Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Fragen, Sorgen und Hilfsbereitschaft

Infoveranstaltung zur Flüchtlingsunterkunft Schönhagen Fragen, Sorgen und Hilfsbereitschaft

Bis zu 300 Flüchtlinge sollen ab Februar in einer Thermohalle auf dem Flugplatz-Gelände in Schönhagen untergebracht werden. In einer Informationsveranstaltung am Dienstagabend signalisierten die Einwohner ihre Fragen und Ängste, aber auch ihre Hilfsbereitschaft.

Voriger Artikel
Jüterbog: Politiker spenden Diätenerhöhung
Nächster Artikel
Stadt steckt in den roten Zahlen

Viele Schönhagener kamen am Dienstagabend mit Fragen zur Informationsveranstaltung über die Flüchtlingsunterkunft.

Quelle: Elinor Wenke

Schönhagen. Ab Februar muss der Trebbiner Ortsteil Schönhagen mehr Flüchtlinge unterbringen als er selbst an Einwohnern hat. Bis zu 300 Asylsuchende sollen in einer Thermohalle auf dem Gelände des Flugplatzes im 269-Seelen-Dorf eine Bleibe finden. Um Detailinformationen zu vermitteln, hatte der Kreis für Dienstag zu einer Veranstaltung eingeladen.

Mehrere Grundstücke in Betracht gezogen

Schon vor Beginn war die Stimmung unter den gut 200 Besuchern gereizt, weil sie vor dem Saal warten mussten. Eine Stunde zuvor waren ortsansässige Betriebe zu einer Infoveranstaltung eingeladen; das unpünktliche Ende blockierte den Einlass. Wegen Erkrankung konnte Landrätin Kornelia Wehlan nicht erscheinen; Vize-Landrätin Kirsten Gurske (beide Linke) erläuterte, warum die Wahl gerade auf Schönhagen gefallen ist: „Die angebotenen einzelnen Wohnungen in Trebbin hätten nicht ausgereicht, zudem könnte man den Flüchtlingen dann keine angemessene Sozialarbeiter-Betreuung bieten.“ Bisher habe man darauf verzichtet, Grundstücke zu pfänden, so Kreis-Flüchtlingskoordinator Christian Rettig. Von allen angebotenen Trebbiner Grundstücken sei nach baurechtlicher und bauplanerischer Prüfung das in Schönhagen übrig geblieben. Gurske will vor Inbetriebnahme der Halle einen Tag der offenen Tür anbieten.


Behördenvertreter erläuterten die Pläne für die Thermohalle zur Flüchtlingsunterkunft

Behördenvertreter erläuterten die Pläne für die Thermohalle zur Flüchtlingsunterkunft.

Quelle: Elinor Wenke

Fragen, Ängste und Unsicherheiten beschäftigten die Einwohner: Wie beschaffen sich die Flüchtlinge die Lebensmittel? Wie ist die medizinische Versorgung geregelt? Wie werden Müll und Abwasser entsorgt? Muss die Nachtruhe eingehalten werden? Wie werden die Schönhagener Bürger geschützt? Solche und ähnliche Fragen wurden diskutiert.

Laut Guido Kohl, Kreis-Sachgebietsleiter Soziales für den Bereich Asyl, werden die Flüchtlinge tagsüber von mehreren Sozialarbeitern und einem Wachmann betreut, nachts von zwei Wachleuten. Zwei Shuttle-Fahrzeuge sollen die Flüchtlinge zum Einkaufen oder zum Arzt bringen. Medizinisch haben sie Anspruch auf eine Not- und Schmerzbehandlung.

Sorge vor Generator-Lärm

Sorgen machen sich die Anwohner wegen der Lärmbelästigung durch einen Generator-Schuppen, der nahe der Wohnbebauung untergebracht werden soll. Rettig versicherte, dass der Generator bei Bedarf auch an anderer Stelle aufgestellt werden könne. Wer die Flüchtlinge, die aus anderen Kulturen kommen, auf hiesige Gepflogenheiten hinweise, wollte eine Bürgerin wissen. „Was ist, wenn Frauen im Sommer im Bikini in ihrem Garten sind?“, fragte sie. „Dann wenden sich die Flüchtlinge ab und gehen“, sagte Kohl und erntete dafür Spott und Gelächter.

Zahlen und Fakten

104 Nationalitäten leben derzeit in Teltow-Fläming.

Trebbin muss in diesem und im nächsten Jahr jeweils 150 Flüchtlinge aufnehmen. Im Landkreis sind es 2400 in diesem und 2600 im nächsten Jahr.

Die geplante Thermohalle hat eine Größe von 36 mal 72 Metern. Sie wird auf dem Gelände der ehemaligen Minigolfanlage aufgebaut. Die mit Schotter bedeckte Fläche ist 60 mal 100 Meter groß.

Doch auch die Bereitschaft, vorbehaltlos auf die fremden Neuankömmlinge zuzugehen und ihnen zu helfen, wurde signalisiert. Die pensionierte Lehrerin Monika Neubauer sucht Mitstreiter, um den Flüchtlingen die deutsche Sprache zu vermitteln. Der Stadtverordnete Knut Vetter (Bündnisgrüne) berichtete aus seiner Praxis als Hochschuldozent. „Dort geht es mit vielen Nationalitäten sehr bunt zu, das kann eine Bereicherung sein“, sagte er. Ina Schmidt, Leiterin eines Übergangswohnheimes in Potsdam, sprach Mut zu: „Da kommen gestandene Menschen und keine Sozialfälle.“

Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU) ist dabei, ein Netzwerk an ehrenamtlichen Initiativen zu koordinieren. Er fasste die Botschaft des Abends zusammen: „Die Flüchtlingsunterbringung ist kein Problem der Schönhagener, sondern eine gemeinsame Trebbiner Angelegenheit. Wir werden Schönhagen alle Hilfe geben.“

Von Elinor Wenke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg