbracht. Tomasz Padlo aus Krakau, Geograf und leidenschaftlicher Fotograf, war vor zwei Jahren Stipendiat des Residenzprogramms „Georges Sand – Frédéric Chopin“. Es sei ein guter Platz, um in einer wunderbaren Atmosphäre in Ruhe zu arbeiten, erklärte er. Wenn es um Wesentliches gehe, sage Kunst mehr als Wissenschaft, sagte Christel Hartmann-Fritsch, Geschäftsführendes Vorstandmitglied der Stiftung Genshagen, in ihrer Laudatio.

Darin, dass Wissenschaft nicht Auskunft über alles geben kann, liegt die künstlerische Obsession von Tomasz Padlo. Er sucht nach der „Goldenen Mitte“ um sein Wissen für die Fotografie anzuwenden. Da wächst scheinbar ein Baum aus einem Kriegerdenkmal, auf einem anderen Foto sperren Steine eine Straße, die ins Nichts führt. Darüber spannt sich ein weiter Himmel. Es ist der künstlerische Blick auf ein ungenutztes Gewerbegebiet von Genshagen. Fotografie als unterschätzte Kunst.

Benjamin Althammer aus Berlin ist der zweiter Künstler der Ausstellung und diesjähriger Stipendiat. Der 29-Jährige studierte an der Kunsthochschule Weißensee Freie Kunst und Bildhauerei. Der Fotografie hat er sich erst in den letzten zwei Jahren zugewandt. Und doch ist sie sein wichtigstes Arbeitsfeld geworden. Er baut eigene Großformatkameras, setzt sich mit dem Absurden und der Erinnerung auseinander.

Althammer hat die Nächte im Schloss genutzt und Lampenschirme aneinandergereiht und verschachtelt, sie zu obskuren Lichtobjekten werden lassen. „Meine Zeit hier in Genshagen war super“, schwärmte Benjamin Althammer, „ich habe mich wie der König des Schlosses gefühlt.“ Der junge Künstler hat Erfahrungen in der Straßenfotografie gesammelt, war in Spanien, Budapest, Warschau und auch viel im Brandenburgischen unterwegs.

Die Residenz im Schloss sei ein großer Luxus und helfe gehetzten Großstadtkünstlern ihr Leben zu entschleunigen, so Christel Hartmann-Fritsch.

Info: Bis Frühjahr nächsten Jahres können die Bilder im Schloss angeschaut werden.

Von Gudrun Ott

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